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Geist und Macht

von Brunhilde Wehinger (Buch)

  • ISBN:3-05-004069-6
  • EAN:9783050040691
  • Veröffentlichungsdatum:April 2005
  • Gewicht in g:814
  • Seiten:310

Kurzbeschreibung:

Die Beiträge des interdisziplinär konzipierten Bandes von Literaturwissenschaftern, Kunsthistorikern, Kulturwissenschaftlern und Kulturhistorikern beleuchten das von Friedrich II. angestrebte Bündnis von Geist und Macht kritisch und erörtern die Frage nach seiner historischen Funktion als Akteur der europäischen Kulturgeschichte.Aus dem Inhalt:Eberhard Lämmert: Friedrich und die deutsche LiteraturUwe Steiner: Der Literaturbegriff Friedrichs des Großen im historischen Kontext Corina Petersilka: Zur Zweisprachigkeit Friedrichs des GroßenBrunhilde Wehinger: Literatur und Politik. Zur literarischen Korrespondenz Friedrichs II.Gerhard Knoll: Friedrich der Große und die "vaterländischen Altertümer"Jens Häseler: Friedrich II. oder: Wieviel Wissenschaft verträgt die höfische Kultur Pierre Pénisson: Zum Bild Friedrichs bei Johann Georg HamannAlexander Ko¿enina: Friedrich, "die Morgensonne" der AufklärungIwan D'Aprile: Daniel Jenischs "Borussias" im Kontext der zeitgenössischen DebattenKlaus Weissenberger: Friedrich der Große und der Bruderzwist im Hause MannHeinz Dieter Kittsteiner: Werner Hegemann als HistorikerFrank-Lothar Kroll: Friedrich der Große als Gestalt der europäischen Geschichtskultur Christoph Martin Vogtherr: Das Audienzzimmer im Schloss SanssouciAnette Dorgerloh: Friedrichs Gärten - eine europäische VerortungMarcus Becker: Der friderizianische Alte Markt in PotsdamChristoph Frank: Die Bedeutung Rembrandts und G. F. Schmidts für den friderizianischen Kunsttransfer nach Rußland und PolenAus kulturwissenschaftlicher Perspektive steht Friedrich der Große in einer historischen Konstellation, die aufschlußreiche Einblicke in die spezifischen Möglichkeiten und Grenzen eines Bündnisses von Geist und Macht im Kontext der europäischen Aufklärung eröffnet. Als roi philosophe, in seiner Doppelrolle als König und Philosoph, gelang es ihm, dem Ideen- und Kulturtransfer (von West- nach Mitteleuropa) nachhaltige Impulse zu geben und die Dynamik der soziokulturellen Modernisierung auf der Grundlage der grenzüberschreitenden, transnationalen Kulturbeziehungen zu intensivieren.Dabei verkörperte er die Rolle eines entscheidenden Akteurs, weil er sich in Abkehr von der höfischen Konvention als ein Intellektueller auf dem Thron verstand und dies als Autor eines umfangreichen Werkes auch sichtbar unter Beweis stellte. Zugleich nahm er diese Aufgabe als Herrscher wahr, entschlossen, auch auf der politischen Bühne eine entscheidende Rolle zu spielen. Die mit seiner Person verknüpften Attribute Kultur und Politik oder Geist und Macht sind mit seiner Person untrennbar verknüpft und galten ihm selbst keineswegs als inkompatibel. Dennoch unterzogen bereits Zeitgenossen die friderizianische Verknüpfung von (politischer) Macht und (allgemeiner) Kulturentwicklung einer grundsätzlichen Kritik. Diese Kritik wiegt umso mehr, als sie sich, wie etwa im Falle Voltaires, auf dieselben aufgeklärten Ideen berief, die Friedrich für sich in Anspruch nahm.Die Beiträge des interdisziplinär konzipierten Bandes von Literaturwissenschaftern, Kunsthistorikern, Kulturwissenschaftlern und Kulturhistorikern beleuchten das von Friedrich II. angestrebte Bündnis von Geist und Macht kritisch und erörtern die Frage nach seiner historischen Funktion als Akteur der europäischen Kulturgeschichte.

Rezension:

"[Ein]respektabler Beitrag zur Erforschung des Preußenkönigs, seiner Epoche und seiner Wahrnehmungsgeschichte." Johannes Kunisch in: Zeitschrift für Historische Forschung, 34.Band 2007, Heft 1

Beschreibung:

Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive steht Friedrich der Große in einer historischen Konstellation, die aufschlußreiche Einblicke in die spezifischen Möglichkeiten und Grenzen eines Bündnisses von Geist und Macht im Kontext der europäischen Aufklärung eröffnet. Als roi philosophe, in seiner Doppelrolle als König und Philosoph, gelang es ihm, dem Ideen- und Kulturtransfer (von West- nach Mitteleuropa) nachhaltige Impulse zu geben und die Dynamik der soziokulturellen Modernisierung auf der Grundlage der grenzüberschreitenden, transnationalen Kulturbeziehungen zu intensivieren.
Dabei verkörperte er die Rolle eines entscheidenden Akteurs, weil er sich in Abkehr von der höfischen Konvention als ein Intellektueller auf dem Thron verstand und dies als Autor eines umfangreichen Werkes auch sichtbar unter Beweis stellte. Zugleich nahm er diese Aufgabe als Herrscher wahr, entschlossen, auch auf der politischen Bühne eine entscheidende Rolle zu spielen. Die mit seiner Person verknüpften Attribute Kultur und Politik oder Geist und Macht sind mit seiner Person untrennbar verknüpft und galten ihm selbst keineswegs als inkompatibel. Dennoch unterzogen bereits Zeitgenossen die friderizianische Verknüpfung von (politischer) Macht und (allgemeiner) Kulturentwicklung einer grundsätzlichen Kritik. Diese Kritik wiegt umso mehr, als sie sich, wie etwa im Falle Voltaires, auf dieselben aufgeklärten Ideen berief, die Friedrich für sich in Anspruch nahm.
Die Beiträge des interdisziplinär konzipierten Bandes von Literaturwissenschaftern, Kunsthistorikern, Kulturwissenschaftlern und Kulturhistorikern beleuchten das von Friedrich II. angestrebte Bündnis von Geist und Macht kritisch und erörtern die Frage nach seiner historischen Funktion als Akteur der europäischen Kulturgeschichte.

49,80* EUR