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Ich, Safiya

   von Safiya Hussaini, Raffaele Masto

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-7645-0183-9
ISBN-13:
978-3-7645-0183-9
Erschienen:
2005
Dieser Titel ist leider vergriffen. Es ist keine Neuauflage geplant.
Einband:
gebunden
Sonstiges:
, Farbfotos auf Taf. 22 cm
Seitenzahl:
208
Gewicht:
413 g
Erschienen bei:
Blanvalet
Mitarbeiter: Theda Krohm-Linke

Leseprobe

INHALT Prolog: Auf der Flucht 1 Hausa-Kindheit 2 Schule! 3 Ich will nicht verheiratet werden! 4 Meine neue Familie 5 Frau und Mutter 6 Nimm stattdessen mich, Allah! 7 Verstoßen 8 Eine katastrophale Begegnung 9 Angeklagt 10 Der Prozess 11 Imam 12 Omen 13 Die Welt muss es erfahren 14 In Sicherheit 15 Rom und die Welt 16 Wieder glücklich und Pläne für die Zukunft Der Fall Safiyas aus der Sicht ihres Anwalts Nachwort von Raffaele Masto COOPIS Mission in Nigeria Tatmotiv Ehre Danksagung PROLOG Auf der Flucht Der Busch. Und die flirrende Hitze so weit das Auge reicht. Der rötliche Ockerton des Gestrüpps, der Akazien und Affenbrotbäume am Horizont. Hier bin ich geboren. Unzählige Male bin ich barfuß hier umhergestreift, aber an jenem Morgen kannte ich mich kaum aus. Ich hatte das Gefühl, die Umgebung sei fremd, feindselig wie alles, das mir einmal vertraut gewesen war. Die Welt, in der ich mich sicher gefühlt hatte, die Menschen, die ich als meine Freunde angesehen hatte. Jene Welt und jene Menschen hatten für mich das schlimmste Schicksal vorgesehen. Ein schreckliches Ende. Und in den letzten beiden Tagen hatte ich versucht, ihm zu entkommen. Mein Schicksal & Ich musste unablässig daran denken. Wie ein böser Schatten belauerte es mich, setzte sich in meinen Gedanken fest, bereit hervorzuspringen und mich zu erschrecken, wenn mein Blick auf einen Stein fiel, einen der zahlreichen Steine auf dem staubigen Boden. Sie wollten mich mit Steinen töten. Mein Schicksal war es, zu Tode gesteinigt zu werden. Ich sah mich schon bis zu den Schultern eingegraben, den Kopf mit Sackleinen bedeckt, und dann spürte ich, wie die Steine auf meinen Kopf niederprasselten, mich trafen, bis ich den letzten Atemzug tat. Ich spürte den Schmerz, spürte, wie mir das Blut übers Gesicht rann, und fragte mich, wie lange die Qual wohl dauern würde, bis der Tod mich erlöste. In gewissem Sinn bin ich bereits tot, dachte ich bei mir, während ich mich durch die schwüle Hitze vorwärts kämpfte. Ich hatte durch meine Flucht nicht nur mein Dorf, Tungar Tudu, hinter mir gelassen, sondern auch meine Wurzeln. Alles lag hinter mir, und vor mir waren nur Dunkelheit, Angst und Tod. Und meine einzige Gewissheit, das Einzige, was mich am Leben hielt, war Adama, mein Kind. Sie war bei mir, ich spürte ihren warmen, weichen Körper auf meinem Rücken. Adama, die, ohne es zu wissen, die Ursache meiner Tragödie war. Ich hatte Angst & noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich solche Angst gehabt. Ich hatte Angst wie ein Tier, das in der Falle sitzt, solche Angst, dass ich ziellos durch den Busch irrte. Meine Beine trugen mich kaum noch. Wie lange würde ich noch durchhalten? Und wie lange würde Adama es überleben, sie war noch so zerbrechlich und klein. Die wenigen Nahrungsmittel, die ich eilig zusammengerafft hatte, als ich geflohen war, waren längst verbraucht. Ich hatte weder Dörrfleisch noch Mehl oder Milch. Das bisschen Wasser, was noch übrig war, wollte ich aufheben, falls Adama aufwachte. Jetzt stand die Sonne hoch am Himmel. Mein Kind und ich, wir würden sterben, wenn ich weiterginge. Ich musste einen Unterschlupf finden und warten, bis die Sonne unterging. Nicht weit von mir entfernt stand ein Baum. Ich wankte darauf zu, aber gerade als ich meine Matte darunter ausbreiten wollte, sah ich in der Ferne einen Hirten mit seiner Kamelherde & Wenn ich zu ihm gelangen könnte, könnte ich ihn um Essen und Wasser bitten! Ich nahm all meine Kraft zusammen, um zu rufen und seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, aber etwas hielt mich zurück. Nein! Ruf ihn nicht! Versteck dich! Alle im Dorf wissen doch mittlerweile von deiner Strafe, und wer dich sieht, muss dich bei der Polizei anzeigen. Verzweifelt lehnte ich mich an den Baumstamm. Mit meinen Blicken verfolgte ich den Hirten und seine Herde, bis sie im gelblichen Dunst verschwunden waren. Und dann brach ich, zum ersten Mal, seit ich mein Dorf verlassen hatte, in Tränen aus, weil mir mit einem Schlag bewusst gewor

