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Harko und der Kunstprofessor. Der Bulle von Korfu, Band 3

   von Roberto Bardéz, Roberto Bardez

buch.de-Verkaufsrang:
956
ISBN-10:
3-9810177-2-2
ISBN-13:
978-3-9810177-2-4
Erschienen:
02.2007
Sofort lieferbar
Aus der Reihe:
«Der Bulle von Korfu»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
5 schw.-w. Abbildungen, 6 schw.-w. Fotos, 2 schw.-w. Zeichnungen
Seitenzahl:
264
Gewicht:
222 g
Erschienen bei:
HSB-Verlag
Herausgeber: Harald Braun

Kurzbeschreibung

Die Kalte Sophie hat zugeschlagen: Nicht als Eisheilige mit einem Kaltwettereinbruch, sondern als drei Meter große Plastik aus Edelstahl ist sie ihrem Schöpfer, dem pensionierten Kunstprofessor Xaver Hintermooser, in einem Sturm auf den Kopf gefallen. Für die griechische Polizei ist der Tod des Professors ein Unfall, doch Roberto Bard�z, der gerade in einer Krise steckt und der darüber mit dem fleißigen, aber erfolglosen Künstler diskutiert hat, glaubt an Selbstmord. Harko hat eine dritte Theorie: Er sagt, es war Mord. Wie sogar Roberto zugeben muss, hat er dafür allen Grund. Es beginnt eine verzwickte Suche nach dem Täter, bei der Harko und Roberto zu ungewöhnlichen Mitteln hart am Rande der Legalität greifen. Die Krimireihe - Der Bulle von Korfu:
Roberto Bard�z, gebürtiger Argentinier, ist Autor und Figur zugleich: Als multisprachlicher Ich-Erzähler berichtet er in der Krimi-Reihe Der Bulle von Korfu mit Witz und viel Selbstironie, wie er mit seinem Freund und Partner Hartmut Kolbe, genannt Harko, einem ehemaligen Kommissar aus Deutschland, schwierige Kriminalfälle löst. Ihr Vorgehen ist nicht immer konventionell, und die Beiden sind auch nicht immer einer Meinung: Roberto hat als Schriftsteller eine blühende Phantasie und hält (fast) alle Menschen für Engel, Harko richtet sich streng nach Fakten und weiß um die kriminellen Energien, die in vielen Menschen schlummern. Ge-meinsam mit Georgos Katsatopoulos, dem Reviervorsteher von Karousades, Manousos, einem lokalen Bauunternehmer, und vielen Anderen erleben sie in Afionas, einem kleinen Dorf im Nordwesten Korfus, spannende Abenteuer, die sie gelegentlich auch in die weite Welt führen.

Leseprobe

Georgos Katsatopoulos, der Reviervorsteher der kleinen Polizeistation in Karousades, hatte schlechte Laune. Sogar so schlechte Laune, dass er den vor ihm stehenden Heleniko, den starken, schwarzen griechischen Kaffee, den er von morgens bis abends trank, noch nicht einmal angerührt hatte. Der Grund für Georgos Mißstimmung war Vassilis Bardis, der Ortsvorsteher von Afionas, der gerade seinem Ärger Luft machte. Und Vassilis war in dieser Woche bereits der fünfte."Bekniet hat er mich, zwei Monate lang hat er buchstäblich gebettelt, bis ich nachgegeben habe. Was ist schon dabei, habe ich mir gedacht. Und ihm auch noch den Traktor der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Ein Kunstwerk, hat er gesagt, ein einziges. Ausnahmsweise sogar eines, das gefällt. Wir haben noch gemeinsam den Standort ausgesucht: Unten am Strand von Agios Georgios, an einer Stelle, an der es auffällt, aber nicht stört. Doch was macht er? Während ich zu wichtigen Besprechungen in Athen bin, verunstaltet er die ganze Straße mit seinem Müll, von seinem Haus bis zum Strand. Jetzt behauptet er steif und fest, erst alles zusammen sei ein Kunstwerk und ich habe die Aufstellung genehmigt. Sie müssen ihn zur Vernunft bringen, er muss dieses schreckliche Zeug wieder entfernen." Er, das war Professor Xaver Hintermooser, bis vor fünf Jahren ordentlicher Professor in München und seitdem engagierter, bislang jedoch regelmäßig missverstandener freischaffender Künstler, außerdem Einwohner von Afionas, einem kleinen Ort an der Nordwestküste Korfus. Und das schreckliche Zeug, über das sich neben Vassilis Bardis auch die anderen Einwohner von Afionas aufregten, war das, was Professor Hintermooser als Kunst bezeichnete.§ Seine Liebe galt in erster Linie dem Edelstahl. Bereits ein Stück eigenwillig verbogenen rostfreien Stahls, das er auf einem Schrottplatz fand, schien ihm wert, der Nachwelt als von ihm entdecktes Kunstobjekt erhalten zu bleiben. In zweiter Linie galt seine Liebe dem Holz; regelmäßig suchte der Professor am Strand nach Treibholz. Ein von den Wellen geschliffenes und von der Sonne gebleichtes Stück Olivenholz konnte ihn zu stundenlangen kontemplativen Versenkungen anregen. Treibholz in Verbindung mit einem Edelstahlrest war für ihn die perfekte Symbiose aus Natur und Zivilisation, gleichermaßen dazu geeignet, den Betrachter in ehrfürchtiges Staunen zu versetzen wie ihn durch Provokation zum Nachdenken zu zwingen.§ Als Intellektueller, der sich niemals in die profanen Niederungen der kommerziellen Verwertung seiner Kunstobjekte begeben hätte, konnte der Professor nur wenige Werke verkaufen. Sein großes Grundstück, anfangs nur mit wenigen, ausgesuchten Objekten dekoriert, glich inzwischen mehr und mehr einem Warenlager für Edelstahlschrott und Feuerholz. So war der Professor, ob aus Überzeugung oder der schlichten Notwendigkeit heraus, Platz zu schaffen, auf die Idee gekommen, eines seiner Kunstwerke der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Was in diesem Fall hieß: Den Bewohnern von Afionas und den Touristen, die in der Bucht von Agios Georgios Urlaub machten.



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