Kurzbeschreibung:
Der Longseller seit fast 3000 Jahren
Dieses Kultspiel aus Fernost bietet unendlich viele Lösungsmöglichkeiten. Entdecken Sie immer wieder neue Formen und Figuren. Ein Tüftelvergnügen, das Konzentration erfordert und Vorstellungskraft fördert. Die einzelnen Teile sind sorgfältig aus Holz gearbeitet. Das Spiel eignet sich auch fürs Gehirntraining unterwegs ganz perfekt - 400 Tangram-Aufgaben warten darauf, gelöst zu werden.
Leseprobe:
Ein Tangram besteht aus sieben Teilen: zwei kleine Dreiecke mit der Flächengröße I, ein mittleres Dreieck, ein Quadrat und ein Parallelogramm, jeweils mit der Fläche 2, und zwei große Dreiecke mit der Fläche 4.
Was Ist ein Tangram?
Im Allgemeinen bezeichnet Tangram ein Rätsel- oder Legespiel, aus dessen sieben Teilen sich nahezu unendlich viele Figuren legen lassen. Oft werden aber auch die so entstandenen Figuren selbst Tangram genannt.
Die Geduldsprobe oder das "Rätsel" besteht darin, eine solche, lediglich als Silhouette vorgegebene Figur mit allen sieben Teilen nachzulegen. Dabei dürfen die Teile nie übereinander, nur nebeneinander liegen. Das ist auch schon die ganze Spielregel. Und wie Sie noch sehen werden, hört sich das einfacher an, als es ist.
Ein Legespiel aus China
Die Geschichte des Tangrams liegt im Dunkeln. Sicher ist, dass es aus China stammt und Anfang des 19. Jh.s - vielleicht über Japan - nach Europa
kam. Der Name Tangram entstammt aller Wahrscheinlichkeit nach der englischen Sprache und ist wohl eine Zusammensetzung aus einem (kantonesischen) Wort für China (Tang) und dem griechischen gramma - in verkürzter, englischer Schreibweise - für "Geschriebenes".
In China selbst nennt man das vermutlich über 400 Jahre alte Spiel qiqiaotu, qiqiaoban ("Sieben-Geschicklichkeiten-Bild" bzw. "sieben Geschicklichkeitsbrettchen") oder auch kurz qiban ("Siebenbrett"). Es war einst wohl aus der gezielten, bildhaften Anordnung von kleinen Banketttischen hervorgegangen und wurde im Laufe der Zeit zu einem Gesellschaftsspiel. In Europa wird es vor allem seiner Rätselqualitäten wegen geschätzt. So heißt die Ausgabe der für ihre Steinbaukästen berühmten Firma Anker von 1891 folgerichtig "Kopfzerbrecher".
Traditionellerweise wurde das "Siebenbrett" aus Holz, Karton oder Papier gefertigt; Ausführungen in Elfenbein stammen aus den wohlhabenden Haushalten chinesischer Mandarine, Varianten aus Plastik aus dem 20. Jh.
Was macht und kann ein Tangram?
Ein Tangram-Bild funktioniert wie jede andere Art der Abbildung auch: durch mehr oder weniger starke Abstraktion der
"wirklichen" Form.
Tangram-Bilder entstehen erst in unseren Köpfen. Denn die Geometrie eines Tangrams ist selbstverständlich viel zu "grob", um einen konkreten Gegenstand darstellen zu können (es sei denn, es handelt sich um eine "Kiste" oder "Scherben"). Erst unser Gehirn assoziiert und verbindet die abstrakte Form mit bekannten Umrissen aus seiner Datenbank. Im Grunde funktioniert also auch ein Tangram-Bild so wie jede Abbildung, vom Urlaubsfoto bis zum Verkehrsschild.
Vielleicht macht es aber gerade auch diese Assoziationsfähigkeit unseres Gehirns manchmal so schwierig, hinter das Legemuster eines Tangram-Bildes zu kommen: Wir sollen "Rechtecke" und "Dreiecke" denken, wo wir doch eindeutig eine Katze sehen. Aber auch die Fähigkeit der Tangram-Teile, sich zu "tarnen" oder zu "verstecken", sollten wir nicht unterschätzen. Ein Quadrat ist manchmal eben nur scheinbar ein Quadrat...
Zu den Schwierigkeiten, die passenden Teile zu finden, trägt auch das Parallelogramm (der Rhomboid) nicht unerheblich bei, da es spiegelverkehrt gelegt werden darf.
Entgegen allem Anschein hat das Quadrat keinen zwangsläufig festgelegten Platz in der abgebildeten Figur.
Das Parallelogramm ändert seine Ausrichtung, wenn es von einer auf die andere Seite gedreht wird, und ist damit der "Joker" im Tangram.
Die Beschäftigung mit dem Tangram ist ein idealer Weg, unser logisches Denken und gleichzeitig die räumlich-bildliche Vorstellung zu trainieren. Auch die Kreativität wird beim Lösen eines Tangram-Problems gefordert und geschult.
Gut gescannt Ist halb gelöst
Die Hauptschwierigkeiten sind bekannt: Der Parallelogramm-Joker, die kleineren Formen, die sich in den größeren verstecken, die größeren, die sich als kleinere tarnen. Dennoch ist die beste Strategie beim Auflösen einer Tangram-Silhouette immer noch das "Scannen" nach auffälligen Formen. Wenn es sie gibt, sind das zunächst einmal die frei liegenden Teile, die nicht in eine größere Form eingeschlossen sind. Auch die beiden großen Dreiecke lassen sich nicht so leicht verstecken. Es ist also nie verkehrt, sich zunächst nach der Position der beiden "Riesen" umzusehen. Bei ganz kniffligen Bildern muss man dann wohl systematischer vorgehen, entweder durch das Unterteilen in zunächst kleinere, dann schrittweise größere Teilflächen - oder einfach durch Ausprobieren ...
Zwei Lösungswege: Systematische Annäherung (A) - die große, "unübersichtliche" Fläche wird in kleinere Flächen aufgeteilt.
Versuch und Irrtum (B): Nachdem die "offensichtlichen" Felder besetzt sind, platziert man als nächstes die zwei großen Dreiecke.
Autorenportrait:
Norbert Pautner zeichnet und malt, seit er einen Stift halten kann. Irgendwann erfand er dann auch die passenden Geschichten zu seinen Bildern und hat das Büchermachen nach einigem Hin und Her schließlich ganz zu seinem Beruf gemacht.