Kurzbeschreibung

"Schuldig des Ehebruchs - Tod durch Steinigung", so lautete der Urteilsspruch der Scharia, des islamischen Gerichts, im Prozess gegen Safiya Hussaini. Dieses Urteil löste wegen seiner archaischen Grausamkeit weltweit eine beispiellose Protestaktion aus, die Safiyas Leben rettete. Safiyas Geschichte ist exemplarisch für die Rolle der islamischen Frau in Afrika - zwischen Tradition und Moderne -, die fest zur ihrer Heimat und ihrem Glauben steht. Safiya schafft Verständigung, weil sie beschreibt, aber nicht verurteilt. Ihre Haltung ruft uneingeschränkte Bewunderung hervor. Geboren in Tungar Tudu, einem Dorf in Nigeria, erlebt Safiya eine geborgene Kindheit, die sie liebevoll, aber unnachgiebig auf ihre Rolle als Frau in der islamischen Dorfgemeinschaft vorbereitet. Nach drei glücklosen Ehen gelingt es einem Mann, noch einmal Safiyas Vertrauen zu erringen. Safiya wird schwanger - doch ihr Geliebter ist verheiratet. Kurz darauf steht die Polizei vor ihrer Tür: Ihr eigener Bruder hat sie wegen Ehebruchs angezeigt. Darauf steht für Frauen die Todesstrafe - der Mann wird nicht belangt. Safiya wird von der Scharia zum Tod durch Steinigung verurteilt. Doch eine weltweite Protestkampagne rettet sie im letzten Moment vor der Vollstreckung. "Entscheidend ist in diesem Buchprojekt nicht die sensationelle Dramatik der Opferrolle, sondern die Perspektive des erfolgreichen Widerstands."
Tagesspiegel "Safiyas erschütternder Bericht erzählt ein unvorstellbares Frauenschicksal. Für den europäischen Leser erscheint es bisweilen, als sei es eine Geschichte aus längst vergangener Zeit. Und doch beschreibt es in beklemmender Deutlichkeit nichts anderes als eine Rechtspraxis der Gegenwart."
Güstrow Express "Safiyas Geschichte ist exemplarisch für die Rolle der islamischen Frau in Afrika - zwischen Tradition und Moderne -, die fest zu ihrer Heimat und ihrem Glauben steht. Safiya schafft Verständigung, weil sie beschreibt, aber nicht verurteilt. Ihre Haltung ruft Bewunderung hervor."
Obermain-Tagblatt

Portrait

Raffaele Masto ist Journalist und arbeitet seit 1989 für Radio Popolare. Seine Reportagen aus Afrika erschienen in bekannten europäischen Tageszeitungen wie "Corriere della Sera", "Guardian", "Bild" und "El Mundo". Für das Fernsehen drehte er mehrere Dokumentarfilme.



Mehr über...
  • Mehr über:  Nigeria; Berichte/Erinnerungen
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  • Mehr von:  Safiya Hussaini, Raffaele Masto, Blanvalet Verlag


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