Leseprobe:
Sie wurde im Dunkeln wach. Durch die Spalten in den Fensterläden glitt trübes Dämmerlicht und warf schattige Streifen auf das Bett. Es war, als erwache sie in einer Zelle.
Einen Augenblick lang lag sie einfach da, erschaudernd, gefangen, während der Traum langsam verblasste. Nach zehn Jahren bei der Truppe wurde Eve immer noch gelegentlich von Träumen heimgesucht.
Sechs Stunden zuvor hatte sie einen Mann getötet, hatte gesehen, wie der Tod ihm in die Augen kroch. Es war nicht das erste Mal, dass sie den gezielten Todesschuss angewandt oder geträumt hatte. Sie hatte gelernt, diese Praxis und ihre Konsequenzen zu akzeptieren.
Es war das Kind, das sie verfolgte. Das Kind, das sie nicht hatte retten können. Das Kind, dessen Schreie sich in ihren Träumen mit ihren eigenen vermischten.
All das Blut, dachte Eve und wischte sich mit ihren Händen den Schweiß aus dem Gesicht. Dass ein so kleines Mädchen so viel Blut in seinem Körper hatte. Doch sie wusste, es war lebenswichtig, dass sie die Erinnerung verdrängte.
Der üblichen Vorgehensweise der Truppe entsprechend würde sie den Vormittag mit diversen Tests verbringen. Jeder Beamte, der durch Gebrauch seiner Waffe ein Leben beendete, benötigte vor Wiederaufnahme des Dienstes eine physische und psychische Unbedenklichkeitsbescheinigung. Eve empfand die Tests als ätzend.
Sie würde es ihnen zeigen, so wie sie es ihnen bereits zuvor gezeigt hatte.
Als sie schließlich aufstand, gingen automatisch gedämpft die Deckenlampen an und beleuchteten den Weg ins Bad. Als sie ihr Spiegelbild erblickte, zuckte sie zusammen. Ihre Augen waren vom Schlafmangel verquollen und ihre Haut beinahe so wächsern wie die der Leiche, die sie dem Pathologen überlassen hatte. Statt jedoch weiter darüber nachzudenken, trat sie gähnend unter die Dusche.
»Achtunddreißig Grad bei vollem Strahl«, sagte sie und stellte sich so, dass das Wasser ihr direkt ins Gesicht spritzte.
Eingehüllt in den heißen Nebel seifte sie sich müde ein, während sie die Ereignisse des Vorabends noch einmal in Gedanken durchging. Die Tests begannen erst um neun, sodass sie die nächsten drei Stunden nutzen würde, um zur Ruhe zu kommen und den Traum vollends verblassen zu lassen.
Auch die geringsten Zweifel und das kleinste Bedauern wurden oft genug entdeckt und konnten bedeuten, dass man eine zweite, intensivere Testrunde mit den Geräten und den eulenäugigen Technikern, die sie bedienten, über sich ergehen lassen musste.
Eve hatte jedoch nicht die Absicht, ihre Arbeit länger als einen Tag zu unterbrechen.
Sie hüllte sich in ihren Morgenmantel, ging hinüber in die Küche und programmierte ihren AutoChef auf schwarzen Kaffee und leicht gebräunten Toast. Durch das Fenster hörte sie das dumpfe Brummen der Flieger, die die frühen Pendler in die Büros und die späten heimbrachten. Sie hatte das Apartment vor Jahren gerade deshalb ausgesucht, weil es im Zentrum dichten Boden- und Luftverkehrs gelegen war und weil sie die Geräusche und das Gedränge mochte. Abermals gähnend blickte sie aus dem Fenster und verfolgte mit den Augen einen klappernden, alternden Airbus, mit dem Arbeiter, die nicht in der glücklichen Lage waren, entweder in der City oder aber an ihren Computern von zu Hause aus arbeiten zu können, durch die Gegend gekarrt wurden.
