Schnell und sicher am Fettnapf vorbei Immer mehr Menschen vertrauen sich einem Life Coach oder Personal Trainer an, um ihr Leben auf Vordermann zu bringen, sei es im Bereich Gesundheit, Fitness, Ernährung, Entspannung, Lebensplanung oder Kommunikation. Auch in der neuen Life-Coaching-Reihe bei Südwest wird der Leser Schritt für Schritt zu seinem Ziel geführt. Er muss sich nicht erst durch einen Berg von Informationen kämpfen, sondern kann direkt loslegen. Zum Vertiefen folgt jeder Übung noch nützliches Hintergrundwissen. Das besondere Highlight an diesen Büchern ist die Begleitung durch einen Online-Coach über Focus online, eines der größten Nachrichtenmagazine im Web. Per E-Mail bekommt der Leser jeden Tag eine Erinnerung an sein großes Ziel mit jeweils einem Tipp zum Umsetzen. Die beste Motivation, um in ein neues, gesundes und entspanntes Leben zu starten!
Vorwort
Umgang mit Kollegen
Den grᅵᅵten Teil des Tages verbringen wir mit unseren lieben Kollegen ᅵ nur dass die manchmal so lieb leider nicht sind. Da tun sich oft eine ganze Reihe von Benimmproblemen auf: Wann duzt man sich, wann bleibt man eher beim Sie? Wie sagt manᅵs, wenn einem ein Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes ᅵstinktᅵ? Wie geht man mit dem Neuen um, der so gar nicht ins altbewᅵhrte Team zu passen scheint? Nicht nur das Wissen um die richtigen Benimmregeln ist wichtig, sondern auch ein wenig Menschenkenntnis und vor allem eines: viel Taktgefᅵhl. Abraham Lincoln hat einmal gesagt: ᅵTakt ist die Fᅵhigkeit, andere so darzustellen, wie sie sich selbst gern sehen.ᅵ Damit erleichtern Sie sich auch den Umgang mit schwierigen Kollegen und ᅵberraschenden Situationen ganz ungemein ...
Auf Du und Du ᅵ oder lieber doch per ᅵSieᅵ?
Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern. (Ralph Waldo Emerson)
Wer bietet wem das Du an?
Der Normalfall ist das Duzen nicht: Unter Erwachsenen ist ᅵblich, sich mit ᅵSieᅵ anzusprechen. Alles andere ist erst nach hᅵflicher Anfrage erlaubt. Unter gleichrangigen Kollegen im Team gelten dieselben Regeln wie im privaten Bereich: Der ᅵltere bietet dem jᅵngeren das Du an, das ᅵalteingesesseneᅵ Mitglied eines Teams dem eben erst hinzugekommenen Neuling. Es ist ᅵbrigens nicht mehr verpᅵnt, wenn ein Mann einer Frau das Duzen nahe legt. In allen anderen Fᅵllen jedoch gilt im Berufsleben immer noch strikt das Gebot der Hierarchie: Der Ranghᅵhere bietet immer dem Untergebenen das Du an und niemals umgekehrt!
Wenn Sie keine Lust auf das Du haben
Es kᅵnnen ganz persᅵnliche Grᅵnde sein, warum Sie nicht duzen mᅵchten. Vielleicht mᅵchten Sie sich erst einleben im Team. Oder der Kollege ist Ihnen unsympathisch. Mᅵglicherweise wollen Sie auch im Job prinzipiell eher Distanz. Dann dᅵrfen Sie das Angebot selbstverstᅵndlich ablehnen ᅵ aber bitte immer so, dass Ihr Gegenᅵber sich nicht brᅵskiert fᅵhlt.
