Gerhard Gamm schlägt eine von den gängigen Interpretationen abweichende Lesart der Moderne vor. Statt sich wie bisher von der Vorstellung eines "revolutionären Bruchs im Denken des 19. Jahrhunderts" (Karl Löwith) leiten zu lassen, arbeitet der Autor heraus, wie gering das "revolutionäre" Potential dieses philosophiegeschichtlichen Augenblicks in Wahrheit gewesen ist, wie sehr selbst Denker wie Marx und Nietzsche - bei allen Unterschieden im einzelnen - die Wahrheit in der Identität von Vernunft und Herrschaft gesucht haben.
Das leitende Interesse der hier versammelten Studien ist jedoch alles andere als ein philosophiehistorisches. Gerhard Gamms Essays bieten einen Aufriß der Moderne von den philosophischen Diskursen des 19. Jahrhunders her. Ihnen allen ist der Wunsch nach der Aufhebung der Verdrängung jener verschwiegenen Kosten gemeinsam, die für das Projekt der Moderne bis heute zu zahlen sind.
Der Autor:
Gerhard Gamm, Jahrgang 1947, Studium der Philosophie (Promotion, Habilitation), Psychologie (Diplom), und Soziologie. Professor für Philosophie an der TU Darmstadt. Veröffentlichungen über die Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts.
€ 34,00
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