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Bluff - dtv Taschenbücher Bd.24373

   von Bernhard Sinkel

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-423-24373-2
ISBN-13:
978-3-423-24373-5
Erschienen:
2003
Dieser Titel ist leider vergriffen. Es ist keine Neuauflage geplant.
Aus der Reihe:
«dtv Taschenbücher Bd.24373»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
21 cm
Seitenzahl:
280
Gewicht:
435 g
Erschienen bei:
dtv

Rezension

"Dieser Roadmovie vor der fantastischen Kulisse des Südwestens der USA greift ein brisantes Thema auf, das in der gegenwärtigen Ostalgie-Welle unterzugehen droht. Ein weiterer Roman um Raoul Levkowitz ist geplant." (Iserloher Kreisanzeiger)

Kurzbeschreibung

Ein Mann rechnet ab mit seinem Stasi-Peiniger. Rasanter Agententhriller vom bekannten Regisseur Bernhard Sinkel.
Mit seinem phänomenalen eidetischen Gedächtnis war Raoul Levkowitz der Staatssicherheit schon als kleiner Junge aufgefallen. Stasioffizier Kasunke hatte ihn gewaltsam von seiner Mutter getrennt und als IM Spitzel mißbraucht. 1989 durchschaut Raoul die Machenschaften und Intrigen seines Führungsoffiziers und schwört Rache. Er weiß, daß Kasunke der CIA eine geheime Agentenliste versprochen hat, die alle Deck- und Klarnamen der in den USA noch immer operierenden Maulwürfe und Schläfer enthält. Dafür hat man ihm eine neue Identität und einen ruhigen Lebensabend im sonnigen Kalifornien versprochen. Nachdem Raoul sich alle Namen eingeprägt hat, vernichtet er Kasunkes Liste und zwingt ihn damit zur Flucht in die entgegengesetzte Richtung. Mit Hilfe von KGB-Seilschaften gelingt es Kasunke, den westdeutschen Fahndern zu entkommen und in der ehemaligen Sowjetunion unterzutauchen. Jetzt, mehr als zehn Jahre später, holt die CIA Kasunke noch einmal nach Berlin zurück. Orplid, einer der Maulwürfe auf der Agentenliste, ist für die Amerikaner nach langer Zeit wieder virulent geworden. Während der verheerenden Waldbrände im Santa Fe National Forest, als Los Alamos Hals über Kopf evakuiert werden mußte, verschwanden aus einem Geheimbunker zwei Festplatten, die die gesamten Geheimdiensterkenntnisse über die Atomwaffen Rußlands, Frankreichs und Chinas enthielten ...

Leseprobe

"Die Flammen lodern zum letzten Mal auf, wehren sich erbittert gegen den Schwall aus den Löschkanonen, züngeln violett und blaugrün wie Irrlichter auf verkohlten Balken und sinken schließlich in der aufwärts spritzenden Wasserkanonade in sich zusammen. Die Scheinwerfer, die den Tatort die ganze Nacht über in taghelles Licht getaucht haben, gehen aus. Das trübe Dämmerlicht, das sich über das abgebrannte Haus und den verwüsteten Garten breitet, birgt nur noch eine schwache Erinnerung an das Spektakel der vergangenen Nacht.§§Er reißt die Augen auf gegen den Schlaf, der ihn zu übermannen droht, und stampft mit den Füßen auf den gefrorenen Boden. Aus seinem Versteck heraus, einem lattenverstärkten Schuppen, hatte er die Löscharbeiten gut beobachten können. Ihre roten und blauen Einsatzlichter huschten über sein rußbeschmiertes Gesicht und die pechfarben schimmernden Hände.§§Löschzüge und Einsatzwagen rücken ab. Feuerwehrmänner rollen ihre Schläuche auf. Auch die Gaffer haben sich zerstreut und sind wieder zurückgekrochen in ihre wärmenden Federbetten. Eine gespenstische Ruhe kehrt ein. Nur einmal noch, beim Einbiegen der Kolonne auf die Landstraße, heult ein einzelnes Martinshorn. Dann ist es still.§Vorsichtig verläßt er sein Versteck. Er muß noch einmal zurück in das ausgebrannte Haus, das ihm fast zur tödlichen Falle geworden wäre. Ein beißender Brandgeruch liegt in der Luft. Es stinkt nach Chemikalien und billigen Kunststoffen. Auf allen vieren schlüpft er durch das Loch im Drahtzaun, das er schon als Junge in den Sommerferien benutzt hatte, hält sich im Schatten der Büsche, um hinter dem dicken Stamm eines Nußbaums in Deckung zu gehen. Das Feuer hat den Schnee im Garten geschmolzen. Auf der Wiese, die die Wassermassen der Löscharbeiten kaum noch fassen konnte, sammeln sich rußschwarze Teiche. Angekohlte Pfosten ragen in den grauen Winterhimmel. Das Dach ist eingestürzt. Schwefelfarbene Wattebäusche quellen aus dem ausgebrannten Haus.§§Im oberen Stockwerk hat die Explosion den größten Schaden angerichtet. Der Raum, in dem früher sein Bett stand, ist so gut wie weg. Heizungsrohre und Installationen hängen aus den Resten der aufgerissenen Wände.§§Langsam wird es hell. Seine Augen brennen vor Müdigkeit. Der Himmel über der Schorfheide färbt sich violett, mit Wolken voller Schnee. Er will gerade seine Deckung verlassen, da hört er Stimmen.§»Genauso haben sie es im Kosovo gemacht: Propangasflasche, Kerze an und poff!«§"Du meinst, jemand hatte es auf Kasunke abgesehen?" §"Würde mich nicht wundern, wenn wir hier seine verkohlte Leiche finden."§§Zwei Zivilbeamte der Spurensicherung ziehen ihr weißrot gestreiftes Plastikband ums Haus, steuern damit direkt auf den Nußbaum zu. Raoul duckt sich. Einer der beiden Männer lacht.§»From Moscow with love! Halt mal."§§Sie schlingen das Absperrband einmal um den Stamm und entfernen sich damit wieder Richtung Haus.§"Kommt davon, wenn man zu oft die Seiten wechselt! " Raoul wartet, bis sie in ihren Streifenwagen vor dem Gartentor eingestiegen und abgefahren sind. Dann löst er sich aus seiner Deckung und huscht über den Rasen. Eine kleine Steintreppe führt hinunter zum Kellereingang. Zersplittertes Glas knirscht unter seinen Sohlen.§Das Haus glüht. Eine unglaubliche Hitze empfängt ihn. Warme Wasserbäche rinnen an den Wänden herunter Vorsichtig steigt er die Kellertreppe hinauf in die ehemalige Diele. Um ihn herum ein Flüstern und Wispern, Knacken und Rauschen von angekohltem Holz und das Glucksen, Tröpfeln und Plätschern des Löschwassers wie in einer Tropfsteinhöhle.§§Hier irgendwo muß er die Blechmarke verloren haben. Er schiebt mit den Schuhen den schlammigen Brandschutt zur Seite. Ätzende Rauchschwaden treiben ihm die Tränen in die Augen. Er preßt den Arm vor Nase und Mund und steigt über sein Kinderbett; das durch die Decke in den Flur gestürzt ist. Der Boden unter seinen Sohlen ist warm wie eine Herd

