Äußerer Rahmen dieser >>Lebensnotizen<< ist eine Zugfahrt im Schlafwagen.
Davon ausgelöst bzw. darin aufgehoben sind Empfindungen, Erinnerungen,
Selbstbefragungen des Bewusstseins und des traumähnlichen Halbbewusstseins
der Ich-Figur. Diese Selbstbeobachtung geschieht aus dem Geist einer Veränderung,
einer Irritation, ausgelöst durch das eigene Älterwerden. Schonungslos
werden die Anzeichen des Alterns beschrieben, die körperlichen wie die
geistigen. Zu beinahe jeder Beobachtung existiert aber ein Gegenteil: Dem
Hang nach Abgrenzung und Einsiedelei steht z. B. ein übergroßes Anpassungsbedürfnis
gegenüber. Außerdem wird auf vergangene Zeiten verwiesen; das Ich erkennt
Kontinuitäten. Hauptlebensthemen der Erzählerin sind Natur, Liebe und Kunst,
diesen ist sie >>verfallen<<. Zwei Liebesbeziehungen sind in dem Text zentral:
die zu Julian, dem aktuellen Lebenspartner, und die zu Lerch, einer wohl
vergangenen Liebe. Kunst ist v. a. das eigene Schreiben, die Quelle von
Euphorie, von Trost, ein unabdingbares Lebensprinzip. Schreiben und Leben,
Ich und Welt, stehen als Pole in einem ständigen Spannungsverhältnis.
Die Reise durch die Nacht ist die ebenso zauberische wie erbarmungslose Geschichte der Reise in eine vergehende Zeit.
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