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Vorlesen oder die Kunst, Bücher in Kinderherzen zu schmuggeln. Kinder fordern uns heraus

   von Susanne Held

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-608-94115-0
ISBN-13:
978-3-608-94115-9
Erschienen:
08.2006
Ist nicht mehr lieferbar.
Aus der Reihe:
«Kinder fordern uns heraus»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
21 cm
Seitenzahl:
160
Gewicht:
215 g
Erschienen bei:
Klett Cotta

Kurzbeschreibung

Kennen Sie noch die Bücher von Astrid Lindgren aus Ihrer Kindheit? Wollen Sie nicht sich und Ihre kleinen Zuhörer ins Land der Phantasie entführen und >>Ronja Räubertochter<< vorlesen? Der Tiger, der Bär und Panama von Janosch sind dann bald aus den Kinderherzen gar nicht mehr wegzudenken. Alle Studien über die Wichtigkeit des Lesens können Sie spätestens dann getrost vergessen: Aus einem Lesemuffel werden Sie zwar vielleicht keine Leseratte >>klonen<< können, aber Kinderherzen durch Bücher zu verzaubern gelingt Ihnen allemal spielend. Wetten, daß ...?Wer weiß, vielleicht verhexen Sie ja die eine oder andere Kinderseele, und dann leben Sie unversehens mit einer kleinen zauberhaften Lesefee oder einem unerschütterlichen mittelgroßen Büchernarren zusammen. Übrigens, die Droge Lesen gehört zu den gesundheitlich völlig unbedenklichen Süchten. Ein Leben lang. Wetten, daß ...?Die ausgewählten Vorlese-Bücher:- Oh wie schön ist Panama (Janosch)- Norbert Nackendick (Michael Ende, Reinhard Michl)- Irgendwie Anders (K. Cave, C. Riddell)- Armer Pettersson (Sven Nordqvist; >>Findus & Pettersson<<)- Pu der Bär (Alan Alexander Milne)- Eine Woche voller Samstage (Paul Maar; >>Sams<<)- Ronja Räubertochter (Astrid Lindgren)- Tintenherz (Cornelia Funke)

Beschreibung

Kennen Sie noch die Bücher von Astrid Lindgren aus Ihrer Kindheit? Wollen Sie nicht sich und Ihre kleinen Zuhörer ins Land der Phantasie entführen und "Ronja Räubertochter" vorlesen? Der Tiger, der Bär und Panama von Janosch sind dann bald aus den Kinderherzen gar nicht mehr wegzudenken. Alle Studien über die Wichtigkeit des Lesens können Sie spätestens dann getrost vergessen: Aus einem Lesemuffel werden Sie zwar vielleicht keine Leseratte "klonen" können, aber Kinderherzen durch Bücher zu verzaubern gelingt Ihnen allemal spielend. Wetten, daß ...?
- Oh wie schön ist Panama (Janosch)
- Norbert Nackendick (Michael Ende, Reinhard Michl)
- Irgendwie Anders (K. Cave, C. Riddell)
- Armer Pettersson (Sven Nordqvist; "Findus & Pettersson")
- Pu der Bär (Alan Alexander Milne)
- Eine Woche voller Samstage (Paul Maar; "Sams")
- Ronja Räubertochter (Astrid Lindgren)
- Tintenherz (Cornelia Funke)