Beschreibung

Mit seinem phänomenalen eidetischen Gedächtnis war Raoul Levkowitz der Staatssicherheit schon als kleiner Junge aufgefallen. Stasioffizier Kasunke hatte ihn gewaltsam von seiner Mutter getrennt und als IM Spitzel mißbraucht. 1989 durchschaut Raoul die Machenschaften und Intrigen seines Führungsoffiziers und schwört Rache. Er weiß, daß Kasunke der CIA eine geheime Agentenliste versprochen hat, die alle Deck- und Klarnamen der in den USA noch immer operierenden Maulwürfe und Schläfer enthält. Dafür hat man ihm eine neue Identität und einen ruhigen Lebensabend im sonnigen Kalifornien versprochen.§§Nachdem Raoul sich alle Namen eingeprägt hat, vernichtet er Kasunkes Liste und zwingt ihn damit zur Flucht in die entgegengesetzte Richtung. Mit Hilfe von KGB-Seilschaften gelingt es Kasunke, den westdeutschen Fahndern zu entkommen und in der ehemaligen Sowjetunion unterzutauchen.§§Jetzt, mehr als zehn Jahre später, holt die CIA Kasunke noch einmal nach Berlin zurück. Orplid, einer der Maulwürfe auf der Agentenliste, ist für die Amerikaner nach langer Zeit wieder virulent geworden. Während der verheerenden Waldbrände im Santa Fe National Forest, als Los Alamos Hals über Kopf evakuiert werden mußte, verschwanden aus einem Geheimbunker zwei Festplatten, die die gesamten Geheimdiensterkenntnisse über die Atomwaffen Rußlands, Frankreichs und Chinas enthielten ...

Portrait

Bernhard Sinkel wurde am 19.01.1940 in Frankfurt a.M.geboren. 1.und 2. Juristisches Staatsexamen. Von 1970 bis 1972 Leiter des Archivs und der Dokumentation des "Spiegel". Seit 1974 Arbeiten als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Seine Filme und TV-Mehrteiler wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.§§Filmografie:1973 "Clinch"(mit Michael Krüger); 1974 "Lina Braake" (mit Lina Carstens und Fritz Rasp), Bundesfilmpreis; 1975 "Berlinger" (mit Martin Benrath und Hannelore Elsner) zusammen mit Alf Brustellin; 1975 "Mädchenkrieg" (mit Hans Christian Blech, Adelheid Arndt) zusammen mit Alf Brustellin, Bundesfilmpreis und Silberne Muschel von San Sebastian; 1977 "Taugenichts" (mit Jacques Breuer, Wolfgang Reichmann, Mathias Habich), Bundesfilmpreis. 1978 "Deutschland im Herbst" zusammen mit Kluge, Fassbinder, Schlöndorff, u.a. Bundesfilmpreis; 1980 "Kaltgestellt" (mit Martin Benrath, Helmut Griem und Angela Molina); 1981 "Felix Krull" nach dem Roman von Thomas Mann (mit John Moulder-Brown, Rita Tushingham, Fernando Rey, Magali Noel) als 5teilige TV-Serie; 1986 "Väter und Söhne"( mit Burt Lancaster, Julie Christie und Bruno Ganz) als 4teilige TV-Serie; 1987 "Hemingway" (mit Stacy Keach, Marisa Berenson, Geraldine Chaplin und Pamela Reed) als 4teilige TV-Serie, Golden Globe für Stacy Keach als bester Schauspieler; 1992 "Der Kinoerzähler" (mit Armin Müller-Stahl, Martin Benrath, Udo Samel, Eva Mattes), Preis der C.I.C.A.E. Zur Zeit verfilmt er Cees Nootebooms Roman "Die folgende Geschichte".



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