Kurzbeschreibung:
Wie kommt es, dass ein Kind Nackenschläge oder eine Niederlage gut wegsteckt, ein anderes dagegen daran zerbricht? Wieso gelingt es manchen Kindern, aus Krisen sogar gestärkt hervorzugehen? Welche Eigenschaften bringen diese Kinder mit, und welche Weichen für seelische Widerstandskraft werden schon in der Kindheit gestellt? Die Autoren, zwei erfahrene Kindertherapeuten, beschreiben, was die Eltern und Erzieher dafür tun können, dass die Kinder "stark" werden und die entscheidenden Ressourcen erwerben, die es ihnen ermöglichen, ihre Lebensbelastungen erfolgreich zu bewältigen. Sie vermitteln Eltern und Erziehern die Zuversicht, dass sie ihren Kindern vieles mit auf den Lebensweg geben können, was ihnen die seelische Widerstandskraft gibt, die sie benötigen, um später auch selbstständig ihren Weg im Leben zurückzulegen. Was Eltern und Erzieher auszeichnet, die ihren Kindern Resilienz vermitteln können:
? empathisch sein
? richtig kommunizieren
? die Kinder akzeptieren
? negative Lebensskripte ändern
? Kompetenzen der Kinder fördern
? Kindern helfen, Verantwortung übernehmen zu lernen
? Probleme lösen lernen
""" Resilienz
lat. resilire = zurückspringen, stammt aus der Biologie und bedeutet dort Spannkraft, Elastizität und Beweglichkeit.
Psychologen bezeichnen damit die seelische Widerstandskraft, die uns Krisen und Niederlagen meistern lässt und Schicksalsschläge bewältigen hilft. Resilienz ist der Wille zu überleben.
Leseprobe:
"1 Die Träume und die Wunschvorstellungen der Eltern
Was wünschen sich Eltern in aller Regel für ihre Kinder? Glück, schulische Erfol ge, Zufriedenheit mit dem Leben, dauerhafte Freundschaften - das ist es, was uns als Antwort auf diese Frage als erstes in den Sinn kommt. Es ist wohl keine zu grobe Vereinfachung, wenn wir bei näherer Überlegung zu dem Schluß kommen, daß unsere Kinder, um diese unsere elterlichen Vorstellungen verwirklichen zu können, sich Tag für Tag kompetent und erfolgreich mit den Anfor derungen und Notwendigkeiten auseinandersetzen müssen, auf die sie in ihrem Lebensumfeld treffen. Diese Bewältigungskompetenz bezeichnen wir als Resilienz.
Der Begriff Resilienz umfaßt die Fähigkeit eines Kindes, mit Druck und Belastungen fertigzuwerden, die täglichen Herausforderungen zu bewältigen, sich angesichts von Enttäuschungen oder unerfreulichen und traumatischen Erfahrungen rasch wieder zu fangen, klare und realistische Zielvorstellungen zu entwickeln, Probleme zu lösen, gut mit den Mitmenschen zurechtzukommen, sich selbst und anderen mit Respekt zu begegnen. Zahlreiche wissenschaftliche Unter suchungen über Kinder in schwierigen Lebensumständen stützen das Konzept der Resilienz als eines sehr gewichtigen Faktors. Es erklärt, weshalb manche Kinder mit erschreckenden Hindernissen in ihrem Leben fertigwerden und größte Anstrengungen auf sich nehmen, um sich ihren Weg in ein erfolgreiches Erwachsenenleben zu bahnen, während andere ihren frühen Erfahrungen und Lebensumfeldern zum Opfer fallen.
