«Es liegt eine Atemlosigkeit in der meditativen Ruhe dieser Texte, es liegen Rufe in ihrer Stille, Stolpersteine in ihrer Leichtigkeit. Und da sind noch andere lebendige Gegensatzpaare zu finden, in dieser quecksilbrigen Prosalyrik von Werner Lutz. Sie werden es mit Medaillons zu tun kriegen, vom Miniaturenmeister gefasst, uns an den eigenen Herzschlag gelegt – handelnd von immer neu und überall, gross und klein sich formulierender Sehnsucht. Sehnsuchtsmaschinchen, praktisch wie Taschensonnenuhren in der Wüste. Wie viel Uhr ist es? Die Antwort ist exakt, aber zeitgemäss vergeblich.» Tadeus Pfeifer
Leseprobe: «Aufregend das Frühjahr, tagtäglich, nachtnächtlich tut sich Erstaunliches, weint und zwängt es in den Knospen, Plappermäuler plappern, die Espe übt ihr zitterndes Espeln, der Hasel sein üppiges Haseln, nicht auszudenken, was die Frühkartoffeln miteinander in der Erde treiben, nur der Holunder trödelt holundrig hinterher»
Werner Lutz, 1930 in Wolfhalden in der Schweiz geboren, lebt als Maler und Lyriker in Basel. Zuletzt erschien 1992 im Ammann Verlag der Gedichtband Flußtage. Für sein dichterisches und bildnerisches Werk wird er 1996 von der Kulturstiftung des Kantons Appenzell AR ausgezeichnet.
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