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NSA

von James Bamford, Helmut Ettinger, Hans-Joachim Maass, Helmut Dierlamm, Susanne Bonn (Buch)

  • ISBN:3-442-15151-1
  • EAN:9783442151516
  • Veröffentlichungsdatum:Dezember 2002
  • Gewicht in g:625
  • Reihe:Goldmanns Taschenbücher
  • Seiten:896

Kurzbeschreibung:

Top-Journalist James Bamford bringt Licht in das Dunkel dieser Big-Brother-Organisation, von ihrer Gründung, internen Strukturen, dem Informationswettlauf vom Kalten Krieg bis heute. Ein Glanzstück investigativen Journalismus' - ein nie da gewesener Einblick in eine Welt, die für demokratische Kontrolle nur ein kaltes Lächeln übrig hat.







Leseprobe:

Erstes Kapitel
Gedächtnis


Sein Schritt hatte etwas ungewöhnlich Dringliches. Er ging nicht schnell, aber angespannt, wie ein Kind, dem man eingeschärft hat, auf dem Weg in sein Versteck nicht zu rennen. Es war ein früher Morgen im Juni 1930, und die warme, ruhige Luft war mit Feuchtigkeit gesättigt, weshalb andere nur langsam, wie auf einem Trauermarsch, durch den langen Korridor schlurften. Der große, weitläufige Kasten des Munitions Building1 in der Nähe des Washington Monument war steingewordene Eintönigkeit. Endlose Korridore verbanden endlose Korridore. Die Wände waren von einem Grün, das verdorbenes Obst und verschimmelter Käse gemeinsam haben. Wälder von eichenen Schreibtischen wurden von einer Reihe hoher Betonsäulen in zwei Hälften geteilt. Jeder Tisch hatte eine Nummer, die einen besonderen Arbeitsplatz bezeichnete.
Der 38-jährige, in Russland geborene William Frederick Friedman hatte sich den größten Teil seines Erwachsenenlebens mit Theorie und Praxis der komplizierten Kunst des Codeknackens befasst. Im Jahr zuvor war er zum Chef und einzigen Mitarbeiter einer neuen Geheimorganisation der US-Armee ernannt worden, die für die Analyse und Entschlüsselung ausländischer Codes und Chiffren zuständig war. Nun endlich hatte sein Signal Intelligence Service drei Mitarbeiter bekommen. Sie hatten Schweißperlen auf der Stirn und versuchten mit ihm Schritt zu halten, als er plötzlich nach links abbog und einen fast verlassenen Gebäudetrakt betrat. Wo er wohl hingeht, fragten sich Friedmans Begleiter.
Auf halber Strecke des Korridors wandte sich Friedman nach rechts und betrat Zimmer 3416, ein kleines Büro mit einem massiven schwarzen Tresorraum, wie man ihn auch in großen Banken findet.2 Er fischte eine kleine Karte aus der Innentasche seines Mantels. Dann stellte er sich so vor das dicke runde Ziffernrad, dass seine Begleiter es nicht sehen konnten, und drehte es hin und her. Sekunden später zog er den silbernen Riegel zurück und öffnete langsam die schwere Tür, hinter der jedoch nur eine weitere Stahlwand zum Vorschein kam. Diesmal holte er einen Schlüssel aus der Hosentasche und drehte ihn in einem Schloss. Die zweite Stahltür schwang auf und enthüllte das Innere des Tresorraums, schwarz wie bei einer Mondfinsternis um Mitternacht.
Friedman verschwand in der Dunkelheit und riss ein Streichholz an. Im milden Licht der Flamme wirkten seine harten Gesichtszüge weicher: die knochigen Wangen, die geschürzten, bleistiftdünnen Lippen, der schmale, wie mit dem Lineal gezogene Schnurrbart, und die dünnen, straff nach hinten gekämmten Haarsträhnen. Seine neuen Untergebenen waren vor dem Tresorraum stehen geblieben. Nun war es an der Zeit, den jungen Leuten das Geheimnis zu enthüllen. Friedman zog an der Schnur, die von einer nackten Birne an der Decke herabhing, schaltete einen Ventilator an, um die heiße, abgestandene Luft in Bewegung zu bringen, und bat die drei Männer herein. »Willkommen im Geheimarchiv des American Black Chamber3, meine Herren«, sagte er feierlich.
