Kurzbeschreibung:
Kaum etwas stößt Menschen stärker ab, kaum etwas aber übt auch größere Faszination aus als spektakuläre Verbrechen: Der Ehegattenmord, die Entführung des reichen Erben, die Erpressung des bekannten Konzerns. Gerade ist es geschehen, da sind auch schon Fernsehen und Presse vor Ort, um bis zum Überdruß vom Tathergang und den polizeilichen Ermittlungen zu berichten. Während das Verbrechen und die kriminalistische Arbeit große mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist es um die gerichtliche Aufarbeitung und Beurteilung der Tat meist still.Justitia ist eine ehrfurchtgebietende Institution, sie spricht eine komplizierte Sprache, sie hütet sich vor empörtem Einverständnis und vorschnellem Urteil. Für ein demokratisches Gemeinwesen sind verantwortungsvolle Gerichtsreportagen daher von kaum zu überschätzender Bedeutung. Der wohl bedeutendste Gerichtsreporter der Bundesrepublik Deutschland war Gerhard Mauz. Er verstand es wie kein anderer, sowohl die oft diffizilen juristischen Zusammenhänge als auch die Motive der Täter und die Verantwortung gegenüber den Opfern sprachlich klar und einfühlsam zu schildern ohne dabei auf eigene Urteile zu verzichten.
Rezension:
"Mauz ist kein Mann der distanzierten Darstellung eines Tatherganges, er schreibt nicht von außen nach innen. Immer ist er mitleidender Beobachter, immer auf der Seite der Geschlagenen und Getriebenen, der Opfer, die auch Täter sein können, und der Täter, die auch Opfer sind. Seine Gerichtsreportagen sind der Spiegel eines Vierteljahrhunderts, eines großen Teils der Nachkriegszeit.". (Rudolf Augstein)
Autorenportrait:
Gerhard Mauz (1925–2003) war der angesehenste deutsche Gerichtsreporter der Nachkriegszeit. Nach dem Studium der Psychologie, Psychopathologie und Philosophie begann er seine journalistische Laufbahn beim Rundfunk und bei der Tageszeitung Die Welt. Von 1964 bis zu seiner Pensionierung 1990 war er Redaktionsmitglied des SPIEGEL.
Die Herausgeberin Gisela Friedrichsen ist die herausragende zeitgenössische Gerichtsreporterin Deutschlands. Seit 1989 erscheinen ihre Reportagen im SPIEGEL.