buch.de - einfach vielseitiger fremdsprachiges Buch
kontakt | hilfe 
 
 
 
artikel suchen:   profisuche
 


Der Klatsch, die Frauen und das Sprechen bei der Arbeit.

    von
Der Klatsch, die Frauen und das Sprechen bei der Arbeit.



  • ISBN: 3-593-36633-9
  • Erschienen bei: Campus Verlag
  • Erscheinungstermin:11.2000
  • Einband: kartoniert 21 cm
  • Seiten: 473
  • Gewicht: 603 g



Jetzt bestellen

  • In den Warenkorb legen EUR 39,90
  • Versandkostenfrei
  • Versandfertig ab sofort
  • Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile sind enthalten. Innerhalb Deutschlands: Versandkosten EUR 3,-, kostenlose Lieferung ab EUR 20,-. Informationen Ausland.
Jetzt weiterempfehlen :
Artikel weiterempfehlen
Nutzen Sie Ihre Wunschliste:
auf die Wunschliste setzen
 



Ab einem Gesamtwarenwert von EUR 20,- sparen Sie EUR 3,- Versandkosten für Sendungen innerhalb Deutschlands.
Ab einem Warenwert von insgesamt EUR 20,- sparen Sie EUR 3,- Versandkosten für Sendungen innerhalb Deutschlands.
Weitere Infos...

Mehr von:



Beschreibung


... damit Sie mitreden können ...

Birgit Althans' Expedition in die Kulturgeschichte des Klatsches zeigt, dass Klatsch - ob in der Firma oder am Gartenzaun - genauso wie der Genuss, stets dem rationalen Zugriff entzogen bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Inhalt:
Einleitung

Wasch & Klatsch: Wortgeschichte und Gender-Konstruktion
Wortgeschichten: Klatsch-Verwandtschaften und Luthers "mit dem Maule waschen"
Die Geschichte des Waschens als Geschichte vom Klatsch, den Frauen und dem Sprechen bei der Arbeit
Orale Traditionen und das Verschwinden der Arbeit in den Augen der Beobachter
Was die Wäscherinnen wissen: Klatsch und soziale Kontrolle
Wäscherinnengewerbe: Die Erotik des Geschäfts mit der schmutzigen Wäsche
Schlußfolgerungen

Sprechen als Arbeit: Die Genese des männlichen Kaffee(haus)klatsches oder die Rationalisierung des Klatsches
Vom Klatsch der Waschweiber über das Kaffeehausgerede zu den modernen Institutionen der Informationsversorgung
Rationalisierungsprozesse: Religion, Geschäftserfolg und männliche Selbstkontrolle
Rationale Lebensführung und religiös motivierte Adaption oraler Kulturen: Wie die Ostfriesen zum Tee bekehrt wurden
Kaffeehäuser und Klatsch: Umschlagplatz für Literatur, Wissenschaft und Neuigkeiten
Ration alisierung des Klatsches: Seeversicherungen, Politik und die news-Kanzel bei Lloyds
Kaffeehausklatsch als Gefahr für "the credit of the tradesman"
Schlußfolgerungen

Credit-Diskurse: Public Credit and the Rise of the Novel als Verschränkung der männlichen Finanzwelt mit dem weiblichen Imaginären
Die Konstruktion des Public Credit: Das Problem der Materialität des Geldes und des Kredits
Defoes Lady Credit als Supplement des Geldes und als Mistress der Nation
Der Public Credit der Politiker und ihr Ärger mit dem Klatsch der weiblichen party-hacks
Moll Flanders, Roxana und Pamela - Ladies of Pleasure, Women of Business und die belohnte Tugend
Die Folgen: Die Frau, das wehrhaft tugendhafte Wesen
Schlußfolgerungen

Die Aufklärung und der Klatsch: Pädagogische und ökonomische Konstruktionen
Diderot: Lokalisierung des Klatsches als Sprechen des weiblichen Sex und Probleme mit dem weiblichen Genießen
Rousseau und die Ökonomien des Oralen
Die deutsche Rousseau-Rezeption, die Erziehung der T ochter und die weibliche Kritik am Kaffeekränzchen
Die Hysterikerinnen, die Psychoanalyse und der Klatsch
Schlussfolgerungen

Der Klatsch in der Organisationstheorie
Taylor und der Kampf des Scientific Management mit den oralen Traditionen der Arbeiter/innen
Die Hawthorne-Experimente, der Human-Relations-Diskurs und der Klatsch
Ein anderes Feld des Sprechens: Bataille und Lacan zu den amerikanischen Praktiken der Objektivierung und zum (weiblichen) Genießen
Schlussfolgerungen

Ausblick

Literatur und Quellen

Abkürzungen

Kurzbeschreibung

Nicht nur die nach Quoten strebenden Fernsehmacher und die Vertreiber derneuen Informationstechnologien begrüßen den Trend zur Geschwätzigkeit.Auch Manager aus anderen Sparten rechnen sich Vorteile für das informelleZirkulieren von potenziell verwertbaren Informationen aus. In einer Zeit,in der »Kommunikation« alles ist, scheint der Klatsch sogar bisweilen positivbewertet, als Informationsmedium instrumentalisiert und geschlechtlichneutralisiert zu werden. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass derKlatsch bis vor kurzem noch als Zeitverschwendung der Arbeitnehmer undbesonders der Arbeitnehmerinnen bekämpft wurde. Gerade der weibliche Klatschgalt als müßig und respektlos, »vernünftiger« Kommunikation nicht zugänglichund dem Irrationalen verhaftet - typisch weiblich eben. Die erstaunlicheKarriere dieses Phänomens war für Birgit Althans Grund genug, eine Kulturgeschichtedes Klatsches zu schreiben. Sie beginnt auf den Waschplätzen, auf denenFrauen mit klatschenden Schlägen schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeitwuschen und dabei lauthals über die sexuellen Ursprünge der Schmutzfleckender abwesenden Wäscheträger spekulierten. Der Klatschgenuss kompensiertedie langwierige und monotone Arbeit und brachte so eine orale Kultur vonFrauen hervor. Vom Waschplatz aus führt uns die Autorin in die englischenKaffeehäuser - den Orten des männlichen, vermeintlich »seriösen« Klatsches- in die französischen Salons und die deutschen Erziehungsanstalten des18. Jahrhunderts. Danach passieren wir die Couch Sigmund Freuds und landenschließlich bei der frühen amerikanischen Managementkultur des 20. Jahrhunderts.Doch ob Diderot, Rousseau, Freud oder die Väter des modernen ManagementsFrederick Taylor und Elton Mayo - sie alle scheiterten im Versuch, denKlatsch der Frauen in den Griff zu bekommen oder ihn als Informationsnetzwerkzu instrumentalisieren. Birgit Althans zeigt, warum sich der Klatsch nichtrationalisieren lässt. Sie definiert ihn als orale Tradition von Frauenund als weibliches Genießen, als genüssliches Sprechen über Abwesende,das sich als solches der rationalitätsfixierten Analyse und dem »vernünftigenSprechen« entzieht. Produktiv nutzbar ist der Klatsch allerdings sehr wohl,denn indem man lernt, ihn zu erkennen, lässt er sich auch rechtzeitig alsBasis von Gefahren - z.B. Mobbing - wahrnehmen. Birgit Althans, Dr. phil.,ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Pädagogikder Freien Universität Berlin.

Bitte beachten Sie:

dieser Artikel unterliegt der Preisbindung. Eine evt. kurzfristige Preiserhöhung und -senkung müssen wir deshalb an Sie weitergeben.