Noch wenige Wochen zuvor hatte keiner der neuen Mitarbeiter auch nur eine leiseste Ahnung davon gehabt, was Codeknacken überhaupt war. Frank B. Rowlett stand in voller Pracht neben einem Aktenschrank. Er trug ein blaues Jackett aus Serge, weiße Nadelstreifenhosen und makellose weiße Wildlederschuhe. Der bullige, rundgesichtige Mann mit der randlosen Brille war stolz auf seine neue Kleidung und freute sich, dass er sie an diesem Tag angezogen hatte.4 Er hatte als Highschool-Lehrer im ländlichen Südvirginia gearbeitet und ein Jahr zuvor am Emory and Henry College, einer kleinen Hochschule in Virginia, seinen Abschluss in Mathematik gemacht.
Die beiden Männer neben Rowlett - der kleine bebrillte Abraham Sinkov und der große stämmige Solomon Kullback aus Brooklyn - hätten gegensätzlicher kaum sein können.5 Beide waren Highschool-Lehrer aus New York und graduierte Absolventen der University of Columbia.
Wie ein Zauberer, der seine Lehrlinge in den mystischen Pfad zum ewigen Leben einweiht, begann Friedman seine neuen Mitarbeiter in die geheimnisvolle Geschichte der amerikanischen Kryptologie einzuführen. Mit gedämpfter Stimme erzählte er vom Black Chamber, der ersten zivilen Codeknacker-Organisation der Vereinigten Staaten. Das »Schwarze Zimmer« hatte fast ein Jahrzehnt lang unter äußerster Geheimhaltung in einem New Yorker Sandsteingebäude gearbeitet und in dieser Zeit mehr als 10000 Meldungen aus fast zwei Dutzend Staaten dechiffriert, auch solche, die mit dem schwierigen diplomatischen Code der Japaner verschlüsselt waren.6 Es hatte eine zentrale Rolle bei der Entzifferung der Meldungen gespielt, die zwischen den Teilnehmern der Abrüstungsgespräche nach dem Ersten Weltkrieg hin und her gingen, und damit der amerikanischen Delegation Informationsvorteile verschafft. Friedman berichtete auch von Herbert Osborne Yardley, dem Chef des Black Chamber, einem trinkfesten Fan des Pokerns, der im Weltkrieg die kryptoanalytischen Aktivitäten der US-Armee geleitet hatte.
Dann erzählte er die Geschichte vom Ende dieser Organisation, die sich acht Monate zuvor ereignet hatte: Der neu ernannte Außenminister Henry Stimson hatte erfahren, dass das Black Chamber nicht nur feindliche, sondern auch befreundete Staaten belauschte, und wütend dessen sofortige Eliminierung angeordnet. Friedman schilderte, wie die Regierung Yardley und seine Mitarbeiter entlassen und sich naiv aus dem Geschäft der Codeknackerei verabschiedet hatte.7 Dieses Verhalten konnte schlimme Folgen haben. In einem künftigen Krieg würden die USA wieder ganz von vorn anfangen müssen. Die Erfolge bei der Entschlüsselung der japanischen Codes würden umsonst gewesen sein. Andere Länder würden einen großen Vorsprung gewinnen, solange die Vereinigten Staaten aus diplomatischer Rücksicht untätig blieben.
In dem Tresorraum mit den geretteten Unterlagen des alten Black Chamber erklärte Friedman seinen soeben erst dem College entwachsenen Assistenten, dass sie nun das neue Black Chamber seien. Die US-Armee habe einer diskreten Wiederbelebung der Organisation zugestimmt.8 Der neue Dienst mit dem Namen Signal Intelligence Service werde sich im Dschungel der Militärbürokratie verbergen. Das Außenministerium, warnte Friedman eindringlich, dürfe nie etwas von der Existenz des neuen Dienstes erfahren.9
Ende Juni 1930 passte der gesamte geheime kryptologische Apparat der Vereinigten Staaten - Personal, Ausrüstung und Akten - bequem in einen 25 Quadratmeter großen Tresorraum.10


