Literatur von Frauen im ,langen' 19. Jahrhundert wird häufig beschrieben als Schnittstelle zwischen der privaten und der öffentlichen Sphäre, zwischen dem apolitischen ,häuslichen Bereich' und der Politik der ,großen Welt'. In der Forschung der letzten Jahre erscheint diese Grenze zunehmend durchlässig, und es sind vor allem diese ,Schwellenüberschreitungen', womit sich die Autorinnen dieses Bandes auseinandersetzen. Aufgezeigt wird die Vielfältigkeit des weiblichen Blickes auf die Machtverhältnisse des ,langen' 19. Jahrhunderts. Der erste Teil befasst sich mit den Geschlechterbeziehungen, da Versuche, die Machtstrukturen zu hinterfragen, oft mangels einer Beteiligung an dem politischen Prozess im allerpersönlichsten Bereich stattfanden. Der zweite Teil widmet sich der Frage, inwieweit die Suche nach einer weiblichen, persönlichen Identität für schreibende Frauen eine Grenzüberschreitung darstellt. Die Beiträge des dritten Teils betrachten Überschreitungen der geographischen und nationalen Grenzen und fragen nach den Beschränkungen oder auch Chancen, die sich aus der Interkulturalität für ein kritisches, politisches Engagement mit den gesellschaftlichen Verhältnissen ergeben.
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