Glaube ist eine Form der Wahrnehmung von Freiheit. Doch was heißt das in einer Zeit, in der Menschen gerade im Bereich der persönlichen Lebensgestaltung die Erfahrung machen, vor lauter Selbstbestimmung erschöpft zu sein? In Freiheit leben zu können hat offenbar damit zu tun, Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Lebens zu kennen, unter denen Umfang und Art unserer Freiheit erst Kontur bekommen. Dementsprechend hat die Praxis christlicher Religion mit dem Wahrnehmen von Lebensbedingungen zu tun. Die vorliegenden Essays beziehen das Lebenswissen der jüdisch-christlichen Tradition auf konkrete Erfahrungen der Unfreiheit, um vor deren Hintergrund den Glauben als Ressource eines Lebens in Freiheit zu thematisieren.
Glaube ist eine Form der Wahrnehmung von Freiheit. Doch was heißt das in einer Zeit, in der Menschen - der Idee unbedingter Freiheit folgend - gerade im Bereich der persönlichen Lebengestalltung und die Erfahrung machen, vor lauter Selbstbestimmung erschöpft zu sein? In Freiheit leben zu können setzt offenbar voraus, die Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Lebens zu kennen, unter denen unsere Freiheit erst Kontur bekommt. Dementsprechend hat die Praxis christlicher Religion mit dem Wahrnehmen von Lebensbedingungen und dem Betreten unerwarteter Spielräume zu tun, wie sie sich dem Glaubenden erschließen...
Wilfried Engemann, Dr. theol., Jahrgang 1959, lehrt seit 1994 als Professor für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Homiletik, Seelsorge und Liturgik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
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