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Muslimische Kinder im Kindergarten

von Barbara Huber-Rudolf (Buch)

  • ISBN:3-466-36587-2
  • EAN:9783466365876
  • Veröffentlichungsdatum:Februar 2002
  • Gewicht in g:354
  • Seiten:112

Beschreibung:

Ausgehend von der alltäglichen Situation in vielen Kindergärten fördert diese Praxishilfe Begegnungen von Muslimen und Christen, enthält Vorschläge zu deren Gestaltung. Sie leistet Fortbildung und bietet knapp gefasste Informationen zu Islam und Christentum. Ohne Reibungsflächen auszusparen werden religiöse Haltungen, Gesten und Andachtsgegenstände verglichen. In klar strukturierten Einheiten werden ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen eingeladen, notwendige Kenntnisse zum Dialog zu erwerben. Zusätzlich werden in der Praxis erprobte Anregungen (mit Arbeitsblättern) für Begegnungsarbeit in Kita-Gruppen, für die Arbeit mit Eltern und in der Pfarrgemeinde gegeben.

Autorenportrait:

geb. 1957, ist Geschäftsführerin von Cibedo (Christlich-Islamische Begegnung - Dokumentationsstelle), einer Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz mit Sitz in Frankfurt. Referentin und Dozentin. Mitglied islamisch-christlicher Arbeitsgruppen auf Bunde

Kurzbeschreibung:

"Das Buch ist aus einem Projekt hervorgegangen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Dialogbereitschaft in der Begegnung von Christen und Muslimen auf der Ebene der Gemeinden zu fördern. Dabei setzt es beim Kindergarten als Keimzelle der Gemeinde an.


In einem ersten, theoretischen Teil informiert die Autorin über den interreligiösen Dialog mit Muslimen. Dieser Teil ist für normal ausgebildete Erzieherinnen sicher etwas schwer zu verstehen.


Der zweite Teil beschreibt das Mainzer Projekt mit seiner Konzeption, der Umsetzung und einem kritischen Rückblick, der sehr ehrlich geführt wird. Das Projekt umfasst einen Kurs für katholische Erzieherinnen zur Begegnung mit Muslimen, der sich über fünf Nachmittage erstreckte. 28 Einrichtungen waren beteiligt. Ziel der Fortbildung war in erster Linie, die Persönlichkeit der Erzieherin als Christin zu stärken, da nur Gläubige mit Kompetenz in der eigenen Religion in den Dialog eintreten können. So sollten die Erzieherinnen auch die richtig stellende Vermittlung christlicher Inhalte gegenüber Muslimen einüben.


Der dritte und längste Teil enthält Anregungen für die Praxis. Hier sind fünf Fortbildungsthemen für Erzieherinnen aufgearbeitet, die wesentliche Kenntnisse zum Islam umfassen: 1. Einstellungen zum interreligiösen Dialog 2. Mohammed und der Koran 3. Feste 4. äußerliche Zeichen, Rituale und kulturbedingte Verhaltensweisen 5. "Was hat’s gebracht?" Zum Schluss findet sich ein kurzer Überblick über die Organisation der Muslime in Deutschland sowie ein Knigge für den Umgang mit Muslimen. Dabei werden auch ganz konkrete Anregungen gegeben, z. B. muslimischen Familien zum Fest des Fastenbrechens - gläubige Muslime sprechen weniger vom Zuckerfest - in Anlehnung an die Grußworte des Bundespräsidenten und Kirchenvertretern eine Mandala-Karte zu überreichen, die das Bilderverbot im Islam respektiert. Die praktischen Vorschläge wie die Besichtigung einer islamischen Stadt in einer Phantasiereise sind für die Fortbildung von Erzieherinnen konzipiert. Es wird jedoch angedeutet, in welcher Form diese mit Kindern umgesetzt werden können.


An das Projekt ist die Frage zu stellen, ob ein intensiv geführter Vergleich der beiden Religionen Kinder und Eltern und nicht zuletzt die Erzieherinnen als religionspädagogische Fachkräfte überfordert. Ist es denn so, dass muslimische Kindergartenkinder bei religiösen Themen von sich aus nachfragen, vergleichen und hinterfragen? Und sind sie sprachlich dazu überhaupt in der Lage? Außerdem heißt es rückblickend im Buch, dass es schwierig war, die Erzieherinnen mit derselben abfragbaren Sicherheit im eigenen Glaubenswissen auszustatten, wie sie sie für den Islam erhalten haben.


Die Offenheit im kritischen Rückblick hilft Kindergärten, die Ähnliches ausprobieren wollen, sich realistische Ziele zu setzen. Denn sie werden auf wichtige Punkte hingewiesen, die sie dabei bedenken müssen. Andererseits kann die Vielfalt der Aspekte, wie sie das Buch darstellt, Kindergärten abschrecken. Konzentration auf das Wesentliche kann hingegen ermutigen, Begegnung zu wagen.


Der Leser erwartet vielleicht fertige Modelle für Aktionen. Doch aus gutem Grund werden sie nicht geboten: Der christlich-islamische Dialog gestaltet sich so komplex, dass viele Dinge im Vorfeld geklärt werden müssen. Einen ersten Schritt hierzu hat das Projekt getan. Das Anliegen der Autorin und der Ansatz beim Kindergarten sind es in jedem Fall wert, weiter verfolgt zu werden. Die Schwierigkeiten auf dem Weg zum Dialog bringt das Buch selbst in der Geschichte von der Schildkröte Tranquilla Trampeltreu zum Ausdruck, die ihr Ziel mit Geduld und Beharrlichkeit verfolgt, trotz aller Hindernisse nicht aufgibt und ihr Ziel letztendlich erreicht."

12,95* EUR