Riemville, Landeshauptstadt, Universitätsstadt, Heimstatt zweier erfolgreicher Fußball-Mannschaften. Dorthin zieht es Florian, den älteren Bruder von Martin Langer, im Jahre 1960. Riemville, die einzige Universitätsstadt in Deutschland, in der keine Angehörigen oder Bekannten seiner Familie wohnen, scheint Florian Langer der rechte Ort, um Jura und Lebenserfahrung zu studieren. Ein multikulturelles Studentenwohnheim wird sein neues Zuhause. Hier findet Florian für bald ein Jahrzehnt Freunde, Gleichgesinnte, Anerkennung und die Frau, die ihn mit all seinen Schwächen und Fehlern liebt. Doch hinter studentischem Fleiß und ernsten Gesprächen, zärtlichen Träumereien und jugendlicher Ausgelassenheit baut sich für den Gerechtigkeitsfanatiker Florian Langer allmählich eine zweite, eine dunkle Welt auf, welche er vor seinen Freunden sorgsam verborgen hält. Nur seinen schriftlichen Aufzeichnungen vertraut er sich und seine radikalen Gedanken an. 1968 bringt der Tod eines geliebten Menschen, an dem Florian Mitschuld trägt, die endgültige Zäsur. Für ihn verliert sein »normales« Leben allen Sinn, er flieht aus der Gesellschaft, bricht die Brücken zu
Freunden und Familie ab. Dadurch ändert sich auch deren Leben von Grund auf. Selbst Martin Langer, der seinen älteren Bruder stets bewundert und diesem Vorbild nachgeeifert hat, verliert vorübergehend den Halt. Noch Jahrzehnte später treibt ihn die Frage um, warum alles so kommen musste.
Findet sich in Florians roter Mappe voller Tagebuchaufzeichnungen, Erzählungen, Gedichten und Notizen, die ihm die Mutter vor bald dreißig Jahren Händen anvertraut hat und für die sich jetzt im Jahre 2003 überraschend ein bekannter Verleger interessiert, vielleicht eine Antwort?
€ 16,80