Rezension:
"Die eine, allseits gültige 'richtige' Absetzmethode, die gibt es nicht, das wird bei der Lektüre dieses Buches auch gänzlich Psychiatrieunkundigen schnell deutlich. Psychiatriebetroffene aus Europa und Übersee sowie ÄrztInnen und TherapeutInnen berichten von ihrer Suche nach Unterstützung, ihren schwierigen Absetzversuchen (bzw. Begleitungen) ebenso wie von erstaunlich unproblematischen Wechseln hinüber in ein psychopharmakafreies Leben. Der Umgang mit den (häufig auftretenden) Absetzkrisen spiegelt natürlich auch den Umgang mit dem zu Grunde liegenden Leiden wider, das ja nicht mit dem Psychopharmakon wie Tau im Sonnenaufgang verschwindet, sondern nun erst recht Aufmerksamkeit verlangt. Wie die hier Schreibenden in ihrem sehr unterschiedlichenAlltag nach oft jahrelanger Psychopharmakaeinnahme neue Wege für ein selbstbestimmteres Leben finden, schildert dieser Sammelband sehr eindrücklich und individuell." (Iris Hölling, Berlin)
Kurzbeschreibung:
Das weltweit erste Buch zum Thema "Erfolgreiches Absetzen von Psychopharmaka". In dem Praxisbuch schreiben Betroffene aus dem In- und Ausland über ihre Erfahrungen beim Absetzen. Ergänzend berichten neun Psychiater, Ärzte, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Heilpraktiker und andere Professionelle, wie sie ihren Klientinnen und Klienten beim Absetzen helfen. Millionen Menschen nehmen Psychopharmaka (z.B. Imap, Haldol, Saroten, Tavor, Valium, Zyprexa). Für sie sind detaillierte Erfahrungsberichte, wie diese Substanzen abgesetzt wurden, ohne gleich wieder im Behandlungszimmer des Arztes oder in der Anstalt zu landen, von existentiellem Interesse. Alle leben jetzt frei oder zumindest relativ frei von Psychopharmaka. Das Buch richtet sich an die Behandelten, die aus eigenem Entschluss die verordneten Psychopharmaka absetzen wollen. Gleichfalls angesprochen sind ihre Angehörigen und Therapeuten. Vorworte von Pirkko Lahti (Präsidentin der World Federation for Mental Health) und Loren R. Mosher (Direktor der Soteria Associates, Kalifornien)
Inhaltsverzeichnis:
Aus dem Inhalt:
- Die Kapitel: Der schwere Entschluss
- Absetzen ohne Entzugsprobleme
- Stufenweises Absetzen
- Absetzen mit Problemen
- Gegengewichte
- Absetzen mit professioneller Hilfe
- Lieber manchmal Psychopharmaka als immer
- Professionell unterstützen
- Die Zeit danach
Autorenportrait:
Peter Lehmann ist Autor von "Der chemische Knebel – Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen" (1986; 6. Aufl. 2010), "Schöne neue Psychiatrie", Band 1: "Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken" und Band 2: "Wie Psychopharmaka den Körper verändern" (1996) sowie Herausgeber von "Statt Psychiatrie 2" (2007, gemeinsam mit Peter Stastny). 1989 Gründungsmitglied des Weglaufhauses Berlin, 1991 des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen, bis 2010 langjähriges Vorstandsmitglied. In Anerkennung seines "außerordentlichen wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Durchsetzung der Rechte Psychiatriebetroffener" verlieh die Psychologische Abteilung der Aristoteles-Universität Thessaloniki (Griechenland) 2010 die Ehrendoktorwürde an Peter Lehmann (Stand: Januar 2011). Mehr siehe www.peter-lehmann.de
Leseprobe:
"Sicher scheint mir die Tatsache, daß eine Vielzahl der Absetzversuche erfolgreicher verlaufen würde, wenn bei den Betroffenen und ihren Nächsten ausreichendes Wissen über möglicherweise auftretende Probleme vorhanden wäre sowie Vorstellungen darüber, was man aktiv beitragen kann, damit der prophezeite Rückfall ausbleibt. ... Die vielen unterschiedlichen Wege, Psychopharmaka abzusetzen, lassen sich in einem Buch keineswegs umfassend darstellen. Wichtig war mir als Herausgeber, daß 'meine' Autorinnen und Autoren - von den beteiligen Profis abgesehen - ihre Wünsche, Ängste und persönlichen Vorgehensweisen so offen wie möglich darstellen. Nur eines sollten sie nicht: anderen Ratschläge geben, was sie tun sollten, Patentrezepte verteilen. Jede Leserin, jeder Leser muß gemäß den vorhandenen Problemen und Möglichkeiten, den persönlichen Schwächen und Stärken, den individuellen Beschränkungen und Wünschen die eigenen Mittel und Wege finden. Die Berichte derer, die das Absetzen psychiatrischer Psychopharmaka bewältigt haben, sollen zeigen, daß es möglich ist, ein Leben frei von psychopharmakologischer Beeinträchtigung zu führen ..."
Beschreibung:
Das Buch richtet sich an die Behandelten, die aus eigenem Entschluss die verordneten Psychopharmaka absetzen wollen. Gleichfalls angesprochen sind ihre Angehörigen und Therapeuten. Millionen von Menschen nehmen Psychopharmaka (z. B. Fluctin, Haldol, Imap, Invega, Lithium, Seropram, Seroxat, Valium, Zoloft, Zyprexa). Für sie sind detaillierte Erfahrungsberichte, wie diese Substanzen abgesetzt werden können, ohne gleich wieder im Behandlungszimmer des Arztes oder in der Anstalt zu landen, von existenziellem Interesse. In "Psychopharmaka absetzen" schreiben Betroffene aus Australien, Deutschland, England, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, der Schweiz, Serbien, Ungarn und den USA über ihre Erfahrungen beim Absetzen. Alle leben jetzt frei oder zumindest relativ frei von Psychopharmaka. Ergänzend berichten elf Psychotherapeuten, Psychiater, Mediziner, Sozialarbeiter und Heilpraktiker, wie sie ihren Klientinnen und Klienten beim Absetzen helfen.