"...Thrombosen, Anämien, Hämolysen, Blutungen, Diarrhöen, Drogen, Delirien, Infiltrationen, Transfusionen, Verschmutzungen, Kloaken, Brunnen, Kanäle, Schäume, Slums, Megalopolen, Austrocknungen, Wüsten, Verkrustungen, Massaker, Bürgerkriege, Deportationen, Wunden, Fetzen, Spritzen..." Die Frage nach dem Körper stellt sich noch immer - jenseits aller ritualisierten, sezierenden oder konstruierten Formeln widersteht der Körper dem Denken noch immer, noch immer denkt er sich "un-endlich". Ein Sprechen vom Körper, so Nancy, muss sich vom Leib-Seele-Antagonismus lösen, man muss das Gewicht des Körpers, seine Schwere denken, ohne sie zu sublimieren, sie zu spiritualisieren, und man muss die Seele denken als die Erfahrung des Körpers. "...streifen, drücken, stoßen, klammern, glätten, kratzen, reiben, liebkosen, befühlen, tasten, kneten, massieren, umschlingen, umarmen, schlagen, zwicken, beißen, saugen, befeuchten, halten, loslassen, lecken, wichsen, anschauen, anhören, riechen, genießen, me iden, küssen, einlullen, schaukeln, austragen, wiegen..."
Jean-Luc Nancy, geboren 1940, ist Professor für Philosophie an der Université Marc Bloch in Straßburg. Er war als Gastprofessor auch in Berlin, Irvine, San Diego und Berkeley tätig.
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