"Literatur eignet sich nicht zur Darstellung von Sachverhalten, wohl aber zur Manipulation des Lesers und mir selbst." (Thomas Raab)
Eine Zeitungsnotiz erschüttert Anfang der 90er Jahre die österreichische Öffentlichkeit: Die Ehefrau eines anerkannten Wiener Psychiaters springt, nachdem sie ihre beiden Kinder aus dem 4. Stock geworfen hat, selbst hinterher und überlebt. Der das Fassungsvermögen übersteigende Wahnsinn dieser "Tat" prägt über Wochen die öffentliche Diskussion. Mit dem erklärten Verzicht auf eine historische Recherche setzt Thomas Raab dieses Ereignis an den Ausgangspunkt seines Romans "Verhalten". Der Vorfall wird im ersten Teil des Romans sprachlich zum Verhaltensmodell gesteigert, der anonyme Charakter der Figuren macht sie zu Platzhaltern eines beobachtbaren Vorgangs menschlichen Verhaltens in einer beliebigen mitteleuropäischen Metropole. Deren gesellschaftliche Muster, kulturelle Prozesse und alltägliche Wirklichkeiten werden in einer kritisch distanzierten Sprache beschrieben und mit scharfsinnigem Humor beleuchtet. Der zweite Teil des Romans wechselt in die Perspektive der Mutter und beschreibt in dichter, rätselhaft schöner Sprache ihre Gedanken und Gefühle nach der Kindstötung bis hin zum eigenen Freitod. Mit dem großartigen Entwurf über eine gesellschaftliche Außenseiterin, die als psychiatrische Patientin die Welt als Kafkas Schloß erfährt und im gemeinsamen Freitod mit ihren Kindern den einzigen Ausweg sieht, legt Thomas Raab ein außergewöhnliches Debüt vor. Der Vorfall wird im ersten Teil des Romans sprachlich zum Verhaltensmodell gesteigert, der anonyme Charakter der Figuren macht sie zu Platzhaltern eines beobachtbaren Vorgangs menschlichen Verhaltens in einer beliebigen mitteleuropäischen Metropole. Deren gesellschaftliche Muster, kulturelle Prozesse und alltägliche Wirklichkeiten werden in einer kritisch distanzierten Sprache beschrieben und mit scharfsinnigem Humor beleuchtet. Der zweite Teil des Romans wechselt in die Perspektive der Mutter und beschreibt in dichter, rätselhaft schöner Sprache ihre Gedanken und Gefühle nach der Kindstötung bis hin zum eigenen Freitod. Mit dem großartigen Entwurf über eine gesellschaftliche Außenseiterin, die als psychiatrische Patientin die Welt als Kafkas Schloß erfährt und im gemeinsamen Freitod mit ihren Kindern den einzigen Ausweg sieht, legt Thomas Raab ein außergewöhnliches Debüt vor.
Thomas Raab wurde 1970 in Wien geboren. Schon während seines Studiums der Mathematik und der Sportwissenschaften war er als Sänger und Songwriter aktiv. Es folgten zahlreiche Tourneen und CD-Veröffentlichungen. Seit 1997 ist Thomas Raab freischaffender Autor, Komponist, und Interpret. Er wurde u. a. mit dem Nachwuchsförderpreis der Hanns-Seidl-Stiftung (2000) ausgezeichnet und gewann den Pop-Musik-Förderpreis "Projekt Pop" (2002).
€ 17,80