Am besten gehen Sie diplomatisch vor: Sagen Sie, dass Sie sich ᅵber den Vertrauensbeweis freuen, und erklᅵren Sie dann im zweiten Satz, warum Sie das Du trotzdem ablehnen mᅵchten. Geben Sie einen guten Grund an und bleiben Sie weitgehend bei der Wahrheit: beispielsweise, dass Sie erst einmal die Probezeit abwarten wollen. Oder dass Sie sich nach einer kurzen Bekanntschaft noch nicht vertraut genug fᅵhlen. Ein Lᅵcheln macht Ihrem Gegenᅵber das Nein sicher leichter.
Privat per Du ᅵ ᅵffentlich per Sie?
In manchen Situationen ist das private Du in der ᅵffentlichkeit nicht angebracht. Stellen Sie sich z.B. vor, zwei Minister von unterschiedlichen Parteien, die befreundet sind, wᅵrden etwa bei einer Fernseh-Talkrunde Du zueinander sagen. Das wᅵrde die gegensᅵtzlichen Argumente beider Seiten nicht unbedingt glaubwᅵrdig machen.
ᅵhnlich ist es im Berufsleben: Vor Kunden sollte man sich nicht unbedingt duzen, zumindest nicht im mittleren und hᅵheren Management. Und im beruflichen Briefwechsel ist ein Du immer da unangebracht, wo es um vertragliche Regelungen geht oder um Briefwechsel, die nicht nur an Ihren Duzpartner gehen, sondern einem grᅵᅵeren Verteiler zugᅵnglich sind (bei E-Mails ist das heute oft der Fall). Auch firmenintern gilt dies: Eine Abmahnung oder Belobigung, eine Entlassung oder Befᅵrderung wird man stets im fᅵrmlichen Ton und damit mit dem Sie schreiben.
Diese Tipps machen es Ihnen leichter
ᅵ Unklare Gesten sind wirkungslos: Was nutzt es, wenn Sie das Fenster weit ᅵffnen, weil Sie den Geruch nicht mehr aushalten? Vielleicht glaubt Ihr Kollege lediglich, dass Sie an ᅵberhitzung leiden ... Es ist ᅵbrigens einfach unhᅵflich und verletzend, wenn Sie wortlos ein Deo, ein Mundwasser oder eine Kᅵrperpflegeserie hinstellen. Schlieᅵlich liegt schlechter Geruch nicht automatisch an Unsauberkeit ...
ᅵ Seien Sie offen. Das heiᅵt nicht, dass Sie Ihrem Kollegen sagen: ᅵDu stinkst, dass man es nicht aushalten kann!ᅵ Sondern besser: ᅵIch weiᅵ, dass du nichts dafᅵr kannst, und ich mᅵchte dir mit diesem Gesprᅵch helfen.ᅵ Stehen Sie zu Ihren Gefᅵhlen und sagen Sie ruhig: ᅵEs ist mir unangenehm, das jetzt anzusprechen, aber ... ᅵ
Bleiben Sie diskret und sprechen Sie den Kollegen nicht gerade am Mittagstisch in der Kantine vor allen Mitarbeitern an. Es gibt tagtᅵglich viele Gelegenheiten, sich mal unter vier Augen zu unterhalten. Wenn Sie sich nicht absondern kᅵnnen, bitten Sie den anderen kurz zur Seite.
Reden Sie nicht um den heiᅵen Brei herum. Sagen Sie klar, wo das Problem liegt. Und bieten Sie eine Lᅵsung an. Hilfreich ist es oft, wenn Sie sagen: ᅵIch hatte selbst mal das gleiche Problem.ᅵ Diese kleine Notlᅵge verbᅵndet und macht die Situation weniger peinlich fᅵr Ihr Gegenᅵber. Passende Aussagen sind z.B. auch: ᅵEs ist keine bᅵse Absicht von dir ... ᅵ oder: ᅵSicher ist es nur eine Gedankenlosigkeit, aber ... ᅵ
Fairness ist das oberste Gebot ᅵ und das bedeutet: Sie trennen das Verhalten oder den Vorfall von der Person. Ich-Botschaften helfen da enorm. Sie sagen also nicht ᅵDu bist ... ᅵ, sondern ᅵIch finde, dass ... ᅵ Ihre persᅵnliche Ansicht wirkt immer weniger verletzend, als wenn Sie sagen: ᅵAlle Kollegen sind derselben Meinung und haben mich gebeten ... ᅵ Das gilt gerade dann, wenn Sie nicht von gleich zu gleich sprechen.
