Als jede Flußbiegung, jeder Berggipfel und jedes Kirchlein noch seine eigene Geschichte zu erzählen wußte, als Glücksritter und Pechbrenner durch die böhmischen Lande zogen und Teufel und Wichtel in den Wäldern hausten - von diesen Zeiten erzählte der Großvater Adalbert Stifters einst seinem Enkel auf langen Spaziergängen, und aus diesem Quell schöpfte der Autor Jahre später. So finden sich die Geheimnisse und der Zauber jener Landschaft bis heute unverblaßt in seinen Erzählungen. Wer läßt sich da nicht gern mit an die Hand nehmen, wenn der Großvater aufs neue anhebt: "In allen diesen Wäldern und in allen diesen Ortschaften hat sich einst eine merkwürdige Tatsache ereignet ..."
Adalbert Stifter ist einer der bedeutendsten Erzähler Österreichs. 1805 geboren, studierte Jura in Wien, arbeitete als Privatlehrer und Maler, später als Schulrat in Linz. Er starb 1868. Seine frühen Werke sind von der Romantik beeinflusst. Neben den Erzählungen schrieb er auch den Roman Nachsommer, den Nietzsche für die »vollkommenste deutsche Prosadichtung« hielt.
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