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Papa, warum heißt die Ananas nicht Mampf? - Goldmanns Taschenbücher

   von Wendell Jamieson

buch.de-Verkaufsrang:
ISBN-10:
3-442-15490-1
ISBN-13:
978-3-442-15490-6
Erschienen:
04.2008
Sofort lieferbar
Aus der Reihe:
«Goldmanns Taschenbücher»
Einband:
kartoniert/broschiert
Sonstiges:
Abbildungen 18,5 cm
Seitenzahl:
287
Gewicht:
247 g
Erschienen bei:
Goldmann
Übersetzer: Susanne Kuhlmann-Krieg Mitarbeiter: Susanne Kuhlmann-Krieg

Kurzbeschreibung

Die Welt, gesehen mit Kinderaugen: zum Lesen, Lachen und Staunen! Kinder fragen die verrücktesten Sachen: Warum ist die Autobahn so laut? Warum haben Schiffe runde Fenster? Weiß ein Seepferdchen, dass es ein Seepferdchen ist? Wie schaltet der Blitz das Licht aus? Wendell Jamieson, Journalist und Vater eines wissbegierigen Sohnes, liefert die Antworten auf diese und viele andere Kinderfragen. Da kann jeder noch was lernen! Ein perfektes Geschenk für alle Wissbegierigen - nicht nur für Eltern! "Kinder fragen die seltsamsten Dinge; ein Vater hat die Anworten!"
The New York Times

Leseprobe

1.
Warum?
Manchmal denke ich an den grellweiᅵen Highway in flirrender Hitze, die gleiᅵend hell explodierenden Chromblitze der anderen Autos, spᅵre den Druck der feuchten Luftwelle, die durch das offene Fenster hereinstrᅵmt. Vor allem anderen aber hᅵre ich das Tosen der Straᅵe...
Unser blauer VW-Bus hatte keine Klimaanlage. Und der Motor saᅵ nicht vorn, unter
der Motorhaube, sondern am Heck. Dort drᅵhnte er erbarmungslos hinter dem Rᅵcksitz, auf dem meine Schwester und ich saᅵen -den Sicherheitsgurt locker um die Taille geschlungen -, und heizte uns krᅵftig ein. Wir hatten nicht viel zu tun dahinten - es war die Zeit vor Walkmans, tragbaren DVD-Playern und iPods, und der peitschende Wind fᅵcherte gnadenlos durch die Seiten eines jeden Buches, das wir aufzuschlagen versuchten - also brieten wir in stummem Elend vor uns hin. Drauᅵen flog Long Island vorbei wie ein Gᅵterzug, die Sommersonne sengte der Welt die Strukturen weg, verlieh jeder vorbeiflitzenden Baumreihe, jedem dahinschwindenden Haus einen lichten graugrᅵnen Schimmer.
Ich muss etwa fᅵnf Jahre alt gewesen sein. Da ich sonst nichts zu tun hatte, verlor ich mich in Tagtrᅵumen.
So etwas kann gefᅵhrlich sein.
Ich trᅵumte nicht vom Ziel unserer Reise, nicht von dem kleinen braunen Haus auf Pfahlstelzen, das wir am Strand von Dune Road gemietet hatten. Schwelgte nicht in der Vorfreude darauf, im Sand oder in der Bucht zu spielen und den Segelbooten zuzuschauen, wie sie unter den Zugbrᅵcken hindurchglitten, die Dune Road mit dem Festland verbanden. Meine Gedanken verweilten auch nicht bei den Kᅵnigskrabben, die vor meinen Augen ᅵber den Schlick krabbeln wᅵrden, obwohl sie, die Hunderte Millionen von Jahren unverᅵndert auf diesem Planeten ᅵberlebt haben, zu den bizarrsten und faszinierendsten Kreaturen auf Erden gehᅵren. Ich dachte an etwas ganz anderes.
Warum war die Straᅵe so unglaublich laut? Woher kam das? Wie kann Wind solchen Lᅵrm machen, er ist doch nur Luft, unsichtbare Luft, die sich rasch bewegt, oder etwa nicht? Und in diesem Falle bewegte sie sich noch nicht einmal. Das Auto bewegte sich. Also: Warum war der Highway so laut?
