Im US-Militär gibt es so viele Frauen wie in kaum einer anderen Armee. Mit ihrer Integration 1973 entstanden umfangreiche Gleichstellungsprogramme. Karin Gabbert untersucht deren Auswirkungen in der hierarchischen Organisation des US-Militärs. Auf der Basis von militärinternen Analysen, Interviews im Pentagon und Feldstudien im Institut zur Ausbildung von Gleichstellungsberatern stellt sie den erstaunlichen Wandel militärischer Männlichkeit dar: Gleichstellungspolitik hat sexuelle Belästigung reduziert, während sie weiterhin militärische Kampfbereitschaft stärken soll. Männlichkeit ist dabei immer weniger ein Kriterium. Was zählt, sind scheinbar geschlechtsneutrale Anforderungen wie Risikofreude, Leistungsdenken und Technikbesessenheit, die auch in der individualisierten Leistungsgesellschaft maßgeblich sind.
Karin Gabbert, Dr. rer. soc., studierte Soziologie und arbeitete zehn Jahre als Journalistin unter anderem bei der Wochenzeitung Freitag und der taz. Seit 2005 arbeitet sie für die Bundestagsfraktion »Die Linke« als Referentin für Außenpolitik.
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