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Das Narrenschiff. Reclam Universal-Bibliothek, Band 899

   von Sebastian Brant, H J Mähl, H A Junghans

buch.de-Verkaufsrang:
13355
ISBN-10:
3-15-000899-9
ISBN-13:
978-3-15-000899-7
Erschienen:
1998
Sofort lieferbar
Aus der Reihe:
«Reclam Universal-Bibliothek»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
Mit 112 Holzschn.
Seitenzahl:
536
Gewicht:
234 g
Erschienen bei:
Philipp Reclam Jun.
Herausgeber: H J Mähl Übersetzer: H A Junghans

Beschreibung

Sebastian Brant - um 1500 herum ein bekannter Autor deutscher Sprache - etablierte die Figur des Narren in der Literatur und löste damit eine regelrechte Welle der 'Narrenliteratur' aus.

Dieses anspruchsvolle Programm in der frühneuhochdeutschen Volkssprache zu verwirklichen, galt als besondere Leistung, die hier in der originalsprachigen Studienausgabe mit ausführlicher Kommentierung nachvollziehbar wird.

Kurzbeschreibung

Die ganze Menschheit besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Narren
- das ist die zentrale Botschaft des Narrenschiffs. Im Narren-Begriff treffen
das christliche Konzept der Sünde und das humanistische der Unvernunft
zusammen; entsprechend ambivalent ist der dem Narrentum didaktisch entgegengehaltene
Begriff der Weisheit. Die Narren als solche haben hier jedoch ihre sowohl
in der Volkskultur als auch im höfischen Leben deutliche Ambivalenz, nach
der sie auch Monopolisten der Weisheit sein konnten, nahezu vollständig
eingebüßt. Das Buch will ein Narrenspiegel sein, verkennt aber, dass ein
solches Instrument der Weisheit doch ein Werkzeug der Narren ist. Brants
Moralvorstellungen sind einerseits rückwärtsgewandt, andererseits vertritt
er eine Ethik stadtbürgerlichen Gemeinsinns. Jeder soll sich mit dem Ort
bescheiden, an den das Schicksal ihn gestellt hat - doch zugleich wird
die Wechselhaftigkeit des Schicksals im Bild des Fortunarads betont. Kaiser
Maximilian I. wird ausdrücklich unterstützt (>>Dem kommt ohn Zweifel in
die Hand/Die heilge Erd, das gelobte Land>Da
fing die Macht zu zerfallen an,/Wardst einem Kaiser untertan<<). Dies und
andere Widersprüche sind Zeichen einer epochenbedingten Doppeldeutigkeit,
die sich auch darin äußert, dass im Belegmaterial für jeden Narren-Typus
unbefangen Beispiele aus dem Alten Testament und aus klassischen lateinischen
Werken durcheinander gewürfelt sind.

Portrait

Sebastian Brant, 1457 Straßburg - 10. 5. 1521 ebd. Der aus einer Straßburger Ratsherren- und Gastwirtsfamilie stammende B. studierte in Basel klassische Sprachen und Jura (Lizentiat 1483/84); danach lehrte er hier Kirchen- und Zivilrecht sowie Poesie. Er promovierte 1489 zum Doktor beider Rechte, wurde Dekan der juristischen Fakultät (1492) und 1496 Professor für römisches und kanonisches Recht. 1500 kehrte B. nach Straßburg zurück; 1501 übernahm er das Amt des Syndikus, 1503 wurde er Stadtschreiber. Als Berater, Korrektor und Lektor war er wesentlich an der Baseler Buchproduktion zwischen 1480 und 1500 beteiligt (Editionen u. a.).



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