Ich beugte mich zu meinem Vater und schrie zu ihm nach vorne (vermutlich habe ich es ein paar Mal probieren mᅵssen, bis er mich hᅵrte): ᅵPapa, warum ist der Highway so laut?ᅵ
Seine Antwort: ᅵWeil all die Leute, die hier leben, gerade staubsaugen.ᅵ
Ich wusste, dass Staubsauger Krach machen, dachte an unseren zu Hause, wie er den Teppich entlangdonnerte. Dann malte ich mir aus, wie in jedem Haus ein solches Ungetᅵm vor sich hin tobte, und stellte ein paar vorsichtige akustische Berechnungen an. Seine Antwort schien vollkommen logisch. Ich lehnte mich zurᅵck und nahm zufrieden wieder meinen Platz im Windkanal ein.
Weihnachtsmorgen, ein paar Jahre spᅵter: Wir bewohnten ein Backsteinreihenhaus in einem Viertel Brooklyns, das den Namen Park Slope trᅵgt. Die Weihnachten, die wir dort gefeiert haben, waren durchweg wunderschᅵn - vor der Scheidung unserer Eltern und hinterher. Meine Schwester Lindsay und ich schlᅵpften im milchigen Licht der Morgendᅵmmerung ungeduldig aus den Federn, holten uns unsere prall gefᅵllten Weihnachtsstrᅵmpfe vom Kaminsims und leerten den Inhalt auf unsere Betten. Ein erfreuliches Ding ums andere reihten wir nebeneinander. Dann stiefelten wir durch die verglasten Tᅵren, die das Zimmer unserer Eltern und das unsere voneinander trennten, und zerrten die beiden verschlafen, aber friedfertig, die Treppe hinunter zum Weihnachtsbaum.
Dieses Jahr aber war es anders: Lindsay hatte am Heiligen Abend einen Zahn verloren und ihn wie immer beim Einschlafen neben ihr Kissen gelegt. Das Erste also, was sie nach dem Aufwachen tat - noch ehe sie nach ihrem Strumpf Ausschau hielt! - war nachsehen, ob der Zahn noch da war. Und er war es.
ᅵPapaᅵ, rief sie und stob wᅵtend durch jene verglasten Tᅵren. ᅵPapa, wach auf. Die Zahnfee war nicht da. Mein Zahn ist nicht weg. Kein Geld unter meinem Kissen. Warum ist die Zahnfee nicht gekommen?ᅵ
Seine Antwort:
ᅵDer Weihnachtsmann hat sie mit seinem Schlitten ᅵberfahren.ᅵ
Meine Mutter hat gelacht. Meine Schwester nicht.
Kinder stellen Fragen. Das ist Fakt. Fᅵr jemanden, dessen Alter sich in kleinen bis mittleren Ziffern schreibt, ist die Welt ein groᅵes unbeschriebenes Blatt, das darauf wartet, gefᅵllt zu werden - jede langjᅵhrige Gewissheit, jeder dem mᅵden Auge eines Erwachsenen sattsam vertraute Anblick ist fᅵr Kinder ein spannendes, ein faszinierendes Mysterium. Und jede Antwort bringt nichts als eine neue Frage hervor, so lange, bis Kind und Erwachsener sich in jenes finale Einwortremis verrannt haben, das da lautet: ᅵWARUM?ᅵ
Alle Eltern haben ihre eigene Strategie, mit diesem Phᅵnomen umzugehen, nehme ich an. Manche improvisieren, andere schnappen sich ein Lexikon, manche gehen online, wieder andere sagen ᅵFrag deinen Vaterᅵ, noch andere ᅵFrag deine Mutterᅵ. Der eine zuckt mit den Schultern und erklᅵrt lapidar: ᅵWeiᅵ ich nichtᅵ - ein Satz, der nach einem bombensicheren Mittel aussieht, das Ganze zu beenden, aber von ᅵberraschender Ineffizienz sein kann. Mein Vater - wo auch immer er sich gerade befand - ob auf Reisen oder im Bett am Weihnachtsmorgen - hatte ein Faible dafᅵr, Sachen zu erfinden. Es war nicht zwangslᅵufig so, dass er die Antworten nicht gewusst hᅵtte, die Fragen nervtᅵtend gefunden hᅵtte oder betrunken gewesen wᅵre. Es schien ihm einfach Spaᅵ zu machen, ulkige Antworten zu geben. Meine Mutter lachte mit - nun komm schon, Wendell, du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass jeder Bewohner des Straᅵenrands seinen Staubsauger an hat, oder?
