Kurzbeschreibung:
In einer Besprechung des Bandes >Wachsender Mond
Immer geht es Luise Rinser um die Opfer der Geschichte, Opfer begegnen ihr überall, Vertriebene, Flüchtlinge, Asylanten-Opfer einer zunehmenden Brutalisierung sind ja auch die Tiere, deren Seele und Heil die Aufmerksamkeit der Autorin gilt. Daneben und dazwischen Berichte der unermüdlich Reisenden, Anekdoten aus dem Alltag einer Schriftstellerin und Notate der kritischen Leserin Luise Rinser, für die Literatur bei aller Schärfe der intellektuellen Betrachtung vor allem durch ihre humane Dimension zählt. Faszinierend ist auch die immerwährende Lernbereitschaft von Luise Rinser, die Lernen als schmerzhaften Prozeß der Selbsterkenntnis begreift. Dies bestätigt sich an vielen Stellen des neuen Tagebuchs: nicht zuletzt aus den Verletzungen, die Luise Rinser bei der nachdenklichen Betrachtung unserer Welt erfährt, wird der Leser zum Mit-Leiden aufgerufen: er soll in seiner unreflektierten Sicherheit erschüttert werden. Er darf sich freilich auch trösten lassen, so wie die Blumen und der treue Hund Unio in Rocca di Papa ein bißchen Hoffnung geben.
Beschreibung:
Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1989 bis 1992. Sie bezeugen die Zivilcourage, Streitbarkeit und intellektuelle Neugier der Verfasserin. Politik spielt eine zentrale Rolle, daneben finden sich Reiseberichte, Anekdotisches aus dem Leben einer Schriftstellerin oder auch Gedanken einer begeisterten, stets kritischen Leserin.
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