Auf der nach Süden weisenden Spur der Autobahn zwischen Baltimore und Washington, unweit vom verschlafenen kleinen Weiler Annapolis Junction in Maryland, zweigt eine Spezialausfahrt für besondere Fahrzeuge ab, die dem Blick des Autofahrers sofort wieder entschwindet. Sie ist gut durch hohe Erdwälle und dicke Bäume getarnt und führt zu einem mit Bewegungsmeldern gespickten Labyrinth von Stacheldrahtzäunen, dicht beieinander liegenden massiven Steinblöcken, hydraulischen Lastwagensperren und dicken Betonbarrieren. Im Falle eines Alarms erscheinen sofort Kommandos in schwarzen paramilitärischen Uniformen mit besonderen Helmen und verschiedenen Waffen, darunter auch Neun-Millimeter-Maschinenpistolen der Firma Colt. Die Kommandomitglieder werden als »Men in Black« bezeichnet. Telefotokameras überwachen das Gelände; an seinen Grenzen patrouilliert bewaffnete Polizei, und hellgelbe Schilder verbieten unter Berufung auf den Internal Security Act das Fotografieren und sogar die Anfertigung einfacher Skizzen. Auf dem Gelände selbst liegt eine seltsame, unsichtbare Stadt, die ganz anders ist als alle anderen Städte dieser Welt. In ihr verbirgt sich vermutlich die größte Ansammlung von Staatsgeheimnissen, die je zusammengetragen wurde.
71 Jahre nachdem Friedman und seine drei neuen Mitarbeiter sich zum ersten Mal in ihrem damals noch geräumigen Tresorraum versammelt hatten, ist die direkte Nachfolgeorganisation des Black Chamber nun zu einer ganzen Stadt angewachsen. Hinter dem stahl- und betonbewehrten Niemandsland liegt ein dunkler, geheimnisvoller Ort, der in der Außenwelt fast völlig unbekannt ist. Er besteht aus über 60 Gebäuden mit Büros, Lagerhallen, Fabriken, Labors und Wohnungen. Hier arbeiten Zehntausende unter absoluter Geheimhaltung. Die meisten leben und sterben, ohne selbst ihre Ehegatten je über das genaue Wesen ihrer Tätigkeit zu informieren. Zu Beginn des Jahres 2001 war aus dem Black Chamber ein schwarzes Reich geworden, die Heimat der National Security Agency (NSA), der größten, geheimsten und fortschrittlichsten Spionageorganisation der Erde.
Diesem »Crypto City« mutet eine Atmosphäre des Seltsamen und Mysteriösen an. Sogar Geistliche haben dort Zugang zu Material mit einer höheren Geheimhaltungsstufe als »top secret«, und ihre Gottesdienste finden in abhörsicheren Räumen statt. »Die Weihnachtsfeier der NSA war ein großes Geheimnis«, erinnert sich ein früherer stellvertretender Direktor der Organisation. »Sie wurde im Cole Field House durchgeführt, aber unter einem anderen Namen.«11 Beamte der Organisation tragen Titel wie Chief of Anonymity; und sogar das lokale Mitteilungsblatt mit den Ergebnissen der Softballspiele und dem Terminplan des Keramiker-Klubs enthält die Aufforderung, es »sofort nach dem Lesen zu vernichten«. In Crypto City befindet sich die weltweit größte Ansammlung extrem leistungsstarker Computer sowie hervorragender Mathematiker und Sprachexperten. Innerhalb des Zaunes wird die Zeit in Femtosekunden gemessen - Millionstel-Milliardstelsekunden -, und Wissenschaftler sind im Geheimen mit der Entwicklung von Computern beschäftigt, die über eine Quadrillion (1000000000000000000000000) Operationen pro Sekunde auszuführen vermögen.
Die Nachbarn der Stadt können nur vermuten, was hinter der verbotenen Ausfahrt liegt. Beamte der County sagen, sie hätten keine Ahnung, wie viele Leute dort arbeiten, und niemand gebe ihnen genaue Auskunft darüber. Verkehrsplaner aus der Planungsabteilung der County hätten einmal ein Verkehrszählungskabel aus Gummi über eine Straße gelegt, die zu der geheimen Stadt führte, aber sofort seien bewaffnete Wächter herausgekommen und hätten es gekappt. »Lange Zeit haben wir niemandem gesagt, wer wir sind«, gab ein Vertreter des Geheimdienstes zu. »Wir wollten uns nicht in das Gemeindeleben integrieren, [sondern] betrachteten jeden als Feind, der nicht zu unserem Dienst gehörte.«12
