Ob Personen (man selbst oder eine andere Person) verstehbar sind - und nicht nur ihre Handlungen oder Äußerungen, ist von der klassischen Hermeneutik nicht diskutiert worden. Wie das Verstehen von Personen als Individuen (sowohl beim Fremd- als auch beim Selbstverstehen) in seiner ganzen Komplexität zu begreifen ist, wird erörtert.
Personenverstehen funktioniert nicht intuitiv ("Sichhineinversetzen"), sondern nur vermittelt durch das Verstehen der Äußerungen und Handlungen, ohne darauf reduzierbar zu sein. Dabei zeigt sich die Verschränktheit des Fremdverstehens mit dem Selbstverstehen. Eine philosophische Reflexion der Möglichkeit des Personenverstehens, die nicht nur Argumente der Hermeneutik, sondern auch Theoreme der sprachanalytischen Philosophie berücksichtigt, offenbart die immensen Probleme, die mit dem vertrauten Anspruch verbunden sind, sich selbst oder eine andere Person als Individuum zu verstehen.
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