Die neun Monate von der Zeugung bis zum Auszug des Babys aus seiner komfortablen Wohnung in Mamas Bauch sind für alle neu und spannend. Als echte "Insiderin" beschreibt die kleine Peggy tagebuchartig ihre Erlebnisse und Gedanken im Mutterleib. Auf amüsante, einfühlsame Art vermitteln so die Autoren neue Erkenntnisse der vorgeburtlichen Psychologie und berichten "live", was dem Baby während der Schwangerschaft gut tut und was ihm gar nicht gefällt. Peggy liebt Musik, geht gern schwimmen und macht sich fit für ihre Geburt. Eine lustige, liebevolle Lektüre für werdende Eltern.
Die Insiderin: Ein Wort zuvor§Jahrhundertelang brachte man mich mit dem Auftauchen eines Vogels in Verbindung. Dieser ist hier zu Lande allerdings inzwischen ausgesprochen selten geworden. Im Gefolge dessen hat der allgemeine Sprachgebrauch von dieser Vogeltheorie weitestgehend Abschied genommen. So wird auch kaum noch Zucker aufs Fensterbrett gestreut, um Freund Adebar anzulocken - dies vor allem auch deshalb, weil inzwischen bekannt wurde, dass sich die Störche traditionell biologisch ernähren und von Fabrikzucker diskret Abstand halten.§Dazu gibt es einen Trend bei vielen Menschen, immer mehr eigene Lebensleistungen an Dienstleistungsbetriebe zu übertragen. Zuerst handelte es sich dabei nur um das Haareschneiden zum Beispiel oder auch um das Denken, das manche - arm im Geiste, reich im Beutel - von umgekehrt gepolten Zeitgenossen besorgen ließen. Nun aber hört man auch schon Schlagworte wie zum Beispiel "künstliche Befruchtung", anderwärts wurden Samenbanken eingerichtet und man fragt sich, wie es dort um Zins und Zinseszins, um Lombardsatz und Disagio bestellt ist. Und muss man, wenn man ein Kind langfristig borgt, bestimmte Sicherheiten bieten, eventuell sogar eine erste Hypothek?§Insofern ist das, was ich in meinem Tagebuch zusammengetragen habe - sind meine Erfahrungen in gewisser Weise antiquiert, ja bei Erscheinen des Buches vielleicht sogar schon überholt. Denn hier geht es noch um die gute alte Tradition, die unter dem Schlagwort stehen könnte: "Babys selber machen". Meinetwegen auch mit der Unterzeile, wenn's denn der Sache dienlich ist: "Preiswert, praktisch, schön". Indes, ob ich schön geworden bin, müssen Sie schon selber beurteilen, preiswert und praktisch war's bestimmt. Und noch eins: Mir haben diese ersten neun Monate ein irres Vergnügen bereitet. Und das wünsche ich Ihnen nun auch.§Peggy§Einsamkeit und Weite rings um mich her§Eine Situation, in der ich mich eines gewissen Zynismus mir selbst gegenüber nicht erwehren kann. Mutterseelenallein. Nicht der leiseste Hauch von Gespräch auch nur denkbar Das Tagebuch die letzte Zuflucht, um mich wenigstens anständig anmeckern zu können. Was hab ich mich auch so vorgedrängelt? War es nicht schön gewesen mit den vielen Schwestern? Über eine Viertelmillion sind sie da in den großen Kuppelsälen, wo vorne die große Schrift blinkt: "Ovarium". Genug Gesellschaft jedenfalls. Und Langeweile nie: Einsamkeit? Ich wusste nicht, was das ist! Vorwitz, der sich selbst bestraft.§Einige Stunden später: Bin zerknirscht, wie diese Zweifel einen überfallen und gleich einer Säure den Verstand zerfressen. Dabei ist mir der größte Wunsch des Lebens erfüllt worden. Ich bin dazu bestimmt worden zu reifen!§Jetzt schwimme ich hier im - was stand da für ein Schild am Eingang? Eileiter? Sicher: rings um mich her nur endlose Weite und gewiss ist mir auch ganz klamm zu Mute: Welches Geschick mich wohl erwartet? Wussten nicht die Älteren bei uns - einige waren ja schon über 30 Jahre alt - schreckliche Geschichten, die einem bei der Reifung zustoßen können? Zwar vom lustigen Leben, aber auch von tausend Gefahren, zahllosen Feinden, von frühem, jähem Tod?§Und was bedeutet wohl jener oft erzählte Roman vom Dornröschen: dass da wilde Gesellen warten, die einen bedrängen, auch wohl gar in einen eindringen wollen?§Ach was, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die Wärme hier in diesem Tunnel , der mir so riesig und endlos erscheint, ist angenehm. Und es gibt hier gute Plätze, wo ich mich niederlassen und entspannen kann.§Also jetzt bloß den Kopf nicht hängen lassen - jetzt, wo das Abenteuer wirklich angefangen hat.§Gibt es hier einen Vulkan?§Unbeschreiblich! Meine Erwartungen sind bei weitem übertroffen. Es ist hier so angenehm, dass ich ewig so leben könnte. Das Alleinsein? Habe mich längst daran gewöhnt. Ich treibe auf einem sanften Strom angenehmen Geruchs und wohltuenden Wogen. Eine schöne Sensation jagt hier die andere.§Irgendwie bin ich off
Horst Speichert ist Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter an der Universität in Stuttgart und arbeitet seit vielen Jahren spezialisiert im Bereich der Neuen Medien. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist das EDV-Recht und der Datenschutz, insbesondere auch als Referent und Seminarleiter im Internetrecht und der IT-Security.
Erhard Dietl, 1953 in Regensburg geboren, arbeitet heute als Zeichner und Autor. Seine Ausbildung erhielt er an der Akademie für das grafische Gewerbe und an der Akademie der bildenden Künste in München. Schon während seiner Ausbildung begann er für Zeitschriften zu zeichnen. Seit 1981 illustriert er Kinderbücher. Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. Erfolgreich ist er auch als Songwriter zu Gedichten von Erich Kästner und Joachim Ringelnatz.
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