Lustige Cowboyabenteuer für Erstleser
Am allerliebsten singt Jim alte Cowboylieder und isst Himbeeren in jeder Variation. Aber wer im Wilden Westen wohnt, kommt um Abenteuer nicht herum. Und so zähmen Cowboy Jim und Mister Tramp, sein Pferd, den wildesten Stier, den der Wilde Westen je gesehen hat, verhindern einen Postkutschenüberfall und treten zum Wettlauf gegen die Eisenbahn an.
Lustige Cowboyabenteuer für Erstleser<br />
<br />Am allerliebsten singt Jim alte Cowboylieder und isst Himbeeren in jeder Variation. Aber wer im Wilden Westen wohnt, kommt um Abenteuer nicht herum. Und so zähmen Cowboy Jim und Mister Tramp, sein Pferd, den wildesten Stier, den der Wilde Westen je gesehen hat, verhindern einen Postkutschenüberfall und treten zum Wettlauf gegen die Eisenbahn an.<br />
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Jim Es ist schon einige Zeit her, da lebte im Wilden und schönen Westen Amerikas ein Cowboy mit dem Namen »Jim«. So ein Cowboy hütet Kühe, und weil das zu Fuß ziemlich anstrengend wäre, reitet er dabei auf einem Pferd. Obwohl viele Leute glauben, alle Cowboys seien wild und grausam, war Jim nicht so. Zum Beispiel benützte er seine Sporen nur, um sich damit am Rücken zu kratzen, und niemals, um ein Pferd anzutreiben. Außer seinen Kleidern besaß er noch ein Lasso, eine Gitarre, einen Sattel, ein Zaumzeug und das dazugehörige Pferd, denn ohne Pferd, Zaumzeug, Sattel, Gitarre und Lasso war ein Cowboy nicht vollständig ausgerüstet. Eigentlich hätte in seinem Gürtel noch eine Pistole stecken sollen; manche Cowboys besitzen sogar zwei, aber Jim hatte nichts für Pistolen übrig. Vom Knall eines Schusses bekam er immer Ohrenweh und das konnte er nicht ausstehen. Ihm genügte sein Lasso. Mit einem Lasso kann man Kühe fangen, man kann einen Wagen damit aus dem Dreck ziehen und nachts kannman darauf schlafen. Und das ist wichtiger, als in der Gegend herumzuknallen. Jim sang gern. Er kannte fast alle alten Cowboylieder. Aber am liebsten erfand er selbst, was er singen wollte. Sein Lieblingslied begann so: »Jetzt sing ich das Lied vom fröhlichen Jim, und wer es nicht mag, der höre nicht hin. Jippedihott und hoppedihü wild ist der Westen und weit die Prärie. Wetten wir, Farmer? Damals, als Jim beschlossen hatte, von Beruf Cowboy zu werden, besaß er zwar ein Lasso und eine Gitarre, aber noch kein Pferd. Er musste sich immer eins ausleihen. Das gefiel ihm gar nicht. Alle anderen Cowboys protzten vor ihm mit ihren Pferden. Sie lachten ihn oft aus, denn die Farmer, bei denen er arbeitete, liehen ihm nur ihre ältesten Mähren. Darüber ärgerte sich Jim, und er überlegte lange, wie er es anstellen könnte, zu einem eigenen Pferd zu kommen. Eines Tages kam ihm ein Gedanke. »Willst du mit mir wetten«, fragte er den Farmer, »dass ich es fertig bringe, mit einem einzigen Satz über dreißig nebeneinander gestellte Rinder zu springen?« »Oho«, lachte der Farmer und klopfte ihm auf den Rücken, »lass das lieber sein, Jim. Das geht schief. Du wirst zu kurz springen und die Rinder werden dich mit ihren Hörnern stoßen. Und glaub mir, das tut weh!« Aber Jim bestand auf seinem Angebot. »Nun gut«, meinte der Farmer, »wenn du unbedingt willst, dann wette ich mit. Du wirst dir zwar deine Hose dabei zerreißen, aber wir werden unseren Spaß haben. Um was soll's denn gehen?« »Wenn ich gewinne, darf ich mir ein Pferd aus deiner Herde aussuchen. Gewinnst du, dann will ich ein Jahr lang ohne Lohn für dich arbeiten.« Der Farmer erklärte sich damit einverstanden. In den nächsten Tagen suchte Jim nach einem günstigen Platz für seinen Sprung. Er betrachtete genau alle in der Nähe stehenden Bäume. Er prüfte den Boden, hob hier und da einen Stein auf und schleuderte ihn weit von sich. Jeder, der ihn dabei beobachtete, musste glauben, er sei übergeschnappt. Eines Tages rief der Farmer seine Cowboys zusammen und erzählte ihnen von der Wette. »Was«, riefen die Cowboys, »der kleine Jim will über dreißig Rinder springen? Er sollte sich erst einmal eine Pistole kaufen und schießen lernen!« Der Farmer befahl ihnen, die dreißig Rinder zusammenzutreiben. »Es ist heiß heute«, sagte Jim, »die Sonne blendet.« Und die dreißig Rinder mussten sich im Schatten einer jungen Fichte aufstellen. »Seht, den Kleinen blendet die Sonne«, spotteten die Cowboys. Aber Jim ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Zuerst ging er langsam um die Tiere herum. Er betrachtete sie von vorn, von hinten und von der Seite. Er prüfte die Spitzen der Hörner und achtete darauf, dass die Reihe schnurgerade war. »Platz da«, schrie der Farmer, »damit Jim einen Anlauf nehmen kann!« »Ich brauche keinen Anlauf«, sagte Jim ruhig, »ich springe aus dem Stand.« »Wa-a-as!« Die Männer erstarrten vor Schreck. »Aus dem Stand?«
Sigrid Heuck wurde in Köln geboren und lebt seit 1949 im bayerischen Voralpenland. Nach dem Studium der Mode-Grafik besuchte sie die Akademie der bildenden Künste in München und machte sich anschließend als freiberuflich arbeitende Grafikerin selbstständig. Sigrid Heuck kam über die Illustration zum Schreiben, weil es ihr Spaß machte, eigene Texte auszustatten. Sie schreibt und illustriert nicht nur Bilderbücher, sondern verfasst auch Kinder- und Jugendbücher. Viele ihrer Bücher wurden in fremde Sprachen übersetzt und ausgezeichnet. 1990 erhielt sie den Österreichischen Jugendbuchpreis für "Meister Joachims Geheimnis". Ihr erfolgreichstes Buch ist jedoch nach wie vor "Pony, Bär und Apfelbaum".
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