Der ehemalige Reporter Jack Tagger fristet ein trostloses Dasein, seit er in die Abteilung für Nachrufe und Todesanzeigen versetzt wurde. Als er vom rätselhaften Tod eines Rockstars erfährt, wittert er seine große Chance und macht sich auf die Suche nach einer Titelstory - sehr zum Missfallen der frisch gebackenen Witwe ...
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<br />Der ehemalige Reporter Jack Tagger fristet ein trostloses Dasein, seit er in die Abteilung für Nachrufe und Todesanzeigen versetzt wurde. Als er vom rätselhaften Tod eines Rockstars erfährt, wittert er seine große Chance und macht sich auf die Suche nach einer Titelstory - sehr zum Missfallen der frisch gebackenen Witwe ...<br />
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Dies ist ein rein fiktives Werk. Alle Namen und Personen wurden entweder verändert oder frei erfunden. Die Geschichte mit der tiefgefrorenen Echse jedoch basiert zum Teil auf dem realen tragischen Ende eines gefräßigen Savannah-Warans namens Claw, der jetzt in Frieden ruht.§Was den Tod von James Bradley Stomarti betrifft: Das Erste, was mir auffällt, ist sein Alter.§Neununddreißig. Sieben Jahre jünger als ich.§Ich fühle mich zu den Jungen und den Alten hingezogen, doch wer tut das nicht? Die am hingebungsvollsten gelesenen Nachrufe sind die derjenigen, die zu früh gestorben sind, und derer, die länger durchgehalten haben als erwartet.§Was jeder wissen will, ist: Warum gerade sie? Was war ihr Geheimnis? Oder ihr tödlicher Fehler? Könnte mir dasselbe passieren?§Das wüsste ich auch gern.§Noch etwas zu James Bradley Stomarti: der Name - ich bin sicher, dass ich ihn schon mal irgendwo gehört habe.§Doch das Fax des Beerdigungsinstituts enthält keinerlei Hinweise. Die private Trauerfeier findet am Dienstag statt. Die Asche wird über dem Atlantik verstreut. An Stelle von Blumen bittet die Familie um Spenden für die Cousteau-Society. Das hat Stil.§Ich überfliege die Liste der Hinterbliebenen und finde eine Ehefrau, eine Schwester, einen Onkel und eine Mutter. Keine Kinder, etwas ungewöhnlich für einen 39-jährigen Hetero, für den ich James Bradley Stomarti (seinem Ehestand nach zu urteilen) halte.§Mit einem Klick auf meinem Desktop lande ich in unserer "Leichenhalle", obwohl ich der Einzige bin, der sie noch so nennt. "Quellensammelcenter" steht in den Memos, aber Leichenhalle passt besser. Dort werden alle toten Storys aufbewahrt, seit 1975, was im Gedächtnis einer Zeitung ungefähr so frisch ist wie Dinosaurierdung.§Ich gebe den Namen des Verstorbenen ein. Bingo!§Ich gebe mir alle Mühe, nicht zu glucksen oder gar zu lächeln, weil ich nicht will, dass meine stets wachsame Vorgesetzte etwas merkt. Unsere Zeitung bringt nur einen ausführlichen Nachruf pro Tag, weitere Todesfälle werden in kurzen Meldungen verpackt oder einfach ignoriert. Jahrelang hat die Zeitung täglich zwei ausgewachsene Nachrufe gedruckt, doch vor einiger Zeit musste die Todesseite Spalten an die Wetterseite abtreten, die wiederum Spalten an die Klatschseite verloren hatte, welche schließlich der Horoskopseite etwas abgeben musste. Der geschrumpfte Freiraum erlaubt nur eine einzige Story, deshalb überlege ich genau, ehe ich mich für einen Kandidaten entscheide. Meine Redakteurin ist nicht gerade flexibel. Wenn ich ihr erst einmal mitgeteilt habe, über wen ich schreibe, gibt es kein Zurück mehr, selbst wenn im weiteren Verlauf des Nachrichtenzyklus jemand sehr viel Interessanteres den Löffel abgibt.§Ein weiterer Grund dafür, sich nicht allzu offensichtlich zu freuen, ist, dass ich nicht möchte, dass irgendjemand auf die Idee kommt, der Tod von James Bradley Stomarti könnte tatsächlich eine Story hergeben. Sonst schnappt meine Redakteurin ihn mir weg und gibt ihn einem unserer Star-Reporter, so wie einem eine Katze eine frisch getötete Ratte auf die Türschwelle legt. Dadurch, dass mir alle lohnenden Artikel entzogen werden, lässt die Geschäftsleitung mich wissen, dass ich auf der Schwarzen Liste stehe, dass ich dort bis zum Sankt Nimmerleinstag versauern werde und dass mein Namenszug nie wieder die Titelseite besudeln wird.§Also halte ich den Mund. Ich sitze an meinem Schreibtisch und scrolle durch die Computerdateien, die mir in farbenfrohen Details vom Leben James Bradley Stomartis erzählen, der Welt besser als Jimmy Stoma bekannt.§Genau. Der Jimmy Stoma.§Wie "Jimmy and the Slut Puppies".§Irgendwo in meiner Wohnung habe ich eines ihrer frühen Alben, Reptiles and Amphibians of North America. Jimmy sang und spielte manchmal auch akustische Gitarre. Außerdem machte er mit einer Mundharmonika rum. Ich erinnere mich, dass ich ein Stück der Band wirklich toll fand, "Basket Case", auf einer Platte namens Floating H
Carl Hiaasen, Reporter und Starkolumnist des Miami Harald, ist dem Establishment von Florida verhasst, greift er doch mit spitzer Feder genau jene Themen auf, die die skrupellosen Geschäftemacher im Sunshine State nicht an die große Glocke hängen wollen: Profitgier, Touristennepp und Umweltzerstörung. Seine Romane zeichnen sich durch spannende Plots, fräsenden Humor und pointierte Dialoge aus. Hiaasen gilt als bissiger Kritiker des amerikanischen Lifestyle.
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