Sie lud die New York Times auf ihren Bildschirm und überflog die Schlagzeilen, während sie an ihrem Ersatzkaffee nippte. Wieder einmal hatte der AutoChef ihren Toast verbrennen lassen, und während sie lustlos daran knabberte, dachte sie flüchtig über die Anschaffung eines neuen Küchencomputers nach.
Als sie sich stirnrunzelnd in einen Artikel über den Massenrückruf von Cockerspaniel-Droiden vertiefen wollte, blinkte mit einem Mal ihr Tele-Link, sodass sie auf die Kommunikationsebene wechselte und sah, wie ihr Vorgesetzter auf dem Monitor erschien.
»Commander.«
»Lieutenant.« Obgleich er ihre noch nassen Haare und ihre müden Augen nicht übersehen konnte, nickte er, statt darauf einzugehen, brüsk mit seinem Kopf. »Vorkommnis in 27, West Broadway, achtzehnter Stock. Sie übernehmen die Leitung der Ermittlungen.«
Eve zog überrascht die Brauen hoch. »Ich muss zur Überprüfung. Gezielter Todesschuss um zweiundzwanzig fünfunddreißig.«
»Die Ermittlungen haben Vorrang vor den Tests«, erklärte er ihr reglos. »Holen Sie auf dem Weg zum Tatort Schild und Waffe bei uns ab. Code Five, Lieutenant.
»Zu Befehl, Sir.« Noch während sie sich auf ihrem Stuhl zurücklehnte, verschwand bereits sein Bild. Code Five bedeutete, dass sie ihrem Commander direkt Bericht erstatten, dass es keine unversiegelten Bericht für die anderen Abteilungen und keine Zusammenarbeit mit der Presse geben würde.
Kurz gesagt, sie war auf sich allein gestellt.
Am Broadway herrschten Höllenlärm und furchtbares Gedränge. Es war wie auf einer Riesenparty, deren rüpelhafte Gäste niemals wieder gingen. Sowohl auf den Straßen als auch in der Luft herrschte ein so reger Verkehr, dass man inmitten der dicht gedrängten Leiber und Transportmittel nur noch mit Mühe Luft bekam. Sie erinnerte sich daran, dass die Gegend bereits in ihren alten Tagen als uniformierte Polizistin als Hot Spot, als gefährlicher Fleck, sowohl für menschliche Wracks als auch für Touristen gegolten hatte, die zu sehr damit beschäftigt waren, mit großen Augen das allgemeine Treiben zu verfolgen, um auf den Verkehr zu achten.
Selbst um diese frühe Uhrzeit lockten die Gerüche der fest installierten und der fahrbaren Essensstände, an denen von Reisnudeln bis hin zu Sojabohnen alles angeboten wurde, die zahllosen Besucher dieses Viertels an. Eve musste einen großen Schlenker machen, um nicht mit einem eifrigen Verkäufer und seinem qualmenden Schwebegrill zusammenzustoßen, und nahm seinen zornig ausgestreckten Mittelfinger eher gelassen hin.
Schließlich parkte sie in zweiter Reihe, wich einem Mann aus, der schlimmer stank als das Gebräu in seiner Flasche, und trat auf den Bürgersteig. Zuerst sah sie sich das Gebäude an - fünfzig Geschosse glitzernden Metalls, die von ihrem Betonsockel wie ein Messer in den Himmel aufragten - und bekam, ehe sie sich schließlich durch die Tür schob, zwei unsittliche Anträge. Doch da der fünf Häuserblöcke umfassende Broadway im Volksmund liebevoll Nuttenlaufsteg genannt wurde, war sie darüber nicht weiter überrascht.
Sie zeigte dem uniformierten Polizisten am Eingang des Gebäudes ihre Dienstmarke »Lieutenant Dallas.«
»Zu Befehl, Sir.« Er strich über das offizielle Computersiegel, das das Gebäude gegen die Schaulustigen abschirmte und führte sie in Richtung der Fahrstühle. »Achtzehnter Stock«, erklärte er, als sich die Türen lautlos hinter ihnen schlossen.
»Setzen Sie mich ins Bild, Officer.« Eve stellte den Rekorder an und wartete.
