In diesen Texten eröffnet sich dem Leser eine poetische Welt, wie sie vielfältiger und reizvoller kaum sein könnte. Alltagsbeobachtungen eines passionierten Spaziergängers finden sich neben literarischen Vexierspielen, fiktive Briefe neben Essays; konfessionelle Gedichte wechseln ab mit ironischen Porträts, parabelhafte Szenen mit Liebesgeschichten. Verschiedentlich tritt dabei ein noch gänzlich unbekannter Walser zutage, beispielsweise in einem experimentellen Text über die Sprache oder in einer politischen Betrachtung, die die gesellschaftliche Rolle des Arbeiters thematisiert. Zahlreich sind auch die autobiographischen Bezüge, die neue Einblicke in das geheimnisvolle Leben Walsers gewähren.
Robert Walser (1878-1956) wurde nach einer Banklehre Verlagsangestellter und später Archivar. Die letzten siebenundzwanzig Jahre seines Lebens verbrachte er in Nervenheilanstalten. Erst nach seinem Tod wurde sein Rang als Romancier und Meister der kleinen und kleinsten Prosakunst ('Aus dem Bleistiftgebiet') erkannt.
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