Aus dem Inhalt:
Vorwort - Unser Leitsatz
1. Die Arbeitsstätte 2. Körperpflege 3. Ernährung 4. Mobilität 5. Hauswirtschaftliche Versorgung 6. Unterstützung bei Behördengängen etc. 7. Aufrechterhaltung der persönlichen Interessen und Vorlieben 8. Richtlinien 9. Überprüfen Sie sich selbst 10. Schlussgedanken
"Alternative zum Altersheim"...Mit schwäbischer Gründlichkeit führt uns Frau Lichtenstein-Weis durch den häuslichen Alltag von Senioren. Sie lässt uns eindrucksvoll erleben, wie alt ihre "Klienten" geworden sind, Einschränkungen spüren und trotzdem oder gerade deshalb den Alltag selbst bestimmen sollen, um die verbliebenen Freuden bewusst zu erleben - wenn nötig eben mit hauswirtschaftlicher Betreuung. Sie fordert von dieser Betreuung absolute Professionalität und liefert hierzu einen detaillierten und umfassenden praktischen Leitfaden, in dem immer wieder die einfühlsame und liebevolle Zuwendung zum hilfsbedürftigen alten Menschen im Vordergrund steht. Ihre Kritik an der häuslichen Pflege ist unüberhörbar und reizt zur dringend notwendigen Diskussion.
Ein ambitionierter Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität bis ins hohe Alter - Pflichtlektüre für alle, die sich hierfür einsetzen.
Fallbeispiel: eine Klientin, die nur isst, wenn ihr die Speisen optisch vorteilhaft serviert werden, bekam vom Pflegedienst eine ganze Maultasche in der Brühe serviert. Üblicherweise wird ihr diese Maultasche zerkleinert, damit sie die Stückchen gut auf den Löffel nehmen kann. Mit dem Löffel konnte sie aber nicht die ganze Maultasche aufnehmen, folglich nahm sie die Gabel, spießte die Maultasche auf und biss davon ab. §Dieser Vorgang, die Maultasche ohne Brühe zu sich zu nehmen, war für sie nicht nachvollziehbar und sie ließ somit das Ganze stehen und mochte nicht mehr weiter essen und sagte:"Das ist zuviel!"Der Mitarbeiter vom Pflegedienst (Fachkraft!), der die Klientin als"liebe, nette, alte Dame"sah, schrieb kurz und bündig in die Dokumentation:"Fr. XY hat die Maultasche verschmäht!"Warum sie dieses tat, war für den Herrn völlig gleichgültig und die Dame hat folglich eben nichts gegessen. §In Stuttgart läuft im Moment ein Projekt (begleitet vom Arbeitsamt), wo hauptsächlich aus dem Osten kommende Frauen über fünfzig zur Haushaltshilfe für häusliche Pflege und Versorgung, innerhalb von zwei oder drei Monaten, in einer sozialen Einrichtung"ausgebildet"werden. Inklusive Deutschkurs. §Die Idee ist sehr gut, aber damit kann man das jetzt existierende Pflegesystem nicht optimieren. §Diese Frauen lernen nicht einmal wie man kocht (das setzt man voraus - ich zitiere eine der Frauen:"Ich habe Hände und kann damit arbeiten, ich gute Knödel machen, kann gut helfe und bin gut in Arbeit!), geschweige denn andere, für die Betreuung alter Menschen wichtige Sachverhalte! §Ausspruch eines Pflegedienstleiters:"Ha, solche kennet mr guat braucha!"(Solche Menschen können wir gut gebrauchen!) §So, das kann ich mir gut vorstellen - billige Arbeitskräfte, mit denen man noch mehr Geld machen kann. Die Anliegen der Alten, die Wünsche und Bedürfnisse sind völlig uninteressant! §Fallbeispiel: da bekam eine Klientin eine Woche lang Kartoffelsalat mit Würstchen serviert! Es kamen in dieser Zeit vier verschiedene"Fachkräfte", die alle die Versorgung schnell erledigen wollten. Es wurden keinerlei Informationen zwischen den Kräften ausgetauscht um die Mahlzeiten abzusprechen. §Fallbeispiel: da wurden einem Klienten in Windeseile mit einer Schere die zu langen Fingernägel abgeschnitten, vergleichbar mit einer Gartenhecke! Die Ecken an den Nägeln sind nicht behandelt worden, der Klient riss sich deswegen einige Strümpfe kaputt und verletzte sich zudem. §Oder: Pflegekräfte sind nicht in der Lage, den Klienten richtig anzuziehen und zu kämmen! Nein, alte Menschen werden sogar in diesem desolaten Zustand von den so genannten"Fachkräften"in der Öffentlichkeit spazieren geführt!§Fallbeispiel: in einem Wohnheim mit"Betreutem Wohnen"wurde innerhalb einer Woche zweimal vergessen, Bewohnern das Abendessen zu bringen (servieren existiert sowieso nicht!).
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