»Ich war nicht als Erster am Tatort, Lieutenant. Was auch immer dort oben vorgefallen ist, ist bisher nicht bis hier unten durchgedrungen. Aber Sie werden schon erwartet. Ich weiß nur, dass es in der Wohnung Nummer 1803 einen Todesfall gegeben hat, der nach Code Five behandelt werden soll.«
»Wer hat die Sache gemeldet?«
»Das kann ich nicht sagen.«
Als sich die Türen öffneten, blieb er im Fahrstuhl zurück, sodass Eve alleine einen schmalen Korridor betrat. Sicherheitskameras blickten auf sie herab, und ihre Füße bewegten sich beinahe lautlos auf dem abgewetzten Teppich, als sie sich in Richtung des Apartments 1803 begab. Ohne erst zu läuten, hielt sie ihre Dienstmarke in Augenhöhe des Spions, bis jemand ihr aufmachte.
»Dallas.«
»Feeney.« Froh, ein vertrautes Gesicht zu sehen, verzog sie ihren Mund zu einem Lächeln. Ryan Feeney war ein alter Freund und ehemaliger Partner, der die Arbeit auf der Straße gegen einen Schreibtisch und einen Superposten in der Abteilung für elektronische Ermittlungen eingetauscht hatte. »Dann schicken Sie also heutzutage sofort die Computerheinis an die Tatorte.«
»Sie wollten hohe Tiere, und zwar möglichst die Besten.« Trotz der lächelnden Lippen in seinem breiten, zerknitterten Gesicht blieben seine Augen ernst. Er war ein kleiner, untersetzter Mann mit kleinen, kräftigen Händen und rostfarbenem Haar. »Du siehst geschafft aus.«
»Ich hatte eine ziemlich harte Nacht.«
»Das habe ich gehört.« Er bot ihr eine der gezuckerten Nüsse aus der Tüte an, die er für gewöhnlich mit sich herumtrug, und versuchte zu erkennen, ob sie bereit war für das, was sie in dem Schlafzimmer erwartete.
Mit ihren knapp dreißig Jahren war sie jung für einen Menschen ihres Ranges, doch ihre großen braunen Augen hatten nie Gelegenheit gehabt, kindlich-naiv zu blicken. Ihr rehbraunes Haar war kurz geschnitten, weniger schick als vielmehr praktisch, doch es passte zu ihrem dreieckigen Gesicht mit den rasiermesserscharfen Wangenknochen und dem von einem kleinen Grübchen verzierten, stolz gereckten Kinn.
Sie war groß, drahtig, versteckte unter ihrer Lederjacke, auch wenn sie beinahe mager wirkte, harte, feste Muskeln, besaß ein gut funktionierendes Gehirn und obendrein ein Herz.
»Die Sache ist ziemlich heikel, Dallas.«
»Das habe ich mir schon gedacht. Wer ist das Opfer?«
»Sharon DeBlass, Enkelin von Senator DeBlass.«
Keiner der beiden Namen sagte ihr etwas. »Politik ist nicht gerade meine Stärke, Feeney.«
»Der Gentleman aus Virginia, ultrarechts, altes Geld. Die Enkelin nahm vor ein paar Jahren eine scharfe Linkskurve, zog hierher nach New York und erwarb die Lizenz als Gesellschafterin.«
»Dann war sie also eine Nutte.« Dallas sah sich in der Wohnung um. Die Einrichtung war sehr modern - Glas und dünnes Chrom, an den Wänden signierte Hologramme, eine dunkelrote, in die Wand eingelassene Bar. Auf dem breiten Stimmungsmonitor hinter der Theke verschwammen verschiedene, kühl pastellfarbene Formen miteinander.
