Beschreibung:
Unwiderstehlich düster ? die neue Mystery-Serie aus den USA Harper Blaine ist tot ? zumindest zwei Minuten lang. Als die junge Ermittlerin wieder zu sich kommt, fühlt sie sich ? anders. Sie beginnt, seltsame Dinge zu sehen. Ist sie verrückt? Bald stellt sich heraus, dass Harper seit ihrem Unfall ein Greywalker ist, ein Geschöpf, das in das Schattenreich der Hexen, Vampire und Geister eindringen kann ... »Ein herausragendes Debüt! Greywalker bietet eine eigenwillige, aber liebenswerte Heldin und eine Geschichte, die man nicht mehr zur Seite legen kann!« Romantic Times »Richardsons Figuren sind überzeugend und einnehmend. Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen!« Charlaine Harris »Rasant, fesselnd, sexy - Greywalker wird alle Fans von Charmed und Buffy begeistern!« Publishers Weekly
Kurzbeschreibung:
Unwiderstehlich düster - die neue Mystery-Serie aus den USA
Harper Blaine ist tot - zumindest zwei Minuten lang. Als die junge Ermittlerin wieder zu sich kommt, fühlt sie sich ... anders. Sie beginnt, seltsame Dinge zu sehen. Ist sie verrückt? Bald stellt sich heraus, dass Harper seit ihrem Unfall ein Greywalker ist, ein Geschöpf, das in das Schattenreich der Hexen, Vampire und Geister eindringen kann ...
Rezension:
"Rasant, fesselnd, sexy - Greywalker wird alle Fans von Charmed und Buffy begeistern!" (Publishers Weekly)
Leseprobe:
Als der Kerl ausholte, war ich ziemlich überrascht. Die meisten Leute verloren nicht gleich die Nerven, wenn man sie bei so einem kleinen Betrug ertappte. Ich hatte etwas wie eine verlegene Entschuldigung erwartet, zusammen mit einem angemessenen Scheck, um meine Klientin -seine Stieftochter - zu besänftigen. Stattdessen beugte sich der Knabe über den Schreibtisch, holte aus und traf mich mit der Wucht eines Vorschlaghammers seitlich am Kopf.
Ich flog vom Stuhl und in meinen Ohren begann es zu dröhnen. Verzweifelt versuchte ich, an meine Handtasche zu gelangen, aber ehe ich auch nur in die Nähe meiner Pistole kommen konnte, stand er schon vor mir. Ich zog mich hoch auf die Knie, um ihm mit der geballten Hand einen kräftigen Schlag unter die Gürtellinie zu verpassen.
Er wich problemlos aus und traf mich erneut mit seiner fleischigen Faust am Kopf. Dann ein Tritt gegen meine Rippen. Ich schrie, ehe mir die Luft weg blieb und ich für einen Moment nur noch auf neugierige Nachbarn hinter den dünnen Wänden hoffen konnte. Wieder holte er mit dem Fuß aus.
Mühsam robbte ich auf ihn zu, packte ihn am Schuh ... und brachte ihn zu Fall. So schnell ich konnte, kroch ich in Richtung Tür. Das Innere meines Brustkorbs fühlte sich an, als hätten sich meine Organe losgerissen und befänden sich im freien Fall.
Da wurde mein Kopf nach hinten gezerrt - der Typ hatte mich am Pferdeschwanz gepackt. Ich trat rückwärts aus und konnte etwas Weiches spüren, aber leider nicht das, worauf ich gehofft hatte.
»Verdammt!« Er riss meinen Kopf zur Seite und schmetterte ihn gegen den Türrahmen. Mir war, als ob ich meinen Schädel brechen hörte.
Alles schmerzte. Mühsam drehte ich mich um und zog mich am Körper des Mannes hoch. Haare wurden mir aus der Kopfhaut gerissen. Mit einer Hand schlug ich seinen Kopf gegen die Wand, während ich mein Knie in seine Weichteile rammte. Er schnappte nach Luft und ließ unwillkürlich meinen Pferdeschwanz los. Ich nutzte meine Chance, entwand mich seinem Griff und wankte durch die offene Tür auf den Korridor hinaus. Krampfhaft suchte ich in meiner Handtasche nach der Pistole, während ich zum Lift taumelte.
Nichts wollte funktionieren: Meine Beine fühlten sich an, als wären sie aus Gummi. Jedes Mal, wenn ich meine Pistole in die Hand nehmen wollte, entglitt sie mir. Ich konnte kaum atmen. Und mein Brustkorb bereitete mir Höllenqualen. Mein Schädel dröhnte, und ich konnte hören, wie das Blut durch meine Adern rauschte.
Mit letzter Kraft schob ich das Eisengitter beiseite und stolperte in den uralten Lift, als mich eine Hand erneut am Pferdeschwanz packte und nach hinten riss. Ich versuchte mich umzudrehen, um dem Mistkerl endlich eine Kugel zu verpassen, aber meine Beine gaben nach. Die Pistole glitt mir aus den Händen, fiel auf den Boden des Lifts und schlitterte in eine Ecke.
Mich immer noch am Haar festhaltend, griff der Mann nach dem Eisengitter. Verzweifelt suchte ich in der Hosentasche nach meinem alten Schweizer Messer, als mich das Metall auch schon mit voller Wucht am Hals traf. Hatte er etwa vor, mir den Kopf abzutrennen? Ich versuchte, mich aus seinem Griff zu befreien. Da traf mich das Gitter an der Schläfe. Das Blut, das aus meinem Ohr lief, fühlte sich überraschend warm an. Mein Sehvermögen schwand und ich konnte nur noch einen dunklen, blutigen Tunnel ausmachen.
