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Aufzeichnungen eines Psychopaten. Trojanische Pferde, Band 13
- ISBN-10:
- 3-932170-63-6
- ISBN-13:
- 978-3-932170-63-8
- Erschienen:
-
04.2004
- Versandfertig ab sofort
- Aus der Reihe:
- «Trojanische Pferde»
- Einband:
gebunden
- Sonstiges:
- 21,5 cm
- Seitenzahl:
-
180
- Gewicht:
-
386 g
- Erschienen bei:
- Tropen Verlag
Übersetzer: Thomas Reschke
Kommentar: Sergej Gladkich
Mitarbeiter: Thomas Reschke
Leseprobe
"7. Januar 1957 Klammere dich nicht an die Universität ... Und befürchte nicht, daß sie in Kirowsk Unruhen veranstalten, wenn sie etwas von dir hören ... Egal - du hast schon genug Staub aufgewirbelt mit deinen Rumtreibereien, Tamara hat sich schon damit abgefunden und deine Mutter auch - Und fürchte dich nicht vor dem Gefängnis - Das Wichtigste - fürchte dich nicht vor dem Gefängnis - Das Gefängnis macht einen zum Tier - Und das ist gut. Diese Banditen sind grob und gefühllos, aber sie verhehlen es nicht ... sind aufrichtig ... Eure Leute von der Universität sind genauso, versuchen aber, sich sentimental zu geben ... Klug sind nur wenige, aber alle stellen sich so ... Fühlen muß man klug, nicht mit dem Kopf, aber klug ... Alle diese Leute sindkalte Klugscheißer ... Mit denen hast du nichts zu schaffen ..."
Kurzbeschreibung
Das früheste literarische Werk eines der wichtigsten modernen russischen Schriftsteller zum ersten Mal auf deutsch. Die Aufzeichnungen bringen dem Leser in berührender Weise den Autor von ¿Die Reise nach Petuschki¿ in all seiner Zerrissenheit und Größe nahe. Zum ersten Mal nimmt der Leser mit diesem Buch hautnah Anteil am Leben von Wenedikt Jerofejew, dem Kultautor von ¿Die Reise nach Petuschki¿. Aufgewachsen in der unwirtlichen Industriestadt Kirowsk in der Familie eines Trinkers, wird der sensible und hochbegabte Wenedikt schon früh mit dem bewährten russischen Allheilmittel gegen Seelenschmerz konfrontiert. Von vornherein hat er kaum eine Chance, sich einzugliedern und ein normales Leben zu führen. Im Jahr 1956 bricht die sowjetische Wirklichkeit mit aller Brutalität über ihn herein: Unter dem Vorwand der Bummelei und ständigen Trunkenheit wird der unbequeme Student, dessen Vater kurz zuvor nach langjähriger Lagerhaft gestorben ist, von der Universität geworfen. Dann kommt auch sein Bruder in einem Arbeitslager um. Völlig verzweifelt beginnt der 17-Jährige daraufhin die Arbeit an seinem Tagebuch. Darin demontiert er mit beispiellosem sprachlichen Furor und im virtuosen Spiel mit einem vulgären Alltagsvokabular alle überkommenen moralischen und geistigen Werte und erhebt den Rausch zum literarischen Stoff. In einer Zeitspanne von knapp zwölf Monaten verfaßt, stellen die ¿Aufzeichnungen eines Psychopathen¿ das zugleich traurige und beißend komische Werk eines jungen Mannes dar, der sich auf die Suche nach Liebe und nach sich selbst begibt. Der Rat von einem guten Freund seines Vaters begleitet ihn auf seinem Weg: ¿Fühlen muß man klug, nicht mit dem Kopf, aber klug.¿ ¿Jerofejews Komik hat viele Facetten, äußerst bedenkenlos läßt er die Schilderung chaotischer Realität in handfeste Satire und sehr intelligenten Nonsense übergehen.¿ Robert Gernhardt Aus dem Inhalt: 7. Januar 1957 Klammere dich nicht an die Universität ... Und befürchte nicht, daß sie in Kirowsk Unruhen veranstalten, wenn sie etwas von dir hören ... Egal ¿ du hast schon genug Staub aufgewirbelt mit deinen Rumtreibereien, Tamara hat sich schon damit abgefunden und deine Mutter auch ¿ Und fürchte dich nicht vor dem Gefängnis ¿ Das Wichtigste ¿ fürchte dich nicht vor dem Gefängnis ¿ Das Gefängnis macht einen zum Tier ¿ Und das ist gut. Diese Banditen sind grob und gefühllos, aber sie verhehlen es nicht ... sind aufrichtig ... Eure Leute von der Universität sind genauso, versuchen aber, sich sentimental zu geben ... Klug sind nur wenige, aber alle stellen sich so ... Fühlen muß man klug, nicht mit dem Kopf, aber klug ... Alle diese Leute sind kalte Klugscheißer ... Mit denen hast du nichts zu schaffen ...
Portrait
Wenedikt Jerofejew geboren 1938 in Kirowsk, mußte sich lange Zeit seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten verdienen. Mit seinem 1969 entstandenen Meisterwerk "Die Reise nach Petuschki" erlangte er Weltruhm. Wenedikt Jerofejew starb am 11. Mai 1990 in Moskau.
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