Über dem sepiabraunen Zauber der Fotografien des 19. Jahrhunderts liegt der Geist der Entdeckung. Die Welt wird plötzlich in ihrer Unermesslichkeit, ihren vielfältigen Kulturen und rätselhaften Erscheinungen leidenschaftlich erkundet. Die Bilder der kühnen Fotografen, die sie als Schätze aus fernen Orten mitbringen, lösen Erstaunen und Bewunderung aus. Bald verbinden sich mit dem triumphalen Aufstieg der Fotografie selbstgefundene, ästhetisch künstlerische Kategorien, die das Medium verändern. Dieses metaphorische Erwachen der Fotografie ist auch die Zeit der großen Dichtungen von Charles Baudelaire und Paul Verlaine, Arthur Rimbaud, Stéphane Mallarmé oder William Butler Yeats. Die Fotografie ist jetzt neben den Bildern der Maler und dem dichterischen Wort Teil der geheimnisvollen Schönheit
"Beinahe jedes Foto der Frühzeit ist ein ästhetisches Wunderwerk, das wir wie die Bilder der Alten Meister im Museum immer wieder neuentdecken und bestaunen, deuten und bewundern müssen." (Wilfried Wiegand)
Heiner Bastian war langjähriger Mitarbeiter von Joseph Beuys, heute lebt er als Kurator, Sammler und Publizist in Berlin.
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