Das Schlüsselwerk zum Verständnis des Staates Israel<br />
<br />Für jeden, der sich über das Judentum im Allgeinen und über Israel im Speziellen eine fundierte Meinung bilden will, ist die Lektüre dieses Buches unverzichtbar. Zu einer Zeit, als es in Europa opportun war, die sogenannte Judenfrage mit antisemitischer Polemik lösen zu wollen, schrieb Theodor Herzl (1860-1904) sein Plädoyer für einen eigenständigen jüdischen Staat und wurde damit zum Begründer des politischen Zionismus. Nüchtern und umsichtig in der Analyse der herrschenden Zustände, wegweisend in den Ideen, ist dieses Buch unabdingbar für das tiefere Verständnis des Judentums wie des Staates Israel.<br />
<br />«Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse, wenn sie sich auch noch so und anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird.» (Theodor Herzl)<br />
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Das Schlüsselwerk zum Verständnis des Staates Israel§Für jeden, der sich über das Judentum im Allgeinen und über Israel im Speziellen eine fundierte Meinung bilden will, ist die Lektüre dieses Buches unverzichtbar. Zu einer Zeit, als es in Europa opportun war, die sogenannte Judenfrage mit antisemitischer Polemik lösen zu wollen, schrieb Theodor Herzl (1860 1904) sein Plädoyer für einen eigenständigen jüdischen Staat und wurde damit zum Begründer des politischen Zionismus. Nüchtern und umsichtig in der Analyse der herrschenden Zustände, wegweisend in den Ideen, ist dieses Buch unabdingbar für das tiefere Verständnis des Judentums wie des Staates Israel.§"Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse, wenn sie sich auch noch so und anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird." (Theodor Herzl)
"Der Gedanke, den ich in dieser Schrift ausführe, ist ein uralter. Es ist die Herstellung des Judenstaates. Die Welt widerhallt vom Geschrei gegen die Juden, und das weckt den eingeschlummerten Gedanken auf.§Ich erfinde nichts, das wolle man sich vor allem und auf jedem Punkte meiner Ausführungen deutlich vor Augen halten. Ich erfinde weder die geschichtlich gewordenen Zustände der Juden noch die Mittel zur Abhilfe. Die materiellen Bestandteile des Baues, den ich entwerfe, sind in der Wirklichkeit vorhanden, sind mit Händen zu greifen; jeder kann sich davon überzeugen. Will man also diesen Versuch einer Lösung der Judenfrage mit einem Worte kennzeichnen, so darf man ihn nicht "Phantasie", sondern höchstens "Kombination" nennen.§Gegen die Behandlung als Utopie muß ich meinen Entwurf zuerst verteidigen. Eigentlich bewahre ich damit nur die oberflächlichen Beurteiler vor einer Albernheit, die sie begehen könnten. Es wäre ja keine Schande, eine menschenfreundliche Utopie geschrieben zu haben. Ich könnte mir auch einen leichteren literarischen Erfolg bereiten, wenn ich für Leser, die sich unterhalten wollen, diesen Plan in den gleichsam unverantwortlichen Vortrag eines Romans brächte. Aber das ist keine solche liebenswürdige Utopie, wie man sie vor und nach Thomas Morus so häufig produziert hat. Und ich glaube, die Lage der Juden in verschiedenen Ländern ist arg genug, um einleitende Tändeleien überflüssig zu machen.§Um den Unterschied zwischen meiner Konstruktion und einer Utopie erkennbar zu machen, wähle ich ein interessantes Buch der letzten Jahre: "Freiland" von Dr. Theodor Hertzka. Das ist eine sinnreiche Phantasterei, von einem durchaus modernen, national-ökonomisch gebildeten Geist erdacht, und so lebensfern wie der Äquatorberg, auf dem dieser Traumstaat liegt. "Freiland" ist eine komplizierte Maschinerie mit vielen Zähnen und Rädern, die sogar ineinander greifen; aber nichts beweist mir, daß sie in Betrieb gesetzt werden könne. Und selbst wenn ich Freilandsvereine entstehen sehe, werde ich es für einen Scherz halten.§Hingegen enthält der vorliegende Entwurf die Verwendung einer in der Wirklichkeit vorkommenden Treibkraft. Die Zähne und Räder der zu bauenden Maschine deute ich nur an, in aller Bescheidenheit, unter Hinweis auf meine Unzulänglichkeit und im Vertrauen darauf, daß es besser ausführende Mechaniker geben wird, als ich einer bin.§Auf die treibende Kraft kommt es an. Und was ist diese Kraft? Die Judennot.§Wer wagt zu leugnen, daß diese Kraft vorhanden sei? Wir werden uns damit im Kapitel über die Gründe des Antisemitismus beschäftigen.§Man kannte auch die Kampfkraft, die im Teekessel durch Erhitzung des Wassers entstand und den Deckel hob. Diese Teekesselerscheinung sind die zionistischen Versuche und viele andere Formen der Vereinigung "zur Abwehr des Antisemitismus".§Nun sage ich, daß diese Kraft, richtig verwendet, mächtig genug ist, eine große Maschine zu treiben, Menschen und Güter zu befördern. Die Maschine mag aussehen, wie man will.§Ich bin im Tiefsten davon überzeugt, daß ich Recht habe - ich weiß nicht, ob ich in der Zeit meines Lebens Recht behalten werde. Die ersten Männer, welche diese Bewegung beginnen, werden schwerlich ihr ruhmvolles Ende sehen. Aber schon durch das Beginnen kommt ein hoher Stolz und das Glück der innerlichen Freiheit in ihr Dasein.§Um den Entwurf vor dem Verdacht der Utopie zu schützen, will ich auch sparsam sein mit malerischen Details der Schilderung. Ich vermute ohnehin, daß gedankenloser Spott durch Zerrbilder des von mir Entworfenen das Ganze zu entkräften versuchen wird. Ein im übrigen gescheiter Jude, dem ich die Sache vortrug, meinte: "Das als wirklich dargestellte zukünftige Detail ist das Merkmal der Utopie." Das ist falsch. ..."
"'Der Judenstaat' gehört wegen seiner historischen Bedeutung zur Weltliteratur. Er war die Grundlage für den Zionismus... Bis heute wird Herzl in Israel als Visionär des Staates verehrt." (Deutschlandfunk)
Theodor Herzl,geboren 1860 in Budapest, studierte in Wien Rechtswissenschaften.. Als Korrespondent der Neuen Freien Presse berichtete er drei Jahre lang aus Paris, unter anderem über die Dreyfus-Affäre. Unter diesen Eindrücken veröffentlichte er 1896 seine Schrift Der Judenstaat. Anschließend arbeitete Herzl als Feuilletonist für die Neue Freie Presse. Zeit seines Lebens kämpfte er für sein großes Ziel, eine Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina zu errichten. 1904 starb er in Edlach bei Reichenau.
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