ᅵ Schieben Sie das Gesprᅵch nicht auf: Es ist jedem Betroffenen besonders peinlich, wenn er erkennen muss, dass so manches offene Fenster seit Monaten seinetwegen aufgerissen wurde ...
Wenn ein neuer Kollege ins Team kommt
Gutes Benehmen ist die Kunst, den Menschen unseren Umgang angenehm zu machen. (Jonathan Swift)
Hᅵflichkeit und freundliches Entgegenkommen sind ein Muss
Warten Sie doch erst einmal ab! Und zeigen Sie sich nicht ablehnend. Neue Ideen mᅵssen ja nicht von vornherein schlecht sein. So erleichtern Sie dem neuen Mitarbeiter die erste Zeit im Job:
Sorgen Sie dafᅵr ᅵ falls das nicht Ihr Vorgesetzter tut ᅵ, dass alle Kollegen untereinander vorgestellt werden. Halten Sie sich dabei an die Regel: Neuankᅵmmlinge werden langjᅵhrigen Mitarbeitern vorgestellt, rangniedere den in der Hierarchie hᅵher stehenden. Am besten sagen Sie auch gleich dazu, wer welche Arbeitsbereiche betreut und welche Tᅵtigkeiten ausfᅵhrt.
Weihen Sie den Mitarbeiter in die Firmenablᅵufe ein. Leider wird das oft vernachlᅵssigt ᅵ Chefs (und Kollegen) erwarten, dass ein Neuer sofort ᅵlosschwimmtᅵ. Dass es da zu Fehlern kommt, ist vorprogrammiert ...
Seien Sie nicht genervt, wenn der Neue sich nicht gleich alles merken kann. Sie mᅵssen sich nur einen Namen merken ᅵ Ihr neuer Kollege eine ganze Reihe.
Geben Sie dem Neuen eine Chance ᅵ selbst wenn Sie vorab die schlimmsten Gerᅵchte gehᅵrt haben. Und bitte auch dann, wenn er oder sie sich als Besserwisser zeigen sollte. Oft steckt Unsicherheit hinter solchem Verhalten.
Wenn Sie selbst neu sind
Der erste Tag im neuen Job ᅵ es gibt wohl nur wenige Situationen, die stressiger sind. Sie kennen meist noch niemanden, mᅵssen sich aber in kᅵrzester Zeit auf neue Kollegen und Vorgesetzte, eine neue Umgebung und vielleicht vᅵllig neue Aufgaben einstellen.
Diese Fehler vermeiden Sie an den ersten Tagen im neuen Job besser:
Sie halten sich beim Rundgang durch den Betrieb auf keinen Fall zurᅵck, sondern weisen gleich darauf hin, wo es ᅵberall Verbesserungsbedarf gibt.
Sie kᅵmmern sich gleich darum, dass Sie in der richtigen Clique aufgenommen werden. So stellen Sie sicher, dass Sie allen Tratsch und Klatsch erfahren ᅵ und machen da selbstverstᅵndlich sofort eifrig mit.
Sie geizen nicht mit Informationen: Alle sollen wissen, warum Sie Ihren letzten Arbeitsplatz (der ᅵbrigens furchtbar war) verlassen haben. Sie halten auch mit Details aus Ihrem Privatleben nicht hinterm Berg.
Sie bestehen von Anfang an auf genauer Einhaltung von Arbeitszeiten und weigern sich strikt, auch nur ein einziges Mal eine Minute lᅵnger zu bleiben, weil beispielsweise ein Kollege krank geworden ist und eine wichtige Prᅵsentation ansteht.