Wieder knallte das Eisengitter gegen meinen Kopf. Der Lift fing an, Geräusche von sich zu geben. Die innere Eisentür, die noch offen gestanden hatte, bewegte sich plötzlich auf mich zu. Endlich fand ich mein Messer, klappte die Klinge auf und stieß sie in die Hand, die noch immer meine Haare umklammerte. Der Kerl schrie auf und ließ los.
Ich rutschte nach unten und mein Kopf schlug auf den Boden des Lifts. Gerade noch schaffte ich es, ihn aus der sich schließenden Eisentür zu ziehen. Der Mann rüttelte heftig am Gitter und brüllte mir ein ganzes Lexikon an Schimpfwörtern hinterher, während sich der Lift in Bewegung setzte. Etwas zog noch an meinen Haaren, aber darum wollte ich mich jetzt nicht mehr kümmern. Ich wollte mich nur noch irgendwo hinlegen und ganz sanft das Bewusstsein verlieren. Da wurde plötzlich mein Kopf in die Höhe gerissen ...
Meine langen Haare hatten sich in der Gittertür verfangen und zogen mich nach oben, während der Lift langsam nach unten fuhr. Die Vorstellung, an meinen eigenen Haaren aufgehängt zu werden, reichte aus, um mich wieder zu beleben. Ich sah inzwischen nur noch einen winzigen hellen Punkt in der Ferne, der über einem blutroten Meer schwebte - alles andere war in Dunkelheit versunken. Mühsam hielt ich das Messer über meinen Kopf und begann, meinen Pferdeschwanz abzusäbeln. Währenddessen stützte ich mich an der Liftwand ab, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Lange braune Haarsträhnen schwebten an meinem Gesicht vorbei zu Boden. Ich stand bereits auf den Zehenspitzen, als ich endlich die letzte Strähne durchschnitt. Vor Übelkeit wankend, taumelte ich nach vorn. In diesem Augenblick öffnete sich die Lifttür, ich stürzte hinaus und ging zu Boden.
Was als Nächstes geschah, weiß ich nur noch schemenhaft: schreiende Menschen; irgendwelche Schuhe vor meinen Augen; Schmerzen in meinem Oberkörper und meinen Armen; ein Schnalzgeräusch vor meinen geschlossenen Augenlidern; ein Mann mit einem ausländischen Akzent; ein Hämmern in meinem Kopf, als ob jemand Kicker darin spielen würde. Ich glaube, ich musste mich übergeben. Dann schlief ich ein.
Das war der erste April ...
Einige Tage später kam ich im Krankenhaus wieder zu mir. Es ging mir so verdammt schlecht, dass ich mir ziemlich sicher war, recht gute Überlebenschancen zu haben. Wenn sich das Sterben so schlimm anfühlen würde, wäre sicher keiner bereit, sich dem Tod zu überlassen.
Inzwischen waren viele Wochen vergangen. Die Schmerzen und das Brennen, die Prellungen, Quetschungen und Wunden wurden allmählich besser und verschwanden, aber meinem Kopf ging es immer noch nicht blendend. Die seltsamen Wahrnehmungsprobleme, unter denen ich seit dem Angriff litt - einige waren unbedeutend, andere überaus beunruhigend -, brachten mich dazu, das Krankenhaus erneut aufzusuchen.
Dr. Skellehers Bekanntschaft hatte ich bisher noch nicht gemacht; er war der einzige Arzt in der Notaufnahme, als ich dort eintraf. Er sah kaum älter aus als dreißig und schien dringend einen Kaffee zu brauchen. Seine kurzen Haare standen in alle Richtungen ab, was wohl weniger auf sein Modebewusstsein als vielmehr auf seine Verfassung hinwies. Die dunklen Ringe unter seinen Augen waren so groß wie Frisbees. Die Klamotten, die unter seinem weißen Kittel zu sehen waren, konnten als ökologisch korrekt durchgehen. Ein schmaler Lederriemen lugte unter seinem Kittelkragen hervor.
Die »Vorfälle« liefen wie ein zu schnell abgespulter Film vor meinem inneren Auge ab, während ich dem Arzt davon erzählte.
Manchmal sah die Welt um mich herum so aus, als würde ich mich in einem Meer von Nebel und verschwimmenden Farben bewegen - wie wenn man im Badezimmer vor einem beschlagenen Spiegel steht. Im Krankenhaus war ich mir nie sicher, wann sich jemand bei mir im Zimmer befand. Die Leute schienen herein und hinaus zu schweben und ständig ihre Gestalt zu ändern. Mein Gehör war ähnlich unzuverlässig. Dumpfes Dröhnen, fernes Gemurmel und seltsame Gurgellaute erreichten meine Ohren, als wäre die Welt in Watte gehüllt. Man erklärte mir, dass Patienten mit einer schweren Gehirnerschütterung so etwas oft erlebten und es mit der Zeit nachlassen würde. Doch bei mir wurde es stattdessen immer schlimmer.
Auch die Tatsache, dass ich durch das Krankenhausbett gesunken war, hatte mich ziemlich beunruhigt.
Es war mir nicht erlaubt gewesen, das Krankenbett zu verlassen, ohne dass ein Arzt oder eine Schwester im Zimmer war. Ich war nicht gerade eine Musterpatientin; ich mochte es nämlich nicht, den Nachttopf zu benutzen und entschied mich stattdessen auf die Toilette zu gehen. So weit so gut, obwohl der Weg dorthin nicht gerade einem Walzer mit Fred Astaire gleich kam.
Autorenportrait:
Kat Richardson, geboren in Kalifornien, arbeitete nach einem Publizistikstudium in diversen Zeitschriftenverlagen in L.A., bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Derzeit lebt die Autorin, zu deren Hobbys Scheibenschießen und Motorradfahren