Die Grundidee des Films, eine Geschichte in Bildern zu erzählen, ist genaugenommen fast so alt wie die Menschheit. Schon die prähistorischen Höhlenmalereien zeigen Zyklen von Einzeldarstellungen, die nicht auf einen Blick, sondern erst durch die sukzessive Aneinanderreihung einzelner Abschnitte erfaßt werden können. Dies legt den Schluß nahe, daß der Film als kinematographische Bilderzählung die moderne Erneuerung einer jahrtausendealten Tradition darstellt. Verwirklichen die Menschen des technodynamischen Zeitalters ihr grundlegendes Bedürfnis nach bildlicher Darstellung von Handlungen also im Kino? Ausgehend von dieser Überlegung unternimmt der vorliegende Band am Beispiel von F.W. Murnaus Meisterwerk Der letzte Mann (1924) eine kunsthistorische Annäherung an das Medium Film und versucht eine Antwort auf die Frage, inwieweit sich die kinematographische Bilderzählung in den traditionellen Formenkanon von visueller Narration einordnen läßt.
€ 29,90