Umgang mit Vorgesetzten
Es soll Chefs geben, die sich nicht als ᅵerster Kollege unter Gleichenᅵ fᅵhlen und verhalten, sondern die sich als cholerische Despoten gebᅵrden, denen man als Untergebener am besten aus dem Weg geht. Nur kann man das nicht immer ᅵ leider. Fast jeder hat im Laufe seines Jobs schon einmal so einen Boss erlebt, und es gibt sie natᅵrlich genauso in weiblicher Ausfᅵhrung. Man muss sich jedoch nicht alles gefallen lassen. So mancher Firmendiktator wird nᅵmlich schlagartig zahm und schwenkt um, wenn er merkt, dass erᅵs mit Ihnen eben nicht machen kann. Selbstverstᅵndlich bleiben Sie immer hᅵflich und korrekt. ᅵFreundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hᅵren und Blinde lesen kᅵnnenᅵ ᅵ dieser Ausspruch von Mark Twain passt auf Chefs und Mitarbeiter gleichermaᅵen. Setzen Sie das auch in eher unangenehmen Situationen mit Ihren Vorgesetzten um. Und prᅵsentieren Sie sich dabei gleichzeitig als fᅵhiger Mitarbeiter, der jede Lebenslage freundlich, aber kompetent meistert.
Grᅵᅵen und Handschlag ᅵ gilt hier Ladies first?
Zu Leuten, an denen einem nichts liegt, kann man immer freundlich sein. (Oscar Wilde)
Der Unterschied zwischen Grᅵᅵen und Begrᅵᅵen
Kennen Sie eigentlich den Unterschied? Es ist ganz einfach: Beim Grᅵᅵen geben Sie zu erkennen, dass Sie jemanden gesehen und erkannt haben. Sie nicken ihm freundlich zu, lᅵcheln ihn an, heben vielleicht Ihre Hand. Einem Gruᅵ folgt nicht unbedingt ein Gesprᅵch, nicht einmal zwingend eine Gruᅵformel wie ᅵGuten Tagᅵ oder ᅵWie geht es Ihnen?ᅵ. Anders ist es beim Begrᅵᅵen: Hier richtet man das Wort an sein Gegenᅵber und reicht ihm eventuell die Hand. Achtung! Im Berufsleben ist hier eine Benimmfalle versteckt: Der Handschlag geht nᅵmlich stets vom Ranghᅵheren aus. Niemals also reicht z.B. der junge Abteilungsleiter ᅵ vielleicht im ᅵbereifer, ja alles richtig zu machen und seine guten Manieren zu beweisen ᅵ dem Betriebsleiter die Hand. Er wartet ab, ob der Vorgesetzte ihm den Handschlag zur Begrᅵᅵung anbietet.
ᅵLadys firstᅵ ᅵ auch in der Firma?
So merkwᅵrdig es Ihnen scheinen mag: Weibliche Mitarbeiter gelten nicht als ᅵDamenᅵ und werden deshalb im Berufsleben nicht bevorzugt behandelt ᅵ also z.B. nicht zuerst gegrᅵᅵt. Streng genommen hᅵlt man ihnen auch nicht die Tᅵre auf. Und ihnen wird nicht jeder der Anwesenden zuerst vorgestellt. Im Job geht es nᅵmlich nach den Regeln der Hierarchie. Was allerdings nicht heiᅵt, dass ein charmanter Chef seiner Assistentin nicht doch den ᅵDamenstatusᅵ zubilligt und sie mit einer Handbewegung z.B. zuerst in den Konferenzraum oder in den Fahrstuhl einzutreten bittet. Das ist dann sicher eine nette Geste ᅵ aber vom formalen Benimm her eben keine ᅵPflichtᅵ. Lediglich wenn mehrere gleichrangige Personen zusammenstehen, kommt die im privaten gᅵltige Regel ᅵladies firstᅵ wieder ins Spiel: Begrᅵᅵen Sie als Seminarleiter z.B. drei Filialleiter und eine Filialleiterin, werden Sie der Dame zuerst die Hand reichen.