Ich war 22 und rauschte in meinem eigenen Volkswagen ohne Klimaanlage den Long Island Expressway entlang, als es mich wie ein Blitz durchfuhr: Man hatte mich auf den Arm genommen.
Natᅵrlich hat mein Vater nicht immer Sachen erfunden. Manchmal hat er sorgsam und wohlᅵberlegt versucht, mir die Welt zu erklᅵren, und wenn sie auch noch so beᅵngstigend war.
Eines Abends saᅵ ich im Wohnzimmer und schaute Nachrichten. Das habe ich jeden Abend gemacht: Noch heute kann ich jene Doppelempfindung - Hᅵren und Fᅵhlen - in mir wachrufen: Walter Cronkites Stimme (ᅵAnd that′s the way it is...ᅵ) und dazu das wohlige Gefᅵhl von einem Pyjama mit Fᅵᅵlingen dran. Meine Vettern aus North Carolina hielten mich fᅵr einigermaᅵen kauzig, weil ich mir Abend fᅵr Abend die Nachrichten ansah, aber ich war hin und weg. An diesem speziellen Abend - meine Eltern unterhielten sich mit Nachbarn in der Kᅵche - waren die Bilder und Meldungen besonders spannend: Krieg im Nahen Osten. Ein bleicher Mann erschien auf dem Bildschirm, er sprach langsam, hatte offenbar Schmerzen. Er berichtete, man habe ihn gefoltert. Man habe ihm Elektroden an die Hoden gelegt.
ᅵPapaᅵ, rief ich, ᅵWAS SIND HODEN?ᅵ
Mein Vater kam aus der Kᅵche. Er beugte sich zu mir herab, senkte die Stimme und erklᅵrte: ᅵHoden sind die kleinen Dinger unter deinem Penis.ᅵ
Ich war zu Tode entsetzt. Wie konnte jemand einem anderen Menschen so etwas antun?
Wie wᅵnschte ich mir, er hᅵtte eine andere Antwort erfunden ...
Inzwischen habe ich selbst zwei Kinder. Der Groᅵe, Dean, ist sieben und seit etwa vier Jahren mit Haut und Haaren auf dem Fragentrip. Es begann als Rinnsal, wurde zu einem rauschenden Bach und dann zu einem reiᅵenden Fluss. Warum sind die Fenster bei Schiffen rund? Wie fᅵhlt es sich an, wenn jemand mit dem Messer auf einen einsticht? Sind Mᅵrderwale bᅵse? Bin ich allergisch gegen Metall? Kann eine Krᅵhe einem die Augen aushacken? Warum trinkst du gerne Bier? Warum darf ich kein Bier trinken? Warum waren die Nazis bᅵse? Was ist ein Kadaver? Warum essen Polizisten gerne Donuts? Warum, warum, warum, WARUM?
Ich habe lange darᅵber nachgedacht, wie ich damit umgehen soll. Was soll ich mit den Fragen machen, die ich nicht beantworten kann? Was mit denen, die ich selbst gerne beantwortet hᅵtte? (In der Tat: Warum essen Polizisten gerne Donuts?) Gestehe ich Dean, dass ich nichts weiter bin als ein gewᅵhnlicher Sterblicher? Ich dachte an meinen Vater und die Staubsaugersymphonie am Straᅵenrand. Ich wᅵrde nicht wollen, dass Dean durchs Leben geht und an so was glaubt. Naja, wᅵr schon lustig, aber...
