Diese interdisziplinäre Studie leistet eine theoretische Begründung des Zusammenhangs zwischen Sprache, Sprechen und Identität und knüpft an die Postmoderne-Diskussion in den Kultur- und Sozialwissenschaften an. Es wird für die Beibehaltung des problematisch gewordenen Identitätsbegriffs plädiert, indem in einer linguistisch orientierten Neudefinition unter Rückgriff auf soziologische und psychologische Identitätstheorien die sprachlich-kommunikative Verfasstheit von Selbstkonstrukten herausgestellt wird. So gelingt es, ein Desiderat zu schließen, das trotz der kommunikativ-pragmatischen Wende und der mit ihr einhergegangenen Fokussierung auf die Sprachgebrauchenden in der Linguistik fortbesteht: Die Konzepte Sprecher- und Sprachidentität werden als zentrale Elemente in der Sprachtheorie verortet. Das schließlich vorgeschlagene Modell der multiplen Sprach-identität akzentuiert den sprachlich-medialen Charakter aktueller Identitätskonstruktionen und stellt die vielfältigen Selbstaspekte und die mehrsprachigen Kompetenzen des Individuums in den Mittelpunkt.
€ 25,00