Der Priester intonierte in einem eigentümlichen Singsang die alten Worte der Heiligkeit der Ehe. Die Luft war schwer von Räucherwerk, süß, holzig und betäubend. Helena bebte, doch sie spürte Ians Hand, die ihre kalten Finger sanft und doch fest drückte, seine Ringe kühl in ihrer bemalten Handfläche. Stunden schien es zu dauern, ehe der Priester zu ihnen trat und Ian, der sich tief verbeugte, einen langen, bestickten Schal umlegte, dessen Ende er mit einem Zipfel von Helenas Sari verknotete. Symbolisch so miteinander vor den Göttern verbunden, schritten sie langsam um das Feuer, insgesamt siebenmal, unter dem Gesang des Priesters und der gespannten Stille der Menge, die im Dunkel um das Feuer nur mehr zu erahnen war. Der Priester reichte Ian eine Schale mit rotem Zinnoberpuder, in das dieser den Ring an seinem Ringfinger tauchte und Helena damit über die Stirn strich. Eine Geschichte wie Indien selbst dramatisch wie der Monsun, farbenprächtig wie eine indische Braut und bewegend wie ein Sonnenaufgang im Himalaya.
Cornwall, 1876: Nach dem Tod ihres Vaters Vollwaise, sieht sich die junge Helena Lawrence vor dem finanziellen Ruin stehen. Der geheimnisvolle Ian Neville, der wie aus dem Nichts in ihr Leben tritt, macht
ihr ein Angebot: Er wird für ihr Auskommen sorgen wenn sie ihn heiratet und auf seine Teeplantage im indischen Darjeeling begleitet. Zuerst widerwillig, sieht Helena schließlich keinen anderen Ausweg
mehr, als mit ihm zu gehen. Das fremde, exotische Indien mit seinen Farben und Düften schlägt Helena in seinen Bann, und sie glaubt fast schon daran, hier glücklich zu werden. Doch trotz Momenten der
Nähe bleibt Ian ihr fremd. Sein Geheimnis droht Helenas Leben und ihre aufkeimende Liebe zu ihm für immer zu zerstören. Eine dramatische Liebesgeschichte vor der farbenprächtigen Kulisse Indiens, detailgenau
recherchiert und meisterhaft erzählt. Wer in eine fremde Welt voller Mythen und Geheimnisse mitten im farbenprächtigen und orientalisch duftenden Indien eintauchen möchte, der wird diese Geschichte nicht
so schnell beiseite legen. Neue Welt, Düsseldorf Eine Geschichte wie Indien selbst - dramatisch wie der Monsun, farbenprächtig wie eine indische Braut und bewegend wie ein Sonnenaufgang im Himalaja.
Toggenburger Tagblatt, Zürich
Nicole Vosseler stammt aus Villingen-Schwenningen. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz. Sie lebt und arbeitet in Konstanz.
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