Eines sollte jedem klar sein: Ein hᅵflicher Mensch wird lieber einmal ᅵzu vielᅵ oder ᅵzu frᅵhᅵ grᅵᅵen, als steif abzuwarten, ob die ihm zuerst ᅵzustehendeᅵ Begrᅵᅵung auch wirklich erfolgt. Es gibt ᅵ unabhᅵngig von der beruflichen Position ᅵ Grundregeln der Hᅵflichkeit, die jeder Mensch kennen und einhalten sollte. Ganz gleich, ob er Chef oder ᅵnurᅵ Untergebener ist. Es grᅵᅵt stets zuerst,
wer einen Raum betritt
wer als Einzelner auf eine Gruppe zukommt.
Begegnungen im Waschraum
Taktgefᅵhl ist das Wichtigste! Wenn Sie meinen, mehr als nur ᅵGuten Morgenᅵ oder ᅵHalloᅵ sagen zu mᅵssen, warten Sie bitte bis zum Hᅵndewaschen. Da kann man wieder ganz normal miteinander reden. Niemals ᅵ das gilt vor allem fᅵr die Herren! ᅵ sind Anzᅵglichkeiten oder Intimitᅵten angebracht.
Sport und Spiel in der Firma
Sie sind ein Tenniscrack und kᅵnnten alle anderen locker ᅵniederspielenᅵ? Lassen Sie es bleiben. Zumindest auf Dauer. Es macht nᅵmlich niemandem Spaᅵ, stᅵndig zu verlieren. Das heiᅵt aber nicht, dass Sie Ihren Chef immer gewinnen lassen mᅵssen, weil Sie sich einen Karriereschub davon erhoffen. Der angenehme Nebeneffekt des Betriebssports: Sie bekommen immer wieder mit, wie es in anderen Abteilungen zugeht, ob sich dort vielleicht bessere Karrierechancen auftun. Seien Sie aber vorsichtig: Erzᅵhlen Sie nicht von Beginn an zu viel ᅵber Ihre berufliche und private Situation, hᅵllen Sie sich jedoch auch nicht in striktes Schweigen.
Im Fahrstuhl
Kaum jemand spricht im Lift ᅵ meist starrt man stumm auf die Stockwerksanzeige. Wir fᅵhlen uns eingeengt, denn die Distanz, die wir normalerweise zu Kollegen und vor allem zu Vorgesetzten halten, wird auf beinahe null verringert. Gerade im Fahrstuhl scheint die Hierarchie aufgehoben: Alle warten darauf, dass man (endlich!) in dem Stockwerk hᅵlt, in dem man zu tun hat. Die Folge: Die Enge, in der man steht, fᅵhrt dazu, Grenzen zu missachten und zu ᅵberschreiten. Selbst wenn Sie also alleine mit Ihrem Boss im Fahrstuhl stehen: bitte nur Smalltalk, keine intensiven Gesprᅵche ᅵber Ihre Arbeit. Auᅵer Ihr Chef fragt Sie danach.
Essen in der Kantine
Es gibt noch Firmen, in denen streng zwischen dem ᅵCasinoᅵ fᅵr leitende Angestellte und der Kantine fᅵr die ᅵnormalenᅵ Mitarbeiter unterschieden wird. Wenn sich in Ihrer Firma der Boss genauso in die Schlange an der Essenausgabe oder Kasse einreihen muss wie jeder andere, fᅵrdert das zwar die Kommunikation. Es sollte Sie jedoch nicht verfᅵhren, allzu vertraulich zu werden. Im Moment, am Mittagstisch, mag die Firmenhierarchie aufgehoben sein. Deshalb biedern Sie sich aber nicht an! Und beachten Sie auch beim Tischgesprᅵch: Beim gemeinsamen Essen sind Unterhaltungen ᅵber Jobprobleme tabu.
