Georgia liebt das Klappern der Nadeln. Deshalb fühlt sich die alleinerziehende Mutter am wohlsten in ihrem gemütlichen Woll-Laden auf der Upper West Side. Genau wie ihre zwölfjährige Tochter und die fünf Frauen, die sich dort jeden Freitag zum Stricken treffen. Dass der lebhafte Strickclub Freundschaften schafft, die so tröstlich sind wie die weichste Merinowolle und so beständig wie das Lieblingspaar Stricknadeln, das findet Georgia heraus, als etwas passiert, das ihrer aller Leben verändern wird.
Bestseller um Maschen, Mütter und Männer<br />
<br />Georgia liebt das Klappern der Nadeln. Deshalb fühlt sich die alleinerziehende Mutter am wohlsten in ihrem gemütlichen Woll-Laden auf der Upper West Side. Genau wie ihre zwölfjährige Tochter und die fünf Frauen, die sich dort jeden Freitag zum Stricken treffen. Dass der lebhafte Strickclub Freundschaften schafft, die so tröstlich sind wie die weichste Merinowolle und so beständig wie das Lieblingspaar Stricknadeln, das findet Georgia heraus, als etwas passiert, das ihrer aller Leben verändern wird.<br />
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Die Vorbereitung§Die Wahl des Strickgarns ist eine höchst anspruchsvolle Angelegenheit: Ein überwältigendes Sortiment an Farben und Garntypen verleitet schnell dazu, sich die schon fertige Jacke oder Mütze vorzustellen (und erst die vielen Komplimente, die man dafür bekommen wird). Allerdings wird dabei leicht übersehen, dass nur harte Arbeit ans Ziel führt. Ausschlaggebend sind Geduld und Sorgfalt - und nicht zu vergessen: Durchhaltevermögen. Herausforderungen sind zwar spannend, dennoch sollten Sie sich nicht für ein Muster entscheiden, das Ihre Fähigkeiten übersteigt. Sparen Sie niemals an der Garnqualität. Und testen Sie in aller Ruhe, welche Nadeln am besten in der Hand liegen; ich habe von jeher Bambusnadeln den Vorzug gegeben. Noch immer erlebe ich es als kleines Wunder, dass aus diesem Sammelsurium - weiches Garn, spitze Nadeln, eine schriftliche Anleitung sowie Kreativität, Können und Vorstellungskraft - etwas erschaffen werden kann, in das ein Stück der eigenen Seele eingeflossen ist. Aber es funktioniert.§1. Kapitel§Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10.00-20.00 Uhr§Garantiert!§Gut sichtbar standen die Öffnungszeiten von Walker and Daughter: Strickbedarf in leuchtend bunter Schrift auf dem Reklameschild über dem Treppenabsatz. Allerdings kam es so gut wie nie vor, dass Georgia Walker abends vor Viertel nach acht die Ladentür verriegelte. Oft wurde es sogar viel später. Und selbst dann hatte sie noch längst nicht Feierabend, sondern sammelte auf den Boden gefallene Wollfäden ein, bereitete die nächste Stunde ihres nachmittäglichen Strickkurses vor und rechnete die Kasse ab.§Sie saß auf dem Stuhl hinter der Verkaufstheke, schaltete ab vom Straßenlärm des unten vorbeiführenden Broadways und addierte die Zahlen auf einem Zettel. Das Geschäft läuft ganz gut, könnte aber noch besser sein, dachte sie seufzend und zupfte an ihren langen kastanienbraunen Locken herum. Eine Angewohnheit, die sie einfach nicht ablegen konnte. Am Ende eines stressigen Tages stand ihr Pony manchmal in alle Richtungen ab. Sobald die Buchhaltung erledigt war, strich sie ihr Haar glatt und klopfte sich die Radiergummireste von Jeans und Jerseytop. Etwas blass im Gesicht - sie arbeitete zu viel und war selten in der Sonne - erhob sie sich zu ihren stolzen 1,82 Meter (dank der 7,5 Zentimeter hohen Absätze ihrer abgetragenen Cowboystiefel aus braunem Leder).§Dann drehte sie noch eine Runde durch den Laden und fuhr dabei über die nach Farben sortierten Garne - von Pastell- bis zu sattem Grasgrün, Rost- bis leuchtend Erdbeerrot, Eis- bis Königsblau, Zitronengelb bis Bernsteinfarben sowie alle erdenklichen Nuancen von Grau, Beige, Schwarz und Weiß. All das gehörte ihr. Und natürlich Dakota - deshalb hieß der Laden ja auch Walker und Tochter -, die mit ihren zwölf Jahren ständig die Anweisungen ihrer Mutter ignorierte und sich lieber am Farbenspiel der Wolle erfreute.§Dakota war das Ladenmaskottchen, maßgebende Farbexpertin (mehr Glitzergarne!) und beeindruckend geübt im Umgang mit den Stricknadeln. Georgia staunte oft darüber, wie flink ihre Tochter strickte und wie souverän sie mit heruntergefallenen Maschen umging. Mehr als einmal hatte Georgia beobachtet, wie ihr gar nicht mehr so kleines Mädchen selbstbewusst zu einer Kundin sagte: "Warten Sie, ich helfe Ihnen. Mit einer Häkelnadel kriegen wir das wieder hin ..."§Wenn Georgia dann endlich das Licht löschen wollte, war es praktisch an der Tagesordnung, dass eine Kundin atemlos die Treppe zum Geschäft im ersten Stock hinaufgelaufen kam und ihr zurief: "Könnte ich noch kurz reinkommen? Es dauert wirklich nur eine Minute ..." Bevor Georgia überhaupt eine Chance hatte, zu sagen, dass bereits geschlossen sei, war die Kundin schon im Laden. "Kommen Sie nur herein", sagte sie für gewöhnlich und lief dann eben erst später die wenigen Stufen hinauf in ihr spärlich möbliertes Appartement. Allerdings ließ sie an Schultagen niemanden länger als bi
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