In dem Bestreben, die Beziehungen zu ihren Nachbarn zu verbessern, veranstalteten Offizielle der Stadt für James Lightizer, den Verkehrsminister von Maryland, eine der seltenen Führungen durch Crypto City. Doch Lightizer war alles andere als begeistert. »Ich bekam verdammt noch mal überhaupt nichts zu sehen«, schimpfte er.
Laut Bekunden von Clifford Roop, dem Besitzer einer nahe gelegenen Tankstelle, sind die Leute, die in die Stadt fahren oder aus ihr kommen, sehr verschlossen. »Sie sagen, dass sie für das DoD [Department of Defense; Verteidigungsministerium] arbeiten. Ansonsten sprechen sie überhaupt nicht über ihre Arbeit.« Als einmal ein Reporter in der Tankstelle auftauchte und sich ein paar Notizen machte, waren sofort zwei Streifenwagen aus der geheimen Stadt zur Stelle, und er musste sich ausweisen. Diese Reaktion war keineswegs ungewöhnlich. Auch ein Fotograf, der einen Hügel in der Nähe von Crypto City erstieg, um im Auftrag eines Erschließungsunternehmens ein paar Aufnahmen von einer künftigen Baustelle zu machen, war schnell von Sicherheitsfahrzeugen der NSA umstellt. »Sie ließen ihn einsteigen, nahmen ihn mit und fragten, was er da tue«13, sagte Robert R. Strott, Vizepräsident bei Constellation Real Estate, einer Firma, die an dem Bauprojekt beteiligt war. Bei dem Verhör bestritt der Fotograf, Crypto City fotografiert zu haben, und behauptete, er habe noch nie von der Existenz der NSA gehört. Aus Angst, dass die Mieter des geplanten elfstöckigen Bürohochhauses nach Crypto City hineinschauen könnten, mietete die NSA das gesamte Gebäude, noch bevor es fertig war.14
Um die Neugier zu dämpfen und mit seinen Nachbarn Frieden zu halten, organisierte der Direktor der NSA, der Drei-Sterne-Admiral William O. Studeman, einmal in aller Stille eine Informationsveranstaltung für eine kleine Gruppe von Gemeindevertretern aus der Gegend. »Ich tue dies mit einigem Unbehagen«, sagte er, »denn es gehört zur Ethik der Organisation, die im Volksmund manchmal die supergeheime NSA genannt wird, so wenig wie möglich Aufmerksamkeit zu erregen.«15 Trotzdem vermittelte er seinen Zuhörern einen gewissen Eindruck von der ungeheuren Größe der NSA. »Wir sind der größte und technisch fortgeschrittenste aller US-amerikanischen Geheimdienste. Und wir sind auch nach Zahl der Mitarbeiter und nach dem Etat der größte… Wir haben nicht nur hier bei der NSA in Maryland zahlreiche Beschäftigte, sondern eine noch größere Anzahl arbeitet draußen für uns in dem überwiegend militärischen Bereich, für den wir zuständig sind… Es sind Zehntausende, und der Etat unseres Systems beträgt jährlich Milliarden Dollar - Milliarden.«
Vor einem Jahrzehnt war eine Halle im dritten Stock von Operations Building 1 im Zentrum der wuchernden Stadt so voll, dass es nur noch Stehplätze gab. Auf dem Podium stand Frank Rowlett, zu dessen Ehren ein jährlich zu verleihender Preis gestiftet wurde. Als er seinen Blick über das Publikum in der Halle schweifen ließ, die nach seinem früheren Chef Friedman-Auditorium hieß, dachte er zweifellos an jenen heißen, stickigen Nachmittag im Juni 1930 zurück, als er in weißen Wildlederschuhen und blauem Sergejackett jenen dunklen Tresorraum betreten und zum ersten Mal von den Geheimnissen des Black Chamber gehört hatte. Wie groß dieser Tresorraum geworden ist, muss er gedacht haben.
Den größten Teil der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte dieses üppige Wachstum ein einziges Ziel: das raffinierte Verschlüsselungssystem der Sowjetunion zu brechen und ihre geheimsten Meldungen abzuhören. Aber lange bevor die Codeknacker sterile Labors mit Supercomputern, saubere Büros und schalltote Räume bezogen, führte sie ihre Jagd nach der Lösung dieses letzten großen Geheimnisses in der Frühzeit des Kalten Krieges an finstere Seeufer und durch tiefen Morast.