Adrett wie eine Jungfrau, dachte Eve, und kalt wie eine Hure. »Was angesichts ihrer Wohnungswahl nicht weiter überrascht.«
»Die Politik macht den Fall so delikat. Das Opfer war eine vierundzwanzig Jahre alte weiße Frau. Der Tod hat sie im Bett ereilt.«
Eve zog eine Braue in die Höhe. »Klingt beinahe poetisch, vor allem, nachdem sie ihr Leben anscheinend ebenfalls größtenteils dort verbracht hat. Wie ist sie gestorben?«
»Das ist das nächste Problem. Ich möchte, dass du dir die Sache selbst ansiehst.«
Als sie das Zimmer durchquerten, nahm jeder von ihnen eine schlanke Dose, besprühte sich die Hände, um Fett und Fingerabdrücke zu versiegeln, und vor der Tür des Schlafzimmers besprühte Eve auch noch die Sohlen ihrer Stiefel, damit keine Fasern, Haare oder Hautreste daran kleben bleiben würden.
Ihr Argwohn war geweckt. Normalerweise wären außer ihr zwei weitere Ermittler am Tatort, um Geräusche und Bilder aufzunehmen, und die Spurensuche würde mit der ihr eigenen Ungeduld längst darauf warten, alles genauestens untersuchen zu können.
Die Tatsache, dass man außer ihr nur noch Feeney auf den Fall angesetzt hatte, zeigte, welche Diskretion und Vorsicht geboten zu sein schienen.
»Es gibt Sicherheitskameras im Eingang, in den Fahrstühlen und in den Korridoren«, stellte sie jetzt fest.
»Ich habe die Disketten bereits sichergestellt.« Feeney öffnete die Tür und ließ ihr den Vortritt.
Es war kein hübscher Anblick. Eve vertrat die Ansicht, dass der Tod nur selten eine friedliche, religiöse Erfahrung für den Menschen war. Er war ein widerliches Ende, das Heilige und Sünder gleichermaßen traf. Dieser Tod jedoch war regelrecht schockierend, als hätte jemand ihn absichtlich derart inszeniert, um andere zu beleidigen.
Das riesige Bett war mit offenbar echtem Satin in der Farbe reifer Pfirsiche bezogen, und kleine, sanfte Strahler waren auf die nackte Frau gerichtet, die in einer kleinen Mulde auf dem schimmernden Laken lag.
Die Matratze machte geradezu obszön geschmeidige Wellenbewegungen im Rhythmus der aus den Lautsprechern im Kopfteil des Bettes ertönenden Musik.
Sie war immer noch eine Schönheit mit ihrem Kameengesicht, den langen, dichten, flammend roten Haaren, den smaragdgrünen Augen, die glasig unter die verspiegelte Decke des Schlafzimmers starrten, und den langen, milchig weißen, sanft schaukelnden Gliedern, bei deren Anblick man unwillkürlich an Schwanensee dachte.
Allerdings waren Arme und Beine der Toten nicht gerade künstlerisch drapiert, sondern dergestalt lüstern ausgestreckt, dass die Tote genau in der Mitte des Bettes ein X formte.
Sie hatte ein Loch in der Stirn, ein zweites in der Brust und ein drittes, das grässlich zwischen ihren offenen Schenkeln klaffte. Blut war auf das schimmernde Laken gespritzt, an ihr heruntergelaufen, hatte regelrechte Pfützen gebildet und überall widerliche Flecken hinterlassen.
Selbst die lackierten Wände waren dunkelrot bespritzt, als hätte irgendein bösartiges Kind dort ein tödliches Gemälde angebracht.
Sie musste schwer schlucken und sich zwingen, das Bild eines kleinen Kindes zu verdrängen.
»Ihr habt das Szenarium auf Band?«
»Ja.«
»Dann stell das verdammte Ding doch bitte endlich ab.« Als Feeney die Musik zum Verstummen und das schaukelnde Bett zum Stehen brachte, atmete sie aus. »Die Wunden«, murmelte sie und trat, um sie sich genauer anzusehen, näher an die tote Frau heran. »Zu sauber für ein Messer. Zu ausgefranst für einen Laser.« Plötzlich blitzte die Erkenntnis in ihr auf - alte Ausbildungsfilme, alte Videos hatten ihr diese alte Form der Grausamkeit gezeigt.