Inhaltsverzeichnis

1 Vorlesen oder Die Kunst, mit Geschichten Kinderherzen zu gewinnen

2 Heimat-Finden statt Heimat-Suchen

3 Trotzig, wütend, einsam ...

4 Freund seinund Freunde haben

5 Auf den Tisch hauen mit Pettersson

6 Durch das Dickicht der Zeichen auf die Lichtung der Geschichte

7 Der Vorleser: König der Welt

8 Über Abgründe

9 Wem gehört eine Geschichte?

Literatur

Leseprobe

"9 Wem gehört eine Geschichte? "Tintenherz" von Cornelia Funke §§Selten hat mich ein Buch als Buch so sehr berührt wie "Tintenherz" von Cornelia Funke. Das liegt zunächst einmal gar nicht am Inhalt, sondern an dem Umstand, dass das Leben mit und in Büchern in ihm eine entscheidende Rolle spielt. Der Vater der 12-jährigen Heldin Meggie ist Buchbinder, Bücher sind also - ganz abgesehen von den Geschichten, die sie erzählen - das Material seines Handwerks, das er mit Hingabe praktiziert. Meggie selbst ist nicht nur leidenschaftliche Leserin, die sich für jede mögliche Lebenslage höchst differenzierte Gedanken darüber zu machen vermag, welches Buch nun wohl als Begleiter das passendste sein könnte - davon gleich mehr -, der ganze Alltag ist vielmehr geprägt, ja geradezu durchdrungen von Büchern:"Überall in ihrem Haus stapelten sich Bücher. Sie standen nicht nur in Regalen wie bei anderen Leuten, nein, bei ihnen stapelten sie sich unter den Tischen, auf Stühlen, in den Zimmerecken. Es gab sie in der Küche und auf dem Klo, auf dem Fernseher und im Kleiderschrank, kleine Stapel, hohe Stapel, dicke, dünne, alte, neue ... Bücher. Sie empfingen Meggie mit einladend aufgeschlagenen Seiten auf dem Frühstückstisch, trieben grauen Tagen die Langeweile aus - und manchmal stolperte man über sie."(S. 11f.) Bücher als Gegenstände also spielen eine wichtige Rolle in Cornelia Funkes Geschichte. §§Die Geschichte in diesem Buch ist eine höchst spannende, vergnügliche, anrührende, kluge Auseinandersetzung mit der Frage: Wem gehört eine Geschichte? §§Gehört sie dem, der sie schreibt? §§Oder gehört sie der Hauptfigur innerhalb der Geschichte? §§Gehört sie den Lesern, die sie erst zu einem Erlebnisorgan machen, zu einem Muster, durch das hindurch sie ihre Wirklichkeit besser verstehen und bewältigen? §§Oder gehört sie, womit sich der Bogen zum Schöpferischen schließt, denjenigen, die sie durchs Vorlesen lebendig machen? §§Die knisternde Spannung in der zentralen Szene des Buchs"Tintenherz"von Cornelia Funke kommt nun daher, dass der Autor, der alte Mann Fenoglio, bei der Begegnung mit seinem Geschöpf zunächst einmal feststellen kann, wie außerordentlich gut ihm dieser Schurke gelungen ist. Der ganz und gar böse Capricorn wird in der Begegnung, da die Welt des Autors mit der seines Werkes verschmilzt, insofern gut, als er ein geglückter Bestandteil unter mehreren, ja geradezu die tragende Figur in einer gut funktionierenden Geschichte ist. Und Fenoglio, restlos entzückt von der gelungenen Gestalt, die er allein geschaffen hat, braucht lange - ein psychologisch äußerst scharfsinnig dargestellter Prozess -, bis er erkennt, dass er im unerschütterlichen Selbstbewusstsein seiner Schöpfer- und Autorenrolle einer fatalen Selbsttäuschung unterliegt, aus der ihn die schockierende Erkenntnis, ein Opfer seines Geschöpfes Capricorn zu sein, erst befreit, als es schon fast zu spät ist: Der Autor Fenoglio ist Gefangener des von ihm erdachten Bösewichts, diesem hilflos ausgeliefert. Sehr prägnant wird dieses unvermittelte Wegkippen der selbstbewussten Autorenherrlichkeit mit dem Bild eines Löwenkäfigs vorgestellt: Fenoglio war entzückt wie ein Kind vor einem Löwenkäfig von der Bestie hinter den Gitterstäben - um plötzlich mit abgrundtiefem Entsetzen feststellen zu müssen, dass der Käfig nicht existiert! Denn ein hingeschriebener Löwenkäfig ist kein Zwinger für echte Raubkatzen - und die Behauptung Fenoglios, er sei der Erfinder von Capricorn und seiner Geschichte, lässt diesen selbstverständlich nur in verächtliches Hohngelächter ausbrechen. §§Und nun wird das Böse: der Bösewicht und seine Helfershelfer wirklich stark. Es ist die Stärke der Skrupellosigkeit, des Schreckens, der Gewalt, die Stärke von Hass und Terror. Fenoglio muss schmerzhaft erfahren, welch ein immenser Unterschied besteht zwischen dem Erfinden und Ausgestalten einer bösen Figur und der Tatsache, dieser geballt-g

Portrait

Susanne Held wurde 1954 in Wetzlar geboren.§Heute arbeitet sie als Lektorin und verbringt ihre Freizeit neben dem Schreiben, Klavierspielen und Pilgern - wie sollte es anders sein - mit Lesen und Vorlesen.



Mehr über...
  • Mehr über:  Lesen, Erziehung, Kind / Entwicklung, Förderung, Leseförderung, Kinderliteratur, Kinderbücher
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  • Mehr von:  Susanne Held, Klett-Cotta / J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachtfolger GmbH


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