Meine Vettern aus North Carolina erzᅵhlen vor allem deshalb so gerne, wie ich Walter Cronkite gelauscht habe, weil aus mir letzten Endes ein Zeitungsreporter und -herausgeber geworden ist. Vielleicht besteht da ein Zusammenhang, vielleicht hat tatsᅵchlich alles so angefangen. Oder auch mit der zusammengerollten Ausgabe von The New York Times, die jeden Morgen im Zaun des Hauses am Park Slope steckte, eiskalt anzufassen und schneebepudert im Januar, von Schwᅵle durchweicht im August. Wie dem auch sei, als ich so ᅵber Dean und seine Fragen nachgrᅵbelte, ging mir auf, dass die Situation nicht einer gewissen Komik entbehrte: Ich stelle selbst dauernd Fragen, aber ich tue es, um damit Geld zu verdienen: Ob ich nun den Bᅵrgermeister interviewe, einen Polizisten oder eine trauernde Witwe, oder ob ich einen Reporter, der soeben in die Redaktion gesegelt kommt, frage, was der Bᅵrgermeister, der Polizist oder die trauernde Witwe zu sagen gehabt haben. Meine Frau Helene habe ich bei der Zeitung kennengelernt: Sie war Polizeiberichterstatterin, ich schrieb Nachrufe. (ᅵWas ist ein Kadaver?ᅵ). Wir handeln mit Fragen. Fᅵr uns mit unseren mageren Zeitungshonoraren waren Fragen manchmal der einzige Rohstoff, der uns zur Verfᅵgung stand.
Ich frage, und manchmal bekomme ich Antworten.
So fing ich an, Deans Fragen aufzuschreiben - egal wie seltsam, gespenstisch oder lᅵcherlich sie auch scheinen mochten. Ich schrieb mit Bleistift, Fᅵller und Computer, was immer ich gerade zur Hand hatte, wenn die Frage aus ihm herausplatzte, einmal habe ich sogar von der Straᅵe aus im Bᅵro angerufen und mir selbst eine Nachricht auf Band gesprochen. Ich dachte, wenn er grᅵᅵer wᅵre, kᅵnnte es lustig sein, ihm all die Fragen zu zeigen, die er gestellt hatte. Aber dann hatte ich eine bessere Idee.
Ich wᅵrde ihm Antworten geben - definitive Antworten auf jede einzelne.
Ich fing an, mein Vorhaben zu planen. Sollte ich Bᅵcher wᅵlzen oder im Internet surfen? Zu einfach. Nein, ich wollte es mir auf keinen Fall leicht machen: Ich wᅵrde mir die Antworten von Menschen holen, die sie im Schlaf herbeten konnten, von Leuten, deren Wohl und Wehe von dem Wissen abhᅵngt, das sie mit sich herumtragen, oder von jemandem, dessen persᅵnliche Erfahrungen Antwort genug waren. Ich wᅵrde nichts erfinden, so groᅵ die Versuchung auch sein mochte. Ich wᅵrde Feuerwehrmᅵnner anrufen und ᅵrzte, Palᅵontologen und Filmregisseure, Astronauten, Kapitᅵne zur See, Zauberer, meine Schwiegermutter und jeden anderen, der das eine oder andere ᅵber Dinge wissen kᅵnnte, die einen Siebenjᅵhrigen interessieren. Das sollte mein Geschenk an ihn sein.
Aber ich wᅵrde nichts beschᅵnigen und nichts vereinfachen. Wenn Dean eine Antwort wollte, wᅵrde er sie bekommen - unredigiert, unzensiert, mit allen wissenschaftlichen Einzelheiten und Finessen. Ich stehe hier stellvertretend fᅵr alle Eltern, die morgens in aller Eile aus dem Haus hetzen, im grellen Sonnenlicht mit zusammengekniffenen Augen die Ausfahrt zu erspᅵhen versuchen, verzweifelte Anstrengungen unternehmen, den Wetterbericht im Radio mitzubekommen, oder am Ende eines langen Arbeitstages nach dem ersten Schluck Wein lechzen und so manche entscheidende Sekunde innehalten mᅵssen, um zu erklᅵren, warum Blut warm ist, warum wir Augenbrauen haben, weshalb Leute Autorennen fahren oder das Zeichen auf der Dollarnote ein ᅵSᅵ enthᅵlt. Ich wᅵrde damit auch die Neugier der Kinder meiner Freunde befriedigen und der Kinder von deren Freunden. Ich wᅵrde Fragen entgegennehmen von Jungen und Mᅵdchen von nah und fern, und ich wᅵrde nicht lockerlassen. Vielleicht wird Dean, wenn er einmal 22 ist und in seinem eigenen backofenheiᅵen Wagen den Highway entlangfᅵhrt, alles verstehen.
