Inhaltsverzeichnis:
Czernowitz erscheint heute als Ideal eines untergegangenen"multikulturellen Schmelztigels", dessen Vielfalt Weltkriege und Holocaust vernichtet haben. Die in diesem Textband verssammelten Beiträge setzen sich mit zahlreichen Aspekten der Geschichte der Stadt und ihren zukünftigen Entwicklungschancen anschaulich und fachkundig auseinander.
Kurzbeschreibung:
Gerne spricht man von der Stadt Czernowitz als einem "multikulturellen Schmelztiegel" in der ebenso "multikulturellen" Habsburgermonarchie. Weltkriege und Holocaust haben diese Vielfalt vernichtet. Das Czernowitz von einst soll herhalten als Beispiel für eine europäische Kultur, wie es sie heute nicht (mehr) gibt, wie man sie sich aber sehnlichst herbeiwünscht. Die dort entstandene deutschsprachige Literatur soll als Menetekel und Vermächtnis, als Klage und Anklage, aber auch als Utopie gelesen werden. Bei all den Projektionen, mit denen der Name und das Bild der Stadt und der Landschaft Bukowina schon versehen worden sind, erscheint eine möglichst sachliche Klärung als einziger Weg zum Verständnis der historischen Zusammenhänge, aus denen dieses einzigartige Phänomen erwachsen ist. Es gilt, das politische, ethnische und soziale Gefüge eines östlichen Landstrichs nachzuzeichnen, um so herauszufinden, wie hier ein für seine Zeit außergewöhnlicher Kultur- und Literaturbetrieb entstehen konnte, der die Entwicklung der deutschsprachigen Moderne mitbestimmt hat.
Beschreibung:
Czernowitz/Tscherniwzi feiert 2008 sein 600-jähriges Stadtjubiläum. Der Ort nahm seit der österreichischen Eroberung im 18. Jahrhundert eine rasante Entwicklung. Zwar sind noch zahlreiche Gebäude aus der k. u. k. Zeit erhalten, die Bevölkerung jedoch wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig ausgetauscht. Inzwischen nehmen viele Einwohner lebhaften Anteil an der Vergangenheit ihrer Stadt, die immer stärker auch zum Anziehungspunkt für Reisende wird. So bleibt das einstige »Babylon Mitteleuropas« lebendig, dessen verschiedene Einflüsse die hier versammelten Texte beleuchten.