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So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945 - 1959

   von Victor Klemperer

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-351-02393-6
ISBN-13:
978-3-351-02393-5
Erschienen:
03.1999
Sofort lieferbar
Einband:
gebunden
Sonstiges:
1 Frontispiz, Anm., Reg.
Seitenzahl:
1824
Gewicht:
1962 g
Auflage:
3. Auflage
Erschienen bei:
Aufbau Verlag
Herausgeber: Walter Nowojski Mitarbeiter: Walter Nowojski Kommentar: Walter Nowojski Herausgeber: Christian Löser

Beschreibung

Die Tagebuchaufzeichnungen Viktor Klemperers aus den Jahren 1933-1945 waren von einer Eindringlichkeit, wie selten zeitgenössische Berichte über das Leben in Deutschland unter den Nazis. Die jetzt veröffentlichten Tagebücher dokumentieren den Zeitraum von 1945-1959. Sie zeigen einen verletzten, psychisch angeschlagenen Menschen, der aber bereit ist, einen radikalen Neubeginn zu wagen.

Kurzbeschreibung

Über die Geschichte Nachkriegsdeutschlands kann künftig nicht geredet werden, ohne Victor Klemperers Tagebücher heranzuziehen. Die NachkriegstagebücherdesVictor Klemperer Es schien die Wende zum Märchen zu sein, als Eva und Victor Klemperer aus den Ruinen Dresdens zu ihrem Haus in Dölzschen hinaufstiegen: mit diesem 10. Juni 1945 enden die Aufzeichnungen der Tagebücher 1933-1945. Nach den Jahren des Nazi-Terrors, ständiger Todesgefahr und Erniedrigung erhofft Klemperer einen radikalen Neubeginn: für sich und für Deutschland. Das ist das Maß, mit dem er von nun an alle privaten und öffentlichen Dinge bewertet. Er stürzt sich in die Arbeit, plädiert für die humanistische Bildung und einen neuen Geist an den Hochschulen, reist zu Vorträgen, stellt früheren Mitläufern entlastende Zeugnisse aus, weist andere unnachsichtig ab, mischt sich ein in die Neuordnung der Verhältnisse, erhält seinen Lehrstuhl an der TH Dresden zurück, dann einen Ruf an die Universität Greifswald, später nach Halle und Berlin. Er ist berühmt und geehrt. Über den Preis dieser Erfolge reflektiert er im Tagebuch, in dem er seinen inneren Zwiespalt festhält, sein Schwanken zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Opportunismus und Rebellion, seine zunehmenden Zweifel am Wert des eigenen Engagements. Die Skepsis, mit der er seinen Eintritt in die KPD vollzog, begleitet ihn ebenso weiter wie die Überzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen. Später nennt er es: "das kleinere Übel", denn die BRD unter Adenauer im Kalten Krieg ist für ihn keine ernsthafte Alternative. Wenn er die Inszenierungen der neuen Macht beobachtet, laufen wie in einem Simultanfilm Erinnerungen an die zwanziger und dreißiger Jahre in ihm ab. Parallelen fallen ihm auf, das Fortwirken alter Kräfte mit neuen Vorzeichen, die fatale Ähnlichkeit der Propaganda und der kultischen Verehrung Stalins. Indiz dafür ist bei Klemperer immer die Sprache. Er sammelt und notiert Beispiele einer LQI, einer mißbrauchten, verkommenen Sprache - des Vierten Reiches. Als im Juli 1951 Eva Klemperer stirbt, die Frau, die 45 Jahre lang immer an seiner Seite war, absolviert Klemperer seine Pflichten mit mechanischer Präzision, innerlich wie abgestorben. Die zweite Ehe bringt ihm neuen, unerwarteten Gewinn an Leben und Glück, ein Gegengewicht zur anwachsenden Enttäuschung über die Misere Deutschland.



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