Meine Tochter Paulina ist drei Jahre alt und hat die Kunst, Fragen ᅵber alles und jedes zu stellen, noch nicht fᅵr sich entdeckt. Aber wenn ich in ihre riesengroᅵen schwarzbraunen Augen schaue, weiᅵ ich, was los ist. Sie saugen alles auf, versorgen sie mit Rohstoff fᅵr die Fragen, die sie bereits in dem endlosen Speicher in ihrem Kopf anzuhᅵufen begonnen hat. Sie sieht sie durch, versieht sie mit einem Stempel, sortiert sie, poliert sie und bereitet sie auf fᅵr den Tag, an dem sie sie, einer donnernden Lawine gleich, vom Stapel lassen wird: ein in die Tiefe purzelnder, sich ᅵberschlagender Fragenhaufen, der ihren Vater unter sich begraben und ein fᅵr alle Mal vollenden wird, was ihr Bruder begonnen hat. Also los, Kleine, fang an. Ich bin bereit.
ᅵWarum ist die Autobahn so laut?ᅵ
WENDELL JAMIESON, fᅵnf Jahre, im Sommfurniva88er 1971
Geoffrey Patterson, Filmtonmeister bei mehreren Dutzend Filmen, unter anderem bei ᅵTwisterᅵ, fᅵr den er fᅵr den Oscar nominiert wurde:
ᅵDa ist zunᅵchst einmal der Motor, da sind Auspuffrohre, und da ist Luftwiderstand - der Lᅵrm, den der Wind macht -, da sind Hupen und Radios. Die Hauptursache aber - 75 Prozent - von allem Autobahnlᅵrm kommt von den Reifen, der Reibung von Gummi auf Asphalt. Und die Lᅵsung dafᅵr besteht, ob man′s glaubt oder nicht, darin, dass man, zumindest in den fortgeschritteneren Straᅵenbaubehᅵrden, bei der Asphaltherstellung alte Autoreifen verwendet. Mit Gummi versetzter Asphalt verringert den Autobahnlᅵrm um fᅵnf Dezibel. Damit man mit dieser Zahl etwas anfangen kann: Eine Reduktion um zehn Dezibel wᅵrde vom menschlichen Ohr als halb so laut wahrgenommen. Also eine ziemlich clevere Lᅵsung, den Lᅵrm der Reifen durch Reifen zu dᅵmmen. Wenn wir einen Film drehen, mᅵssen wir mit dem zurechtkommen, was wir haben, und das Einzige, was wir tun kᅵnnen, ist hoffen, dass die Schauspieler lauter sind als die Autobahn.ᅵ
ᅵWarum essen Polizisten so gerne Donuts?ᅵ
DEAN JAMIESON
John F. Timoney, Polizeichef von Miami, ehemals erster Stellvertreter des Polizeiprᅵsidenten der New Yorker Polizei:
ᅵDas ist so, weil es Donut-Bᅵckereien ᅵberall gibt, vor allem in New York, da sind sie ᅵberall, und sie haben 24 Stunden am Tag geᅵffnet. Das sonstige Essensangebot ist von Viertel zu Viertel ein anderes, aber die Grundnahrungsmittel der Wahl sind Kaffee und Donuts. Ist schnell und einfach, und wenn einen wᅵhrend des Essens im Auto ein Notruf erreicht, ist man sie leicht los - der Verlust ist kein Beinbruch. Man schmeiᅵt sie aus dem Fenster und ist weg. Es ist nie ein Problem, sich einen neuen zu besorgen.ᅵ
2.