Es ist etwas anderes, wenn Sie sich mit Ihrem Team zu einem Arbeitsessen an einen Tisch setzen. Da ist dann kein Platz fᅵr allzu private Unterhaltungen. Aber niemals ist in der Kantine der passende Ort fᅵr heikle betriebliche Themen.
Termin beim Vorgesetzten
Lass jedermann das tun, was er am besten versteht. (Marcus Tullius Cicero)
Keine Panik ᅵ alles halb so schlimm!
Bewahren Sie Ruhe ᅵ selbst wenn Sie wissen, dass Ihr Chef Sie sehen will, weil Sie einen Fehler gemacht haben. ᅵndern kᅵnnen Sie sowieso nichts mehr. Das Einzige, was Sie tun kᅵnnen: einen mᅵglichst guten Eindruck hinterlassen.
Haben Sie Zeit, sich auf den Termin vorzubereiten ᅵ etwa weil er ein paar Tage vorher angekᅵndigt wird? Umso besser! Dann kleiden Sie sich an diesem Tag besonders sorgfᅵltig. Je nach Position in der Firma im kompletten Businessoutfit (Damen also im dezenten Kostᅵm oder Hosenanzug, Herren im Anzug mit Krawatte) oder im ᅵgehobenen Freizeitdressᅵ ᅵ und das heiᅵt nicht Trainingsanzug oder Jogginghose, sondern Stoffhose (evtl. auch eine gute Jeans), Jackett und Hemd mit Krawatte bzw. Hose oder Rock, Bluse und Jacke fᅵr die Dame.
Ihre Frisur sollte sitzen und das Haar gewaschen sein. Ein Deo und ein Eau de Toilette in der Schreibtischschublade sorgen dafᅵr, dass Sie frisch erscheinen. Damen ᅵberprᅵfen bitte das Make-up, und auch Herren fahren sich nochmals mit dem Kamm durch die Haare.
Wenn Sie wissen, worum es geht, bereiten Sie sich natᅵrlich auch auf den Inhalt des Gesprᅵchs vor. Die Unterlagen haben Sie parat, die nᅵtigen Informationen notieren Sie am besten.
Wie Sie dem Chef begegnen
Entscheidend ist: Sie treten nicht von gleich zu gleich auf. Denn Chef ist Chef, ᅵ und Sie haben einen Termin bei ihm (oder ihr) ᅵ und nicht umgekehrt. Das bedeutet: Ihr Vorgesetzter hat ᅵHausrechtᅵ, und er entscheidet, wie die Begegnung ablᅵuft. Wenn es eine Vorzimmerdame gibt, wird sie die Anmeldung beim Boss ᅵbernehmen. In allen anderen Fᅵllen klopfen Sie hᅵflich an der Tᅵre und warten das ᅵHereinᅵ ab, bevor Sie eintreten.
Nicht Sie beginnen das Gesprᅵch, sondern Ihr Vorgesetzter. Also heiᅵt es abwarten. Nehmen Sie auch niemals unaufgefordert Platz! So unsinnig es Ihnen erscheinen mag: Der hᅵhere Rang des Vorgesetzten gibt ihm das Recht, Sie so lange vor seinem Schreibtisch stehen zu lassen, wie es ihm gefᅵllt. Achtung auch, wenn man Ihnen etwas zu trinken anbietet: Wasser, Nichtalkoholisches, Kaffee und Tee ᅵ ja. Alkohol lehnen Sie bitte immer ab. Achten Sie aufs ᅵRevierᅵ Ihres Vorgesetzten: Stᅵtzen Sie sich nicht auf seinem Schreibtisch ab, breiten Sie nicht ᅵ auᅵer er bittet darum ᅵ Ihre Unterlagen auf seiner Arbeitsflᅵche aus.
Nach dem Gesprᅵch verabschieden Sie sich hᅵflich und freundlich. Auch wenn es eine Unterredung war, bei der es hart zur Sache ging oder heftige Kritik geᅵuᅵert wurde.
