Zeitgenössische Bewunderer priesen die irisierenden Gläser Josef Emil Schneckendorfs (1865-1949) in den höchsten Tönen: Sie gestanden ihnen "Farben von einer Pracht und Leuchtkraft" zu, die bisher in der Edelglasherstellung nicht erzielt wurden. Zur Glaskunst kam Schneckendorf in München unter dem Eindruck des Jugendstils sowie der Schöpfungen von Tiffany, Koepping und Lötz. Die glastechnische Errungenschaft, die durch Zersetzungsprozesse im Boden hervorgerufene Irisschicht antiker Gläser auf künstlichem Weg zu erzeugen, hatte Ende des 19. Jahrhunderts einen Boom ausgelöst: Iris, Lüster und Metallreflexe wurden ein großes Thema in der Herstellung von Edelglas.
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