Was bedeutet christlicher Glaube im 20. Jahrhundert und wie findet ein Christ Orientierung in diesem Jahrhundert voller gesellschaftlicher Umbrüche und menschlicher wie auch politischer Katastrophen?
Seit einhundert Jahren werden Christen im Glaubens- und im Alltagsleben vom Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg begleitet, seit 1905 informiert es über das politische und soziale Geschehen in den einzelnen Gemeinden, in der württembergischen Landeskirche sowie deutschland- und weltweit.
Es kommentiert, gibt Wegweisung und zeigt somit die Vielfalt der möglichen Antworten auf den Glauben im Alltag. Dabei verzichtet es nicht auf unbequeme Themen wie den Umgang mit dem Nationalsozialismus oder auf provokante Thesen in Theologie und Gesellschaft wie die Zulassung von Frauen zum Pfarramt oder die Frauenfrage allgemein.
Zum 100jährigen Bestehen des Evangelischen Gemeindeblatts in Württemberg erscheint dieser Jubiläumsband, der die Gemeindeblätter geschichtlich auswertet und das letzte Jahrhundert durch vielfältige Abbildungen lebendig werden lässt.
Die Evangelische Kirchengebietspresse verband und verbindet seit über hundert Jahren evangelische Frauen und Männer in einer redenden und schreibenden und mithin kommunizierenden Gemeinschaft. Es ist faszinierend, diesem Dialog nachzugehen. Der historische Rückblick, am Beispiel der größten evangelischen Kirchengebietszeitung in Deutschland, dem Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg, erschließt die Hoffnungen und Ängste evangelischer Christen aus einem ganzen Jahrhundert. Er lässt die verschiedenen Epochen an uns vorüberziehen, berichtet von Irrtümern und vom Scheitern, von richtigen Entscheidungen und kirchlichen Höhepunkten. Dem Autor gelingt es auf spannende Weise nicht nur hundert Jahre Pressegeschichte, sondern auch die Vielfalt des Protestantismus vom Kaiserreich, über die Zeit des Nationalsozialismus bis zum heutigen Tage zu beschreiben. Ein lebendiges Kapitel evangelischer Kirchengeschichte.
Rainer Lächele, PD Dr. habil., studierte Evangelische Theologie, Geschichte und Politikwissenschaften in Tübingen und Gießen und promovierte 1992 zum Dr. Phil. Er erhielt 1994 den Johannes-Brenz-Preis und ein Postdoc-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung Köln.Er ist Privatdozent am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Marburg, und hatte zwei Jahre die Vertretung der Professur für Kirchengeschichte an der Universität Gießen inne. Neben Lehraufträgen an den Universitäten Gießen, Marburg und Schwäbisch Gmünd, arbeitet er seit Jahren als freier Historiker, Herausgeber und Autor.
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