"Das Kind, der Mann, der Greis George Tabori - sie haben sich nie entschieden: Lachen oder Weinen? Beide gehören zusammen. Das macht George Tabori zu einem großen Schriftsteller." (Rolf Michaelis in Die Zeit über "Autodafe")
Selten ist mit solcher Kenntnis, solch ironischer Zuneigung und liebevoller Bosheit der New Yorker Stadtneurotiker beschrieben worden: seine Freunde, seine hysterische Frau, sein unmöglicher Sohn, seine sexbesessene Freundin und nicht zu vergessen: sein Therapeut. Ein meisterhaftes Tabori-Spektakel!
George Tabori inszeniert eine dahinrasende Großstadtfarce, in der einem geplagten Neurotiker aber auch gar nichts erspart bleibt: Alice - zur Zeit in der Rolle der perfekten kleinen Hausfrau - spielt auf Arturs Nerven wie auf einem Instrument, was seinen Schmerzen in der Magengegend nur förderlich ist.
Und Freundin Diane - in dieser Saison mit Afrozöpfen - hat wenig Verständnis für physische oder psychische Wehwehchen: Wenn schon keine Orgie drin ist, dann lieber ein Röhrchen (aber nur ein kleines) Schlaftabletten schlucken. Was bleibt da, außer dem Gang zum Arzt, oder besser gleich zum Psychiater?
George Tabori, 1914 in Budapest geboren, lebte in Berlin, bis er Anfang der dreißiger Jahre Deutschland verließ, um zuerst in London, dann in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten. 1975 bis 1979 leitete er das Theaterlabor in Bremen, seit 1987 lebt Tabori in Wien. Neben vielen Preisen für seine Theaterarbeit erhielt er 1992 den Georg-Büchner-Preis.
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