Rezension:
"Diese ungewöhnlich liebevoll gestaltete Neu-Edition der 'Portugiesischen Tagebücher' ist eine gelungene Hommage an den Übersetzer, Homme des Lettres und wunderbaren Spötter Curt Meyer-Clason." (Neue Züricher Zeitung)
Kurzbeschreibung:
Curt Meyer-Clason führt während seiner Zeit als Leiter des Lissabonner Goethe-Instituts im bewegten vor- und nachrevolutionären Portugal der Jahre 1969 bis 1976 die kritischen Köpfe zweier Länder und Sprachen zusammen und findet dabei u.a. Heinrich Böll, Thomas Bernhard, Günter Grass, Walter Jens und Peter Weiss an seiner Seite.
Beschreibung:
Curt Meyer-Clason, von 1969 bis 1975 Leiter des Goethe-Instituts in Lissabon, führt in diesen sieben Jahren die schöpferischen Kräfte und die kritischen Köpfe zweier Länder und Sprachen zusammen. »Grenzüberschreitung, Austausch und Zwiesprache über politische und diplomatische Schranken und Einengungen hinweg« strebt er an, und findet dabei u.a. Heinrich Böll, Thomas Bernhard, Günter Grass, Walter Jens und Peter Weiss an seiner Seite. Mit »Brechtscher List« behauptet sich Meyer-Clason im bewegten vor- und nachrevolutionären Lissabon und gibt literarische Rechenschaft in seinen Tagebüchern, über die Walter Jens im Nachwort schreibt: »Die ‚Portugiesischen Tagebücher’ lesen sich wie Passagen aus einem Schelmenroman, in dem der Held, witzig, listig, sprachmächtig, ironisch und selbstbewusst, die großen Leute mit den ordensgeschmückten Brüsten, dem dazugehörigen Amtsbewusstsein und der Beherrschung des Protokolls in sein klitzekleines Messer laufen lässt.«
Ein eindrucksvolles Dokument der Zeit und Stimmung in Lissabon vor, während und nach der Nelkenrevolution.
Autorenportrait:
Curt Meyer-Clason, geboren 1910 in Ludwigsburg, arbeitete zunächst als Kaufmann in Deutschland, Argentinien und Brasilien. 1955 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als freier Verlagslektor Schriftsteller und Übersetzer (u.a. von Gabriel García Márquez, Pablo Neruda und Jorge Luis Borges). Von 1969 bis 1976 war Meyer-Clason Leiter des Goethe-Instituts in Lissabon.
Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a 1975 den Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 1978 den Übersetzerpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie und 1996 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Curt Meyer-Clason gilt als einer der wichtigsten Vermittler und Übersetzer lateinamerikanischer Literatur im deutschen Sprachraum. Er lebt heute in München.