Kann man Tyrannen gegenüber ehrlich sein? Ein spannender Roman über das Russland des 19. Jahrhunderts und eine anrührende Lebensgeschichte. Der deutsch-baltische Adlige Timotheus von Bock (1787 bis 1836), 1812 im Krieg gegen Napoleon ausgezeichnet, ist zum Vertrauten des russischen Zaren geworden. Alexander I. nimmt ihm das Versprechen ab, ihm »immer und in allen Dingen die reine Wahrheit zu sagen«. Doch als Timo dem Zaren wirklich ein schonungsloses Memorandum übergibt, in dem er das korrupte Regime anprangert, verschwindet er in den Kasematten einer russischen Festung. Zurück bleibt seine schwangere Frau Eeva, eine Bauerntochter.
Erst neun Jahre später gestattet der Zar, es ist jetzt Nikolaus I., Timotheus die Rückkehr auf sein Gut, wo er das Leben eines Gefangenen erster Klasse führt. Seine Aufseher beäugen ihn argwöhnisch. Ist er ein Verbrecher, ein schwärmerischer Revolutionär oder einfach nur verrückt?
»Der Schriftsteller hat heute keine spezielle Aufgabe«, schreibt Jaan Kross, »sondern er hat eine beständige und ewige: dem Menschen zu helfen, seinen menschlichen Weg - sein Woher, Wo und Wohin - tiefer zu erkennen.«
Estland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Adlige Timotheus von Bock, enger Vertrauter des russischen Zaren Alexander I., hat diesem das Versprechen geben müssen, ihm immer und in allem die reine Wahrheit zu sagen. Doch als er eines Tages schonungslos das korrupte Regime anprangert, verschwindet er in den finsteren Verliesen der Festung Schlüsselburg. Nach neun Jahren wird er als angeblich Geisteskranker entlassen, muß aber unter ständiger Aufsicht leben. Was ist er nun? Ein Revolutionär, ein Verbrecher oder ein Verrückter?
Jaan Kross, 1920 in Estland geboren, studierte Jura in Tartu. Seit 1954 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Tallinn.
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