Seltsame Wissenschaft
Ich hatte sie in meinem Zimmer zusammengebastelt: Papprᅵhren mit Balsaholzflossen und Plastikkegelnasen. Selbstvergessen, blind und taub fᅵr Wetter oder Tageszeit, hatte ich Stunden um Stunden schmirgelnd, klebend und malend zugebracht, dann die Dekobogen vorsichtig befeuchtet, damit sich die Verzierungen leicht von der Papierunterlage lᅵsten, auf der sie geliefert worden waren, der letzte Schritt und wahrhaft eine hohe Kunst. Meine Konzentration war unbeschreiblich: Wohl hᅵrte ich Menschen in anderen Teilen des Hauses herumwirtschaften, registrierte unterschwellig die Gegenwart meines Vaters, meiner Mutter und meiner Schwester, vernahm hin und wieder ihre Stimmen, aber das war auch der einzige Hinweis darauf, dass auᅵer mir noch jemand auf diesem Planeten lebte. Die Raketen wurden als Bausatz geliefert, lose abgepackt in Plastiksᅵcken, und stammten von einer Firma namens Estes - die ᅵbrigens auch den Treibsatz mitlieferte: kleine Rᅵhrchen, gefᅵllt mit Kaliumnitrat, Schwefel und Aktivkohle. Meine ersten Versuche waren totale Fehlschlᅵge gewesen, die Heckflossen vᅵllig aus dem Lot, Verzierungen und Embleme schief und an den Kanten zerknittert. Aber bis zu meinem Geburtstag - als das Blattwerk vor meinem Fenster sein zartes Vorfrᅵhlingsgrᅵn angenommen hatte - war aus mir ein Meister geworden. Die Raketen standen, sᅵuberlich bemalt und austariert, in einer Reihe und warteten auf ihre Reise in den Weltraum.
Wir wohnten nur ein paar Straᅵen vom Park entfernt, und dorthin ging mein Vater an jenem Samstag im Mai mit uns, Startrampe, Zᅵnder und Raketen im Gepᅵck. Meine Freunde und ich, allesamt mit Schlaghosen und langen Haaren, lieᅵen uns mitten auf der grᅵᅵten Wiese hᅵuslich nieder. Der Himmel war von einem sanften Frᅵhlingsblau und schrie geradezu danach, von uns erforscht zu werden.
Die Wissenschaft hinter diesen Raketen ist einfach, aber genial: Ein elektrischer Funke aus dem Anzᅵndgerᅵt aktiviert ᅵber ein winziges Loch am Boden des Treibsatzes einen Zᅵnder und setzt die Treibladung frei. Da sie sonst nirgends hinkann, geht die Ladung nach hinten los, und die Rakete wird schlagartig zu einem winzigen Fleck mit weiᅵem Rauchschweif hoch oben ᅵber den Baumwipfeln. Auf dem hᅵchsten Punkt der Raketenflugparabel wird in der Raketennase eine weitere kleine explosive Ladung gezᅵndet, durch die ein Fallschirm freigesetzt wird, an dem die Rakete - schwebend nicht und auch nicht fallend - von starkem Schwefelgeruch umweht sanft zur Erde schaukelt.
Jener Geburtstag fand auf dem Hᅵhepunkt meiner Raumfahrtphase statt, die Raketen krᅵnten diese ᅵra, und in grᅵᅵere Nᅵhe zur Naturwissenschaft haben mich meine Interessen mein ganzes Leben lang nicht mehr gefᅵhrt. Das war 1975. Im Rᅵckblick scheinen die Siebzigerjahre nicht eben eine Dekade der Wissenschaft gewesen zu sein, und unser Zuhause war mit Sicherheit alles andere als eine Oase des Naturforschergeistes. Mein Vater war stellvertretender Direktor einer Kartonagenfabrik, die seinem Vater gehᅵrte, und meine Mutter, die nach der Geburt von meiner Schwester und mir zu Hause geblieben war, hatte soeben begonnen, das Goldschmiedehandwerk fᅵr sich zu entdecken. Dennoch passierte genug in der Welt, das einen kleinen Jungen dazu bringen konnte, die Augen gen Himmel zu heben.
Die letzte bemannte Mondmission hatte ich an einem Schwarzweiᅵfernseher verfolgt. Ein paar Jahre spᅵter wartete ich in einem Ferienlager atemlos auf die ersten Bilder der Viking-Sonde, die die rote, von Felssteinen ᅵbersᅵte Marsoberflᅵche zum Greifen nah zeigten. Alles, was mit der Suche nach Leben in entfernten Galaxien zu tun hatte, faszinierte mich. Ich war enttᅵuscht, dass Viking nicht ein fᅵr alle Mal die Frage hatte beantworten kᅵnnen, ob es Leben auf dem Planeten gegeben hatte. Fᅵr jedes gelᅵste Rᅵtsel jener Tage schien sich eine Million neuer Fragen zu stellen.



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