»Himmel, Feeney, die Löcher sehen aus wie Schussverletzungen.«
Feeney zog eine versiegelte Tüte aus der Tasche. »Wer auch immer das getan hat, hat ein Andenken zurückgelassen.« Er drückte Eve die Tüte in die Hand. »Für ein antikes Ding wie das hier kriegt man von einem legalen Sammler acht- bis zehntausend, und auf dem Schwarzmarkt problemlos mindestens das Doppelte.«
Fasziniert drehte Eve den versiegelten Revolver in der Hand. »Er ist schwer«, sagte sie beinahe zu sich selbst. »Klobig.«
»Kaliber achtunddreißig«, erklärte ihr Feeney. »Die erste derartige Waffe, die ich außerhalb eines Museums zu sehen bekommen habe. Das hier ist ein Smith & Wesson, Modell zehn, gebläuter Stahl.« Er bedachte den Revolver mit einem beinahe liebevollen Blick. »Ein echter Klassiker, bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts Standardwaffe der Polizei. Die Produktion wurde zweiundzwanzig, dreiundzwanzig herum eingestellt, als das Waffenverbot durchkam.«
»Du bist wirklich ein erstaunlich guter Historiker.« Was erklärte, weshalb man ihn ihr zugeteilt hatte. »Sieht neu aus.« Sie schnupperte an der Tüte und erhaschte den Geruch von Öl und von Verbranntem. »Irgendjemand hat das Ding hervorragend gepflegt. Stahl in Fleisch«, dachte sie laut, während sie Feeney die Tüte zurückgab. »Eine wirklich unschöne Art zu sterben und das erste Mal in meinen zehn Jahren bei der Truppe, dass ich so etwas zu sehen bekomme.«
»Für mich ist es das zweite Mal. Vor ungefähr fünfzehn Jahren geriet in der Lower East Side eine Party aus dem Ruder. Einer der Typen hat mit einer Zweiundzwanziger fünf Leute erschossen, bevor ihm endlich klar wurde, dass er kein Spielzeug in der Hand hatte. Eine wirklich widerliche Sache.«
»Hauptsache, er hatte sein Vergnügen«, murmelte Eve sarkastisch. »Am besten überprüfen wir zuerst die Sammler, um zu sehen, wie viele von ihnen ein solches Ding besitzen. Vielleicht hat ja auch einer von ihnen einen Einbruch oder Diebstahl gemeldet.«
»Vielleicht.«
»Allerdings halte ich es für wahrscheinlicher, dass das Ding auf dem Schwarzmarkt erworben worden ist.« Eve blickte zurück auf die Leiche. »Wenn sie bereits seit ein paar Jahren im Geschäft war, hat sie sicher Disketten, Kundenlisten, irgendwelche Bücher.« Sie runzelte die Stirn. »Da dies ein Code Five ist, werde ich die Laufarbeit selbst erledigen müssen. Ganz offensichtlich handelt es sich hier um keinen gewöhnlichen Sexualmord«, erklärte sie seufzend. »Wer auch immer das getan hat, hat alles sorgfältig inszeniert. Die antike Waffe, die beinahe wie mit dem Lineal gezogene Einschusslinie, das Licht, die Pose der Toten. Feeney, wer hat die Tote gemeldet?«
»Der Killer.« Er wartete, bis sie ihn wieder ansah. »Von hier aus. Hat direkt auf der Wache angerufen. Siehst du, wie die Kamera direkt auf ihr Gesicht gelenkt wurde? Das war es, was bei unseren Jungs ankam. Kein Ton, einzig Bilder.«
»Dann findet er also Gefallen an Effekthascherei.« Eve atmete hörbar aus. »Ein wirklich cleverer Bastard, arrogant und anmaßend. Zuvor hat er mit ihr geschlafen. Darauf verwette ich meine Dienstmarke. Und dann ist er aufgestanden und hat sie erledigt.« Sie hob ihren Arm, zielte und ließ ihn, während sie zählte, wieder sinken. »Eins, zwei, drei.«
»Das nenne ich ziemlich kaltblütig«, murmelte Feeney.