Wir präsentieren das Resilienzkonzept in dieser Weise, weil wir uns wohl alle - unabhängig von unseren ethischen, kulturellen, religiösen oder wissenschaftlichen Überzeugungen - darin einig sind, daß wir alles tun müssen, um unsere Kinder zu lebenstüchtigen Menschen zu erziehen. Daß wir wissen, was getan werden muß, bedeutet allerdings noch nicht, daß wir auch wüßten, wie die Aufgabe zu lösen sein könnte. Viele von uns betrachten die Welt zunehmend als einen Ort, der dem Großziehen von Kindern eher feindlich gesonnen ist. Es wäre aber keine realistische Lösung, die Mauern rund um unsere Familien höherzuziehen und die Haustür zweimal abzuschließen, um eine offensichtlich toxi sche Lebenswelt draußenzuhalten. Die Welt um uns herum als familienfeindlich und für Kinder verderblich zu verteufeln - eine Welt, der wir in Wahrheit doch alle angehören und für deren Zustand wir in einem gewissen Umfang verantwortlich sind -, das wird uns kaum von der unguten Ahnung befreien, daß die Zukunft große Widrigkeiten für unsere Kinder bereithält."
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort für die deutsche Ausgabe
Vorwort der Autoren
1 Die Träume und Wunschvorstellungen der Eltern
Die Welt- und Lebensorientierung des resilienten Kindes
Resilienzfördernde Welt- und Lebensorientierung der Eltern
Unsere Kinder, unsere Zukunft
2 Empathie lehren und vermitteln
Welche Funktion hat Empathie?
Ohne Empathie geht es nicht!
Umschalten auf eine empathische Sicht der Dinge
Der heilsame Einfl uss der Empathie
3 Wirksames Kommunizieren
Kommunikation und eine resiliente Welt- und Lebensorientierung
Hindernisse auf dem holprigen Weg zur erfolgreichen Kommunikation
Zehn Schritte zur wirksamen Kommunikation: Zuhören - lernen und verstehen - Einfluß nehmen
Kommunikation und Resilienz
4 Erziehungsauftrag und Wortwahl
Beharrlichkeit und Voraussagbarkeit: Gute, schlechte und untaugliche Skripts
Wie kommen negative Skripts zustande, und warum wiederholen wir mißglückte Abläufe immer wieder?
Fünf Leitsätze für die Abfassung positiver Skripts
Wir schreiben die Skripts, also können wir sie auch umformulieren
5 Liebe und Wertschätzung
Das Gefühl, geliebt zu werden
Liebe und der"charismatische Erwachsene"Resilienz und das Gefühl, geliebt zu werden
Wie Sie Ihren Kindern das Gefühl vermitteln können, daß sie geliebt und als sie selbst geschätzt sind - Sechs Schritte
6 Das Kind akzeptieren - so wie es ist
Akzeptanz als Voraussetzung von Resilienz
Akzeptanz und das Temperament des jeweiligen Kindes
Akzeptanz und das Problem der ungleichen Temperamente und Fähigkeiten
Akzeptanz und die Formulierung angemessener Erwartungen und Zielvorstellungen
Vier Schritte zur Akzeptanz
7 Erfolgserfahrungen
Hindernisse, die der Festigung von Kompetenzinseln entgegenstehen
Prinzipien für die Stärkung kindlicher Erfolgserfahrungen
Erfolg motiviert zu Wiederholung
8 Aus Fehlern lernen
Fehler und Rückschläge verstehen
Hindernisse, die den produktiven Blick auf eigene Fehler verstellen
Wie können wir unseren Kindern helfen, mit Fehlern und Mißerfolgen umzugehen?
Keine Furcht vor Fehlern
9 Verantwortungsbereitschaft, Mitgefühl und soziales Empfinden
Tätige Anteilnahme und Resilienz
Der Mythos vom mangelnden Verantwortungsgefühl
Wie können wir unseren Kindern helfen, Verantwortung, Mitgefühl und soziales Empfinden auszubilden?
Impuls und Gelegenheit
10 Problemlösefähigkeit und Entscheidungskompetenz
Problemlösefähigkeit und Resilienz
Hindernisse für die Ausbildung von Entscheidungskompetenz
Autorenportrait:
Robert Brooks, Ph. D., unterrichtet an der medizinischen Fakultät der Harvard Medical School und ist Mitarbeiter des Maclean Hospital. Er gilt als einer der führenden Referenten und Autoren zum Thema Selbstbewusstsein, Belastbarkeit, Motivation und Familienbeziehungen.
Sam Goldstein, Ph. D., lehrt an der Universität Utah und ist ein international bekannter Referent und Autor von bislang zehn Büchern über Kinderentwicklung.