Das Beurteilungsgesprᅵch
In groᅵen Firmen ist es heute eine Selbstverstᅵndlichkeit, dass Vorgesetzte wenigstens einmal pro Jahr mit jedem ihrer Mitarbeiter ein Beurteilungsgesprᅵch fᅵhren. Ein guter Vorgesetzter wird zuhᅵren und das Ganze als Informationsaustausch betrachten. Er wird gute Leistungen mit Anerkennung bedenken, schlechtere nicht heruntermachen. Das ist der Optimalfall, aber leider nicht die Regel. In vielen Firmen nutzt der Chef das Beurteilungsgesprᅵch eher fᅵr einen Monolog ᅵber die eigenen Leistungen und die Erfolge (oder Misserfolge) des Unternehmens.
Machen Sie sich die Mᅵhe und fassen Sie zusammen, wie Sie das vergangene Jahr sehen: Gab es Schwierigkeiten und Schwachstellen? Sind diese gelᅵst worden, und gibt es Ansᅵtze, solche Probleme kᅵnftig zu vermeiden? Haben Sie die Ziele erreicht, die im Gesprᅵch vom vergangenen Jahr gesteckt wurden? Gibt es Umstᅵnde, wegen derer Sie Ihre Zielvorgabe nicht geschafft haben? Mit diesen Fragestellungen und der ehrlichen Beantwortung fᅵr sich selbst kᅵnnen Sie das Beurteilungsgesprᅵch in Ruhe angehen. Kritikpunkten Ihres Vorgesetzten begegnen Sie kompetent und sachlich.
Die Gehaltsverhandlung
Wohl keine Firma bietet von Jahr zu Jahr freiwillig hᅵhere Lᅵhne an. Sie mᅵssen also selbst tᅵtig werden. Was sollten Sie beachten?
Argumente fᅵr mehr Geld: Listen Sie auf, wie lange Sie im Unternehmen sind und was Sie in dieser Zeit geleistet haben. Stellen Sie alle Punkte zusammen, die fᅵr mehr Verdienst sprechen. Das sind z.B. Weiterbildung (EDV, Sprachen etc.), erhᅵhter Arbeitsanfall wegen Krankheit und Vertretung, grᅵᅵerer Verantwortungsbereich, Mitarbeiterschulungen. Heben Sie sich Ihr wichtigstes Argument fᅵr den Schluss auf. Sonst verschenken Sie unter Umstᅵnden den besten Trumpf. Gelassenheit zeigen: Erwecken Sie nicht den Eindruck, Sie hᅵtten es dringend nᅵtig. Seien Sie aber auch nicht zu nonchalant.
Ein gutes Betriebsklima
Wer dem Klatsch in der Kantine und Kaffeekᅵche lauscht, wird schnell herausfinden: ᅵWer Kollegen hat, braucht keine Feinde.ᅵ Leider bestᅵtigt sich diese ᅵFirmenweisheitᅵ immer wieder. Allerdings sollten Sie niemals vergessen: Fᅵrs Betriebsklima sind wir alle zustᅵndig. Wir alle tragen dazu bei, dass es ᅵstimmtᅵ ᅵ und dass uns unser Job Spaᅵ macht. Im Job sind wir mehr als acht Stunden tᅵglich mit anderen Menschen zusammen. Da kommt es automatisch mal zu Reibereien: weil geklatscht wird, weil stᅵndig ᅵberstunden anstehen, weil in manchen Bereichen eine eher private Atmosphᅵre herrscht ᅵ in der Mittagspause und bei abendlichem Treff, bei Firmenfest und Betriebsausflug. Wer sich da stᅵndig ausschlieᅵt, macht es genauso falsch wie die Betriebsnudel, die immer und ᅵberall dabei sein will.
Franziska von Au war unter anderem als Redakteurin, Ressortleiterin und Textchefin bei verschiedenen Zeitschriften tätig und gilt als stilsichere Kennerin der Etikette. Veröffentlichung mehrerer Bücher mit Thema Umgangsformen. Die Autorin lebt in Baden-Baden.
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