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Andreas Hartknopf. Reclam Universal-Bibliothek, Band 18120

   von Martina Wagner-Egelhaaf, Karl Ph. Moritz

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-15-018120-8
ISBN-13:
978-3-15-018120-1
Erschienen:
07.2001
Ist nicht mehr lieferbar.
Aus der Reihe:
«Reclam Universal-Bibliothek»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
15 cm
Seitenzahl:
284
Gewicht:
130 g
Erschienen bei:
Philipp Reclam Jun.
Herausgeber: Martina Wagner-Egelhaaf Mitarbeiter: Martina Wagner-Egelhaaf

Rezension

Doch, ja, schon, das stimmt: unglaublich. Dieses sonderbarste aller sonderbaren Werke der klassischen Epoche - und nun können wir tatsächlich in den Laden gehen und sagen: Den Andreas Hartknopf bitte, von Karl Philipp Moritz ... und billich. (...) Jedenfalls ist, um es gleich vorweg zu sagen, alles daran rätselhaft. Zwielichtig. Ein zwielichtiges, sphinxhaftes Werklein, das Morgen und Abend seltsam ineinander fließen lässt. (...) Jean Paul zählte es zu seinen "Schoos-Büchern", konnte es auswendig. Die so genannten frühen Romantiker empfahlen es einander, die empfindsamen Männer, die selbst denkenden Frauen der Zeit. Es steckt ja auch alles drin: Pietismus und Mystik, Vernunftgewissheit, Freimaurerei, Ekstase und Weltschmerz. Ein Weihespiel ist es, eine Posse, ein Melodram, das mal in nächtlichem Gemurmel zu versickern scheint, dann wieder funkelt vom Morgentau blanker Ironie. Zauberflötentöne liegen darüber, wie so oft bei Moritz... Die Zeit

Kurzbeschreibung

Arno Schmidt, der die Moritz-Renaissance entscheidend beförderte, rief bereits 1958 (zum 200. Geburtstag des Dichters) nach einer billigen Handausgabe von Moritz¿ zweitem großen Roman "Andreas Hartknopf". Denn: "So reichlich wuchern die genialen Bücher wahrlich nicht, als dass man auch nur eines davon leichtfertig dürfte ausgehen lassen". Jetzt endlich ist es so weit! Und obendrein gibt es noch einen ausführlichen Kommentar, der die nötigen Verständnishilfen bietet.

Portrait

Karl Philipp Moritz, 15. 9. 1756 Hameln - 26. 6. 1793 Berlin. Armut und ein zu quietistischen bzw. pietistischen Zirkeln neigendes, religiös zerstrittenes Elternhaus prägten M.' Kindheit. 1763 zog die Familie nach Hannover. Der Vater, Militärmusiker, übernahm zunächst M.' Erziehung; dann gab er ihn zu einem quietistischen Hutmacher in Braunschweig in die Lehre. Nach einem Selbstmordversuch als Folge fortdauernder qualvoller Unterdrückung kehrte M. nach Hannover zurück und konnte, unterstützt durch Stipendien und Freitische, 1771-76 das Gymnasium besuchen. Nach vergeblichen Versuchen, Schauspieler zu werden, einem abgebrochenen Theologiestudium und kurzer Lehrtätigkeit in Potsdam erhielt er 1778 eine Stelle am angesehenen Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin (1784 Gymnasialprofessor). 1779 wurde er Freimaurer; es entwickelten sich Beziehungen zu Berliner Aufklärern (u. a. Moses Mendelssohn). 1782 unternahm er eine Englandreise, 1786 gab er den Schuldienst auf und reiste nach Italien (1786-88). Hier kam es zur engen Freundschaft mit Goethe. Nach einem Aufenthalt in Weimar im Winter 1788-89 begleitete er Herzog Karl August nach Berlin. Durch dessen Vermittlung wurde er 1789 zum Professor der Theorie der schönen Künste an der Akademie der Künste ernannt. Es folgten 1791 die Aufnahme in die Preußische Akademie der Wissenschaften und die Ernennung zum Hofrat, 1792-93 Heirat, Scheidung und Wiederverheiratung innerhalb von neun Monaten. Wenig später starb M. an einem chronischen Lungenleiden.



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