Zweites Kapitel
Schweiß


Der nasse, fruchtbare Lehm saugte sich an den Stiefeln des Unteroffiziers fest und drang wie flüssige Schokolade durch die fest gebundenen Schnürsenkel. Die Frühlingsnacht war dunkel und kühl. Der Soldat watete rückwärts durch den Schlamm und versuchte mit seinem Ende einer schweren Kiste das Gleichgewicht zu halten. Weitere Männer folgten. Auch sie schleppten feste Holzkisten, die den süßen Geruch frischen Fichtenholzes verströmten. Außer Grillenzirpen und einem gelegentlichen Ächzen war nur das Aufklatschen zu hören, wenn die schweren Behälter von Booten aus in den tiefsten Teil des Sees geworfen wurden. Deutschland würde seine Geheimnisse behalten.
Es war die letzte Aprilnacht des Jahres 1945. Einige hundert Kilometer entfernt sagten Adolf Hitler und seine ihm frisch angetraute Ehefrau einander, dem Reich und der Morgendämmerung Lebewohl. Die schwelenden Trümmer des Nationalsozialismus waren im Begriff zu verlöschen, nur um durch die lodernden Flammen des Sowjetkommunismus ersetzt zu werden.
Nur fünf Tage nachdem Hitler in seiner Hochzeitsnacht Selbstmord begangen hatte, überbrachte General William O. Donovan, der Chef des Office of Strategic Services (OSS), Präsident Harry Truman einen Geheimbericht über die Gefahren dieses neuen Konflikts. Nach der erfolgreichen Beendigung des Zweiten Weltkriegs, warnte Donovan, »werden die Vereinigten Staaten mit einer Lage konfrontiert, die potenziell gefährlicher ist als jede andere zuvor«. Russland, prophezeite er, »wird für die USA zu einer Bedrohung, die schlimmer ist, als alles bisher Bekannte.«1
Seit fast einem Jahr wurde die erste Schlacht des neuen Kalten Krieges sowohl in Washington als auch in London geplant. Anders als der letzte sollte dieser neue Konflikt im Verborgenen ausgefochten werden. Das Ziel würde die Erbeutung von Funksprüchen statt von Städten sein; nicht Gewehrkugeln und rohe Gewalt, sondern komplexe mathematische Algorithmen und blinkende Computer würden über den Sieg entscheiden. Die Arbeit würde Signals Intelligence oder für Eingeweihte »Sigint« heißen, eine höfliche Umschreibung »des Lesens fremder Post«. Sigint umfasste sowohl die Fernmeldeaufklärung (Comint), das Abhören sprachlicher Nachrichten, als auch die elektronische Aufklärung (Elint), die elektronische Signale wie etwa Radarstrahlen registriert und analysiert.

Autorenportrait:

Der Journalist James Bamford gilt weltweit als der Experte in Fragen der Geheimdienstszene, speziell der NSA. Er schreibt u.a. für renommierte Zeitschriften wie „New York Times“, „Washington Post“ und „Los Angeles Times“. Bereits das 1982 veröffentlichte

14,90* EUR