Jakob Mättik erzählt in seinem Tagebuch die dramatische Geschichte seines Schwagers, des deutsch-baltischen Adligen Timotheus von Bock, der sich 1812 im Krieg gegen Napoleon ausgezeichnet und das Vertrauen und die Freundschaft Zar Alexanders I. erworben hat. Alexander nimmt ihm das Versprechen ab, seinem Zaren gegenüber immer die Wahrheit zu sagen. Bock hält sein Versprechen und übergibt dem Zaren in Memorandum, in dem er die Missstände im Russischen Reich schonungslos offen legt und auch vor dem Herrscher nicht zurückschreckt: "Man soll nie seine Herrscher beschuldigen! Sie sind nur das, was wir selbst aus ihnen machen. Wenn wir sie von der Wiege an durch Katzbuckelei vergiften, wie können wir verlangen, unser Wohlbefinden möge ihnen am Herzen liegen?" Doch seine Kühnheit wird bitter bestraft, er wird verhaftet und eingekerkert. Seine schwangere Frau Eeva, die Schwester Jakobs, bleibt zurück. Nach neun Jahren wird Bock für verrückt erklärt und kommt frei, aber der neue Zar Nikolaus I. erlaubt Bock auf seinem Gut nur das Leben eines Sondergefangenen unter Aufsicht. Nicht nur die Aufseher, auch Jakob rätselt, ob sein Schwager nun ein Schwärmer, ein Rebell oder eben ein Verrückter ist ...
Estland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Adlige Timotheus von Bock, enger Vertrauter des russischen Zaren Alexander I., hat diesem das Versprechen geben müssen, ihm immer und in allem die reine Wahrheit zu sagen. Doch als er eines Tages schonungslos das korrupte Regime anprangert, verschwindet er in den finsteren Verliesen der Festung Schlüsselburg. Nach neun Jahren wird er als angeblich Geisteskranker entlassen, muß aber unter ständiger Aufsicht leben. Was ist er nun? Ein Revolutionär, ein Verbrecher oder ein Verrückter?
Jaan Kross, 1920 in Estland geboren, studierte Jura in Tartu. Seit 1954 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Tallinn.
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